Hier steht das bedeutendste Monument der Megalithkultur in der Île-de-France

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Aktualisiert am 5. Februar 2026 um 20:41
Im Val-d’Oise, in der Île-de-France, verbirgt sich ein weniger bekannter Steinriese: der Türkisstein. Als bedeutendes Megalithmonument der Region fasziniert dieses liegende Menhir durch seine imposanten Maße, seine neolithische Vergangenheit und die zahlreichen Legenden, die sich um ihn ranken. Ein kulturelles Highlight, das bei einem Spaziergang an der Torregion von Paris entdeckt werden möchte.

Und was, wenn der bedeutendste Zeuge der vorhistorischen Zeit in der Île-de-France direkt unter Ihren Füßen liegt, verborgen an einer unauffälligen Wegbiegung im Val-d’Oise? Wenige Spaziergänger sind sich dessen bewusst, doch die Region beherbergt ein megalithisches Monument von außergewöhnlicher Bedeutung: die Türkis-Stein. Sie gilt oftmals als größter Megalith der Region.

Der türkisfarbene Stein – in alten Texten manchmal auch Turquoisestein genannt – ist ein Menhir, also ein großer Stein, den die Menschen des Neolithikums aufrecht aufstellten. Heute liegt er am Boden, befindet sich im Département Val-d’Oise in der Gemeinde Saint-Martin du Tertre.

Aus lokalem Sandstein gefertigt, hebt sich dieses Monument durch seine unübertroffenen Maße in der Region hervor: etwa fünf Meter lang, fast zwei Meter hoch und auf über 100 Tonnen geschätzt. Auf Pariser Ebene ist kein anderes bekanntes Megalithdenkmal so massif, was ihm regelmäßig den Titel des bedeutendsten megalithischen Denkmals in der Île-de-France verleiht.

Wie viele prähistorische Denkmäler ist auch die Bedeutung des Türkis-Steins umstritten. Archäologen sind sich einig, dass er aus der Jungsteinzeit stammt – also mehrere Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung, zu einer Epoche, in der sich die ersten landwirtschaftlichen Gemeinschaften dauerhaft ansiedelten.

Der Türkistein gilt heute als das typische Beispiel für Grabfunde, die mit der Kultur von Seine-Oise-Marne (SOM) in Verbindung gebracht werden. Dabei handelt es sich um eine neolithische Kultur, die zwischen 3500 und 2800 v. Chr. im Pariser Becken florierte.

Diese Kultur zeichnet sich unter anderem durch folgende Merkmale aus:

  • kollektive

  • monumentale Grabarchitektur aus Stein,

  • eine ausgeprägte soziale Strukturierung rund um die Grabriten.

Die heute sichtbare Platte soll über einer Kollektivanlage für Begräbnisse gelegen haben, in der mehrere Personen nacheinander beigesetzt wurden. Während die Bestattungsfunktion des Monuments heute allgemein anerkannt ist, ist die genaue Struktur des Grabes, die Zahl der Begrabenen sowie die Dauer der Nutzung des Ortes noch immer nur teilweise bekannt. Die dazugehörigen Nebengebäude sind im Lauf der Zeit verloren gegangen.

Gute Nachrichten für Neugierige und Liebhaber des Kulturerbes: Der Türkisstein ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Inmitten der Natur gelegen, lässt er sich bei einem Spaziergang entdecken, oft abseits der touristischen Hauptwege. Dennoch ist der Ort unbefestigt: Es gibt keine Hinweisschilder oder ausgebaute Wege. Deshalb empfiehlt es sich, feste Schuhe zu tragen, das geschützte Denkmal zu respektieren und die Ruhe des Ortes zu bewahren.

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Praktische Informationen

Standort

pierre turquaise
95270 Saint Martin du Tertre

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