In Coulommiers, mitten im Herzen der Brie, bleibt eine außergewöhnliche architektonische Anlage erhalten, die in Frankreich kaum ihresgleichen findet: die Komturei der Templer. Dieses historische Gelände aus dem 12. Jahrhundert ist begehbar und entführt Besucher in die Geschichte des Tempelordens.
Wenn man an Tempelritter denkt, hat man sofort Ritter in Rüstungen, versteckte Schätze und Geheimnisse aus vergangenen Zeiten vor Augen. Doch hinter den Mythen verbirgt sich die Geschichte, und in Coulommiers lässt sie sich in Stein entdecken. Die Tempelritterschaft.-Kommanderie, die um 1173 gegründet wurde, ist ein beeindruckendes Beispiel für die Organisation der Tempelritter in Frankreich.
Gegründet im Jahr 1119 in Jerusalem, bestand der Tempelord – auch bekannt als Orden der Armen Ritter Christi – ursprünglich darin, die Pilger auf ihrem Weg ins Heilige Land zu schützen. Schon bald erhielten diese Mönchsritter die Unterstützung des Papstes und der Mächtigen jener Zeit. Sie entwickelten sich zu einer gefürchteten Militärmacht, beteiligt an den Kreuzzügen, aber auch zu einem bedeutenden logistischen und finanziellen Netzwerk. In Europa gründeten sie Kommendien, befestigte Bauernhöfe, die die Ressourcengewinnung und -verwaltung zur Unterstützung der Einsätze im Osten ermöglichten. Die Kommende von Coulommiers ist eines der wichtigsten Glieder dieses Templer-Netzwerks.
In Coulommiers ist die Kommende rund um einen großen rechteckigen Hof angelegt. Auch heute findet man dort noch:
Die Zehntscheune, in der die Ernte und Naturalzahlungen aufbewahrt wurden
Ein imposanter Taubenschlag, ein Symbol für Wohlstand und Ansehen
Der Kommendatenhof, die Residenz des örtlichen Verantwortlichen
Eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Anna, verziert mit mittelalterlichen Fresken
Jedes Gebäude erfüllte eine bestimmte Funktion im Management des Anwesens. Insgesamt bildete es eine autarke landwirtschaftliche Anlage, die dazu diente, Nahrungsmittel zu produzieren, Reisende zu beherbergen, Steuern zu erheben und gelegentlich als Ort der spirituellen Einkehr zu dienen.
Dieses kulturelle Erbe ist nur zu bestimmten Jahreszeiten für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Templerkommende in Coulommiers öffnet Besucher von März bis Oktober, mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr sowie an Wochenenden von 11 bis 17 Uhr. Während der Wintermonate, von Ende Oktober bis Ende Februar, bleibt die Anlage geschlossen.
Und natürlich darf man bei einem Blick auf die Templer nicht den Myth um den verlorenen Schatz außer Acht lassen – jene legendäre Beute, die König Philipp der Schöne zu stehlen versuchte, bevor alles in den Nebeln der Geschichte verschwand... Und laut manchen Theorien könnte sie immer noch in den verborgenen Ecken von Kommenden wie jener in Coulommiers versteckt sein. Denn ja, auch wenn die Kommende von Coulommiers heute in ruhiger Eintracht daliegt, umgeben von Geheimnissen. Nach der plötzlichen Auflösung des Ordens im Jahr 1312 gingen viele Unterlagen verloren, und Legenden entstanden. Manche flüstern noch immer, dass die Templer Schätze oder Manuskripte in den Mauern ihrer Kommenden versteckt hätten.
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Standort
Die Kommende von Coulommiers
1 Avenue Foch
77120 Coulommiers
Offizielle Seite
www.coulommiers.fr















