Im Suresnes, in den Hauts-de-Seine (92), wirkt das Englische Dorf wie eine kleine britische Vorstadt, die man aus der Île-de-France in eine Seitenstraße des englischen Uferufers versetzt hat. Mit seinen Reihenhäusern, Backsteinfassaden, schrägen Dächern und Holzelementen zieht diese kleine architektonische Ansammlung alle Blicke auf sich. Nahe der Avenue de la Belle-Gabrielle und unweit der Seine eingebettet, hebt es sich deutlich vom urbanen Umfeld ab und bildet eine charmante, unerwartete Szenerie.
Sein Erscheinungsbild erinnert stark an die englischen Wohnsiedlungen, sodass der Name, unter dem der Ort heute noch bekannt ist, entstanden ist. Denn "Village Anglais" war vermutlich nie die offizielle Bezeichnung des ursprünglichen Projekts, sondern eher ein Spitzname, der im Laufe der Zeit entstand. Das Viertel wirkte für Einheimische und Spaziergänger wie eine kleine englische Gasse.
Das Villaggio inglese wurde Anfang der 1920er Jahre erbaut und 1923 auf dem Gelände der ehemaligen Meunier-Tintenschule fertiggestellt. Das Projekt fällt in eine Zeit des Wandels in Suresnes, als ehemalige Industriestandorte schrittweise in Wohnviertel umgewandelt wurden. Hinter seinen malerischen Fassaden erzählt dieses kleine Ensemble daher auch die Geschichte einer sich verändernden Stadt – zwischen Arbeitertradition und wachsendem Wohngebiet.
Er ist keine exakte Nachbildung eines britischen Viertels, sondern vielmehr eine französische Interpretation dieses populären Fantasiekonzepts aus der damaligen Zeit. Genau darin liegt wohl sein Reiz: Es ist kein bloßer Abbild Englands, sondern eine kreative Adaption, die bestimmte Elemente aufgreift, um eine elegante, kulturferne und sofort erkennbare Atmosphäre zu schaffen.
Noch heute zählt dieses kleine architektonische Ensemble zu den attraktivsten Denkmälern von Suresnes und bleibt eine faszinierende Schmuckstück der Geschichte.
Diese Seite kann KI-gestützte Elemente enthalten, weitere Informationen finden Sie hier.















