Wenn Kunst auf einem Schachbrett inszeniert wird! In Paris widmet die Galerie Perrotin eine Ausstellung dem Schachspiel und seinem Einfluss auf die moderne und zeitgenössische Kunst. Unter dem Titel Ein Jahrhundert Schach vereint diese kollektive Schau vom 31. Januar bis 28. Februar 2026 eine Reihe internationaler Künstler, die einem gemeinsamen Leitmotiv folgen: die nachhaltige Wirkung des Schachspiels auf die kreative Szene. Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Installationen führen die Besucher durch einen Parcours, der die vielfältigen Interpretationen dieses codifizierten Spiels erkundet — einem Spiel, das sowohl streng als auch offen für unendliche visuelle und konzeptuelle Lesarten ist.
Die Ausstellung vereint Werke, die sich über fast ein Jahrhundert erstrecken, von historischen Objekten von Marcel Duchamp oder Man Ray bis hin zu neueren Produktionen von Martin Parr oder William Wegman. Einige Werke setzen das Motiv direkt in den Fokus, etwa die Stillleben von Jean-Philippe Delhomme oder die Skulptur eines Schachbauers von Gregor Hildebrandt. Andere wählen einen indirekteren Ansatz, bei dem das Schachbrett als grafische, soziale oder poetische Referenz erscheint, vor allem bei Lionel Estève, Lee Bae oder Nick Doyle. Dieser Dialog zwischen Generationen und Medien hebt die Vielfalt der Interpretationen hervor, die dasselbe Spiel auslösen kann.
In seinem Einführungstext spricht R. Jonathan Lambert die Ambivalenz des Schachs an, einem Spiel, das auf festen Regeln beruht, aber gleichzeitig eine nahezu unendliche Vielzahl an Zügen ermöglicht. Dieses Spannungsfeld hat seit jeher Künstler fasziniert, von Duchamp, der sich intensiv damit auseinandersetzte, bis zu Michel Journiac oder Lynn Chadwick. Die Ausstellung bietet eine interdisziplinäre Betrachtung der modernen Kunstgeschichte, in der das Spiel als Medium dient, um Fragen nach Form, Zufall, Strategie und dem Umgang mit dem Anderen zu erforschen.
Abseits der ausgestellten Werke bietet Ein Jahrhundert Schach auch eine interaktive Komponente. Besucher können an Schachbrettern Platz nehmen, um im Herzen der Ausstellung selbst zu spielen. Zudem findet am Samstag, den 14. Februar, ein Schachturnier statt, das nur nach Anmeldung besucht werden kann, in Zusammenarbeit mit Blitz Society. Diese Öffnung zur Praxis setzt die Auseinandersetzung der Künstler fort und erinnert daran, dass das Schachspiel vor allem eine geteilte Erfahrung ist. Die Ausstellung versteht sich daher als ein Treffpunkt zwischen Kunstgeschichte, spielerischer Praxis und zeitgenössischer Perspektive – sie lässt den Besucher frei, das Spiel nach eigenen Regeln weiterzuspielen.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 31. Januar 2026 bis 28. Februar 2026
Standort
Galerie Perrotin
76 rue de Turenne
75003 Paris 3
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Tarife
Kostenlos
Offizielle Seite
www.perrotin.com
Weitere Informationen
Geöffnet von Dienstag bis Samstag, jeweils von 10 bis 18 Uhr.























