Diese wenig bekannte Pariser Kirche ist zu Frankreichs größtem Grabmal geworden

Von Graziella de Sortiraparis · Fotos von Cécile de Sortiraparis · Aktualisiert am 18. Februar 2026 um 13:35
Dieses riesige Steindom verbirgt eines der bewegtesten Schicksale der Hauptstadt. Ursprünglich als die prächtigste Kirche von Paris geplant, wurde das Pantheon schließlich in eine nationale Ruhestätte umgewandelt. Erfahren Sie, wie aus einem religiösen Heiligtum das größte Grab Europas wurde, das den bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Geschichte gewidmet ist.

Dominant la montagne Sainte-Geneviève im Quartier 5 beherbergt dieses beeindruckende Bauwerk, das eine bewegte Vergangenheit verbirgt. Ursprünglich als die prächtigste Kirche Paris’ gedacht, wurde der Panthéon schließlich vom Altarraum zum Ruhestätte großer Persönlichkeiten der Geschichte umfunktioniert. Eine faszinierende Reise durch die erstaunliche Transformation dieses Heiligtums, das heute als säkularer Tempel der Republik dient.

Die Geschichte eines königlichen Versprechens

Alles beginnt mit einem Versprechen. Im Jahr 1744 schwört der kränkliche König Ludwig XV., genesen zu sein, wenn er eine großartige Kirche zu Ehren der Heiligen Genoveva errichten lässt. Der Architekt Jacques-Germain Soufflot entwirft damals ein Meisterwerk, das die Leichtigkeit des Gothic und die Pracht der Antike miteinander verbindet. Doch die Bauarbeiten ziehen sich über Jahrzehnte hin, und als schließlich die Kuppel fertiggestellt ist, hat die Französische Revolution bereits die Monarchie hinweggefegt.

Ein architektonischer Wetterhahn

Im Jahr 1791 erfuhr das Bauwerk einen radikalen Wandel seiner Bestimmung. Es war nicht mehr dazu da, Gott anzubflehen, sondern um die "Großen Männer" zu ehren. Aus der Kirche wurde das Panthéon. Dennoch durchlebte das Gebäude fast ein Jahrhundert lang eine Identitätskrise: Es wechselte mehrfach seinen Zweck. Erst 1885, bei den imposanten Beerdigungsfeiern für Victor Hugo, wurde es endgültig und offiziell zur Nekropole, die wir heute kennen.

Ein Heiligtum unter unseren Füßen

Wenn die Kathedrale durch ihr Volumen und den Foucaultschen Pendel beeindruckt, verbirgt sich der wahre Grab im Untergeschoss. Die Krypta, ein riesiges Labyrinth aus Stein, beherbergt heute die Überreste von Voltaire, Rousseau, Émile Zola, Simone Veil und Joséphine Baker. Hier schlägt das Herz der französischen Erinnerung, in einem Bereich, der ursprünglich nur eine Mönchskrypta sein sollte.

Wenn Sie nach der Intimität einer kleinen Nachbarschaftskirche suchen, wird diese längst nicht mehr existieren. Die Erhabenheit der Gewölbe und die ehrwürdige Stille der Krypta im Pantheon könnten Ihnen eher einen kleinen Schauer der Einsamkeit versetzen — dort, wo Zugluft und Erinnerungen gleichermaßen umherziehen.

Praktische Informationen

Standort

Place du Panthéon
75005 Paris 5

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Zugang
Metro: Luxembourg / Cardinal Lemoine / Maubert Mutualité

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