Unter dem Park dieses Schlosses verbirgt sich ein erstaunlicher Eiskeller, der mehrere Jahrhunderte alt ist.

Von Laurent de Sortiraparis · Aktualisiert am 7. Juli 2026 um 17:45
Unter dem Park dieses Schlosses versteckt sich eine seltene unterirdische Eiskelleranlage, die früher dazu diente, Eis das ganze Jahr über zu bewahren. Ein erstaunliches Zeugnis, das die Geschichte dieses Anwesens ergänzt, zwischen dem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, dem Landschaftspark und dem Alltags­erbe.

Bevor man überhaupt das Schloss erspäht, setzt der Park den Ton. Zwischen bemerkenswerten Bäumen, gepflegten Alleen und einem schlangenförmigen Fluss präsentiert das Domaine Cadet de Vaux ein unerwartetes Gesicht im Herzen von Franconville, im Val-d'Oise. Mit dem Label Regionales Kulturerbe und seiner Eishaus erzählt dieses weitläufige Ensemble fast drei Jahrhunderte Geschichte, von den ersten Sommerhäusern der Bourgeoisie bis zu den landschaftsgärtnerischen Anlagen, die das Gelände geformt haben.

Der Schlossname hat nichts mit seinem Erbauer zu tun. Das Anwesen wurde um 1758 für die Familie Becquet, englischen Ursprungs, errichtet, die hier einen geordneten Garten und einen weiten Park anlegen ließ. Erst am Ende des XVIII. Jahrhunderts geht es in den Besitz von Antoine-Alexis Cadet de Vaux, Apotheker, Chemiker, Erfinder und Gründer des Journal de Paris, der als erstes französisches Tagesblatt gilt. Eine Persönlichkeit, die sich in Fragen der Hygiene und der öffentlichen Gesundheit engagierte; er hinterließ seinen Namen am Anwesen, der es bis heute trägt.

Der Reiz der Anlage liegt sowohl in ihrer Architektur als auch in den Elementen, die sie umgeben. Mit schlichten neoklassizistischen Linien verkörpert das Schloss den Geist der Landsitze des 18. Jahrhunderts, die eher der ländlichen Idylle als der Machtdemonstration dienten. Der Park-Arboretum bewahrt zahlreiche seltene Baumarten, während die Eiskeller, wahrscheinlich im 16. Jahrhundert erbaut und 1965 wiederentdeckt, zu den bemerkenswertesten Bauwerken des Anwesens gehört. Dreiviertel unter der Erde verborgen und oval geformt, diente sie dazu, das Eis das ganze Jahr über zu lagern – lange vor der Erfindung des Kühlschranks.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Anwesen mehrfach den Eigentümer, bevor es zu einer kommunalen Einrichtung wurde. Ist das Schloss für Besucher nicht geöffnet, ist der Park heute öffentlich zugänglich und bietet einen angenehmen Ort zum Spazieren. Zwischen Landsitz, Arboretum und einem originellen Zeugnis der Konservierungstechniken für Lebensmittel eröffnet das Ensemble einen faszinierenden Einblick in das alltägliche Leben und den Lebensstil des 18. und 19. Jahrhunderts.

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