Auf den Spuren von Johnny Hallyday in Paris: Orte, die man entdecken sollte

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Fotos von Caroline de Sortiraparis · Aktualisiert am 20. Juli 2026 um 13:47
Von den Anfängen des jungen Jean-Philippe Smet bis zu den heutigen Hommagen, die man ihm zollt, ist Paris voller Orte voller Erinnerungen an Johnny Hallyday. Wir nehmen Sie mit auf die Spuren der Rockikone, der zur Ikone einer ganzen Generation geworden ist!

In Paris ist Johnny Hallyday nie wirklich weit weg. Man muss nur die Augen zu einer Gedenktafel heben oder die Tür eines Veranstaltungsortes öffnen, um ein Stück seines Lebens wiederaufleben zu sehen. Bevor es volle Stadien, Motorräder, Gitarren und maßlose Konzerte gab, gab es doch einen Jungen namens Jean-Philippe Smet. Seine Pariser Geschichte beginnt in einer unscheinbaren Straße im 9. Arrondissement und setzt sich fort in die Tempel des Rock, in große Aufnahmestudios und in die beeindruckendsten Säle der Hauptstadt. Ein idealer Spaziergang, um Schritt für Schritt die Geburt einer Ikone zu verfolgen.

Johnny Hallyday, nos photos de l'expo à ParisJohnny Hallyday, nos photos de l'expo à ParisJohnny Hallyday, nos photos de l'expo à ParisJohnny Hallyday, nos photos de l'expo à Paris

Rue de la Tour-des-Dames: Jean-Philippe Smetts junge Jahre

Vor Johnny gab es also Jean-Philippe. Der zukünftige Sänger verbrachte einen Teil seiner Kindheit in der 13, rue de la Tour-des-Dames, im 9e Arrondissement, bei seiner Tante Hélène Mar und seinen Cousinen Desta und Menen. In jener Welt, die von Künstlern, Tänzern und Auftritten geprägt ist, entdeckt der junge Mann früh die Lust am Theater. Er wird außerdem von Lee Halliday geprägt, dem Partnern seiner Cousine Desta, einem amerikanischen Künstlern, der sein Vorstellungsvermögen nährte. Sein Künstlername wird sich schließlich von diesem Nachnamen ableiten; einem späteren Rechtschreibfehler ist es zu danken, dass ein zweites „y“ hinzugefügt wird. Heute erinnert eine Gedenktafel an die Präsenz des Sängers in dieser eleganten und ruhigen Straße. 

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Das Golf-Drouot: Als Paris den Rock'n'Roll entdeckte

Weiter geht es in die Rue Drouot, nur wenige Gehminuten entfernt. Dort stand das legendäre Golf-Drouot, das oft als Tempel des französischen Rocks bezeichnet wurde. Ursprünglich war der Ort ein Minigolf im Obergeschoss eines Cafés. Doch Ende der 1950er Jahre gaben die Golfschläger allmählich dem Platz frei für amerikanische Platten, E-Gitarren und junge Leute, die davon träumten, Elvis Presley nachzueifern.

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Johnny gehört dort zu einer ganzen Generation zukünftiger Künstler. Eddy Mitchell, Dick Rivers und zahlreiche aufstrebende Gruppen kommen durch diesen Saal, der zu einer Legende geworden ist. Man kommt hierher, um Songs zu hören, die in Frankreich noch selten sind, an Wettbewerben teilzunehmen und Rock zu tanzen. Das Golf-Drouot existiert heute nicht mehr, doch eine Gedenkplatte markiert seinen früheren Standort in der Rue Drouot 2.

L’Olympia: Johnny tritt in die Königsklasse ein

Nur wenige Straßen weiter setzt sich die Reise im l’Olympia fort. Für Johnny Hallyday bedeutet dieser Saal viel mehr als nur eine Etappe: Er begleitet fast die gesamte Karriere. Er tritt dort bereits zu Beginn der 1960er-Jahre auf und kehrt immer wieder dorthin zurück. Das l’Olympia wird zu einem der Orte, an denen das Johnny-Phänomen wirklich sein volles Ausmaß annimmt.

Der Saal bleibt dennoch im Vergleich zu den später von ihm gefüllten Stadien eher intim. Das Olympia markiert damit eine Wende. Der Junge von der Rue de la Tour-des-Dames ist nicht mehr nur die Jugend-Ikone. Er etabliert sich dauerhaft unter den großen Gestalten der französischen Chanson.

Im Davout-Studio: Johnny am Mikrofon

Lassen wir das Rampenlicht hinter uns und begeben uns ins 20. Arrondissement zum Studio Davout, einem weiteren mythischen Ort der Pariser Musikkultur. Jahrzehntelang hat dieses Studio unzähligen französischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne geboten. Sein großer Saal und die herausragende Akustik machen Aufnahmen von Orchestern ebenso möglich wie von Chanson-, Pop- oder Rock-Alben.

