Wenn man das Erbe der Metropolregion Paris betrachtet, denkt man meist an Schlösser, Kirchen oder große Denkmäler. Doch auch einige eher unscheinbare Spuren erzählen die Geschichte der Île-de-France. So ist es beim Moulin de la Tour, in Ivry-sur-Seine, das daran erinnert, dass die Gemeinde, bevor sie eine Stadt am Rande von Paris war, von Feldern und landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben war.
Anlässlich der Journées du Patrimoine 2026 öffnet dieses Monument ausnahmsweise seine Türen der Öffentlichkeit. Eine wundervolle Gelegenheit, den letzten im Val-de-Marne erhaltenen Mühlenstand zu entdecken, ein Bauwerk, das Jahrhunderte überdauert hat trotz der Veränderungen im städtischen Landschaftsbild.
Die ersten Erwähnungen der Mühle datieren ins 17. Jahrhundert, doch mehrere Indizien lassen vermuten, dass ihre Wurzeln älter sein könnten. Einige gravierte Steine, die unter anderem die Jahreszahl 1415 tragen, stützen diese Vermutung, eine endgültige Bestätigung gibt es jedoch nicht. Auf den Anhöhen von Ivry erbaut, profitierte die Mühle einst von den Winden, um das in der Umgebung erzeugte Getreide zu mahlen und so zur lokalen Landwirtschaft beizutragen.
Als historisches Denkmal eingestuft, wird der Moulin de la Tour heute von einem ehrenamtlichen Verein gepflegt und aufgewertet, der darauf achtet, dieses seltene Erbe zu bewahren. Auch wenn er seit langem kein Mehl mehr produziert, trägt er weiterhin zur Erinnerung an eine Landschaft bei, die heute verschwunden ist, in der Mühlen zum Alltag der Einwohner gehörten.
Am Wochenende des 19. und 20. September 2026 lädt die vertraute Silhouette der Hänge von Ivry neugierige Besucher ein, in die Vergangenheit einzutauchen. Eine Führung, die Einblicke in die Geschichte des letzten Mühlenstandorts im Val-de-Marne bietet, aber auch das Verständnis für die Entwicklung von Ivry-sur-Seine und den Gemeinden der kleinen Krone vertieft, die sich in wenigen Jahrhunderten von einer ländlichen Gegend zu einer weitgehend urbanisierten Landschaft gewandelt haben. Geschichte des letzten Mühlens im Val-de-Marne
Besichtigungen am Moulin de la Tour
Anlässlich des 50. Jahrestags der Verlagerung der Mühle hat die Stadt Ivry-sur-Seine den Ausstellungspfad zu diesem prägenden Ort des lokalen Kulturerbes neu gestaltet. Dank der Führungen der Vereinigung Freunde der Turmmühle und anhand bislang unveröffentlichter Dokumente entdecken Sie dieses ungewöhnliche Bauwerk im städtischen Umfeld. Die Windmühle stammt aus dem Mittelalter, wurde im 17. Jahrhundert umgebaut und stellte ihre Tätigkeit im 19. Jahrhundert ein. Von Korbmachern genutzt, diente sie als Heulager und als Depot für Kohlenwasserstoffe, bevor sie nach der Verlagerung ab 1976 restauriert wurde. Im Innenraum beobachten Sie den Mahlvorgang und die beeindruckende Dachkonstruktion. Die Mühle ist seit 1979 als Denkmal von nationaler Bedeutung geschützt.
Samstag, 19. September
• Von 15:00 bis 17:30 Uhr: Führungen mit den Guides der Vereinigung Freunde der Turmmühle.
Sonntag, 20. September
• Von 11:00 bis 17:30 Uhr: Führungen mit den Guides der Vereinigung Freunde der Turmmühle.
Freier Eintritt, solange Plätze vorhanden sind.
Der Standort ist aufgrund fehlender Barrierefreiheit nicht barrierefrei zugänglich.
Teilnahmebedingungen: Kostenlos | Ohne Anmeldung
Zeiten: Samstag, 19. September 2026 – 15:00 ⤏ 17:30 | Sonntag, 20. September 2026 – 11:00 ⤏ 17:30
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Termine und Öffnungszeiten
Von 19. September 2026 bis 20. September 2026
Standort
Moulin de la Tour
Pl. du 8 Mai 1945
94200 Ivry sur Seine
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