Wenn man Ihnen sagt, dass das größte Rathaus Frankreichs in der Île-de-France liegt, würden die meisten wahrscheinlich spontan an das Hôtel de Ville von Paris denken. Doch das Gebäude, das häufig für diese Bezeichnung genannt wird, befindet sich nicht in der Hauptstadt selbst, sondern in einer anderen Gemeinde in der Region Île-de-France.
Seit mehreren Jahrzehnten wird das Rathaus von Gennevilliers in den Hauts-de-Seine immer wieder als größtes Rathaus Frankreichs bezeichnet. Diese Behauptung findet sich in zahlreichen Artikeln, lokalen Dokumenten und Stadtgeschichten wieder. Errichtet in den 1960er und 1970er Jahren, unterscheidet sich das Rathaus von Gennevilliers deutlich von einem traditionellen Rathausbau. Hier entdeckt man ein weitläufiges Verwaltungszentrum, das auf einem außergewöhnlich großen Grundstück errichtet wurde.
Das Projekt folgt einer klaren Strategie: eine Vielzahl municipalischer Dienste an einem einzigen Standort zu bündeln – in einer Stadt, die ein rapides Bevölkerungs- und Industriewachstum erlebt. Diese Organisation führt zu einem weitläufigen, funktionalen Gebäude, das vor allem als Arbeitsmittel konzipiert ist, bevor es zum architektonischen Wahrzeichen wird. Genau diese beeindruckende Fläche und Weite machen die Stadthalle von Gennevilliers häufig zur Bezeichnung größtes Rathaus Frankreichs.
Doch diese Bezeichnung basiert auf einem ganz bestimmten Kriterium: die Gesamtfläche und die Ausdehnung des Standorts. Und hier beginnt die Diskussion erst richtig. Denn eine weitere Kommunalverwaltung in der Île-de-France hebt sich ebenfalls durch ihre Größe hervor: die von Créteil im Département Val-de-Marne.
Eröffnet in den 1970er Jahren, setzt das Rathaus von Créteil auf einen ganz neuen Ansatz. Hier steht nicht die klassische Monumentalität im Vordergrund, sondern die Vertikalität. Das Gebäude besteht unter anderem aus einem 75 Meter hohen Verwaltungsrampe, der an einen kreisförmigen Sockel anschließt, der den Bürgerinnen und Bürgern offensteht.
Als zentrales Verwaltungszentrum konzipiert, in einer Stadt, die zur Präfektur wurde, vereint das Rathaus von Créteil an einem Ort ein beachtliches Bauvolumen und eine Vielzahl von Ämtern. Aufgrund seiner Dimensionen, Höhe und Verwaltungskapazitäten wird es manchmal ebenfalls als das größte Rathaus Frankreichs bezeichnet.
Eigentlich verkörpern Gennevilliers und Créteil zwei unterschiedliche Wege, “die Größte” zu sein: Gennevilliers durch seine Fläche am Boden, Créteil durch sein Bauvolumen und seine Höhe. Es gibt daher keinen einheitlichen offiziellen Titel, der eine endgültige Einordnung ermöglicht. Der Vergleich hängt vom jeweiligen Kriterium ab, weshalb diese beiden Städte in dieser Anekdote immer wieder genannt werden.
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