Sie fahren durch Porte de Bagnolet und stoßen auf zwei große Zwillingstürme mit New Yorker Anmutung? Willkommen vor den Mercuriales, diesen mysteriösen Wolkenkratzern, die Autofahrer und ihre Fahrgäste manchmal faszinieren. Woher kommen sie, wozu dienen sie und warum stehen sie hier einfach so herum? Wir erzählen es Ihnen.
Les Mercuriales, das sind diese beiden großen verglasten Türme, die im Osten von Paris direkt an der Ausfahrt der Peripherie auftauchen. Ein bisschen so, als hätte jemand versucht, Manhattan in Bagnolet zu kopieren und einzufügen. Sie wurden in den 1970er Jahren gebaut und sollten ein großes Geschäftsviertel initiieren, das schließlich nie gebaut wurde. Seitdem faszinieren und irritieren sie immer noch.
Denken Sie bei ihren Namen an eine Medikamentenmarke oder einen Planeten? Sie heißen Levant (im Osten) und Ponant (im Westen) und bilden zusammen die Mercuriales Towers. Wie sehen sie aus? Direkt vom World Trade Center in New York inspiriert, nichts anderes. Die Idee: Ein neues Geschäftsviertel im Osten von Paris zu schaffen, um das La Défense-Viertel im Westen auszugleichen. Ambitioniert, oder?
Das Projekt schien vielversprechend, aber man hatte nicht mit der Ölkrise von 1973 gerechnet, die alles abrupt stoppte. Das Ergebnis: Die beiden Türme wurden zwar gebaut, aber der Rest des Viertels wurde nie fertiggestellt. So stehen sie nun etwas einsam über dem Autobahnkreuz wie zwei große Wachen an der Peripherie.
Lange Zeit waren in den Mercurials hauptsächlich Büros untergebracht. Doch nun stehen sie vor einem großen Umbruch. Bis 2027 sollen sie komplett umgebaut werden:
Der Ponant-Turm wird zu einem Hotel mit 750 Zimmern, Rooftop, Restaurant und Panoramablick umgebaut.
Der Levant-Turm hingegen wird in ein Wohnheim für junge Berufstätige und Studenten umgewandelt, mit Fitnessstudio, Coworking und Geschäften.
Eine echte Frischzellenkur für diese Glasgiganten, die einen zweiten Frühling dringend nötig hatten.
Sie sind auch wegen ihrer futuristischen Architektur im Stil der 70er Jahre so faszinierend. Sie sind bis zum Dach 114 Meter hoch (mit Antennen bis zu 175 Meter) und mit spiegelblauem Glas verkleidet, das den Himmel und die Stadt reflektiert. Ihr Gerüst ruht auf einem zentralen Kern, eine Technik, die es ermöglicht, die Stockwerke nach Belieben zu gestalten. Kurzum: Damals war es das Nonplusultra der modularen Büros.
Nicht so sehr! Die Mercuriales-Türme sind eine Mischung aus urbaner Utopie, architektonischem Fehlschlag und angekündigter Renaissance. Während sie auf ihre Umwandlung warten, dominieren sie weiterhin die Einfahrt nach Paris wie zwei verglaste, ungewöhnliche und faszinierende Wächter.
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Standort
Die Mercurial-Türme
40 Rue Jean Jaurès
93170 Bagnolet
Zugang
Metro Porte de Bagnolet (Linie 3)