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Johnny Hallyday hat dort im Laufe seiner Karriere ebenfalls gearbeitet. Man erzählt sich oft, dass er bei den Aufnahmen eine fast instinktive Energie besaß. Das Studio Davout schloss seine Türen im April 2017 – nur wenige Monate vor dem Tod der berühmten Rockikone.

Bercy: Johnnys spektakuläres Spielfeld

Als er in Bercy ankommt, steigt Johnny auf eine andere Dimension um. Das Palais Omnisports wird zu einer seiner Lieblingsspielstätten und zur Kulisse für zahllose Konzerte. Hier gilt nicht nur ein Mikrofon in der Bühnenmitte. Johnny liebt spektakuläre Auftritte, Motorräder, Catwalks, Flammen, riesige Screens und Bühnenbilder, die eine Konzerthalle in eine echte Kinobühne verwandeln können. Im Laufe der Tourneen werden seine Shows immer ehrgeiziger. Die Techniker müssen manchmal echte Höchstleistungen vollbringen, um seine Ideen zum Leben zu erwecken.

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Parc des Princes: der glanzvolle Auftakt in das Stadionzeitalter

Im Jahr 1993 feiert Johnny Hallyday seinen 50. Geburtstag im Parc des Princes. Aus Anlass der Feier geht er keine halben Sachen ein. Seine Ankunft ist legendär: Der Sänger bahnt sich den Weg durch das Publikum, um die Bühne zu erreichen. Das Konzert wird rasch zu einem der markantesten Momente seiner Karriere. Die Show ist gigantisch, basiert aber auch auf einer einfachen Idee: Johnny feiert seinen Geburtstag im Kreise seines Publikums. 

La PSG Expérience au Parc des PrincesLa PSG Expérience au Parc des PrincesLa PSG Expérience au Parc des PrincesLa PSG Expérience au Parc des Princes

Stade de France: Höher und größer denn je

Nach dem Parc des Princes tritt Johnny noch größer auf. Im Jahr 1998 betritt er das Stade de France, das erst wenige Monate zuvor eröffnet wurde. Die Konzerte müssen sich jedoch mit einem ausgesprochen launischen Wetter arrangementieren. Einige Termine werden wegen heftiger Regenfälle verschoben, doch Johnny steigt schließlich doch auf die Bühne und liefert ein monumentales Spektakel.

Seine Ankunft per Hubschrauber gehört zu den eindrucksvollsten Bildern dieser Konzerte. Über der Bühne schwebend taucht er in die Luft auf, ehe er sich dem Publikum zuwendet. Johnny kehrte später ins Stade de France zurück, vor allem 2009, auf seiner Tour, die als Abschiedstour von der Bühne angekündigt war. Ein Versprechen, das er letztlich kaum zu halten vermochte: Wenn man Konzerte so liebt, das Mikrofon endgültig beiseitezulegen, ist nicht ganz einfach.

Von den Champs-Élysées zur Madeleine: Die bewegende Huldigung von 2017

Am 9. Dezember 2017 verändert sich das Gesicht von Paris. Wenige Tage nach dem Tod von Johnny Hallyday versammelte sich eine enorme Menschenmenge, um dem Sänger die letzte Ehre zu erweisen. Der Trauerzug rollt die Champs-Élysées hinunter, begleitet von Hunderten Motorradfahrern. Entlang der Route klatschen die Fans Beifall, singen und schwenken Porträts. Manche waren von weit her angereist, um Abschied zu nehmen von dem Mann, dessen Lieder ihre Jugend, ihre Liebesgeschichten oder Autofahrten begleitet hatten.

L'église de la Madeleine, de nouveau en travaux en 2026L'église de la Madeleine, de nouveau en travaux en 2026L'église de la Madeleine, de nouveau en travaux en 2026L'église de la Madeleine, de nouveau en travaux en 2026

Die Zeremonie geht weiter in der Madeleine-Kirche, im Kreise seiner Familie, seiner Freunde, zahlreicher Persönlichkeiten und Vertreterinnen und Vertreter des Staates. An diesem Tag gedenkt die Hauptstadt nicht nur eines Sängers. Sie huldigt einem Künstler, der in das kollektive Gedächtnis eingegangen ist.

Die Esplanade Johnny-Hallyday: eine Gitarre und ein Motorrad als Symbol

Seit 2021 trägt der Vorplatz von Paris-Bercy den Namen Esplanade Johnny-Hallyday. Die Wahl des Ortes scheint naheliegend: Bercy hat eine zentrale Rolle in der Karriere des Sängers gespielt. Die Esplanade beherbergt zudem ein Werk von Bertrand Lavier mit dem Titel „Quelque chose de…“, eine Anspielung auf das berühmte Lied Quelque chose de Tennessee.

Journée d'hommages à Johnny Hallyday ce mardi: esplanade, statue, concert... le programme à ParisJournée d'hommages à Johnny Hallyday ce mardi: esplanade, statue, concert... le programme à ParisJournée d'hommages à Johnny Hallyday ce mardi: esplanade, statue, concert... le programme à ParisJournée d'hommages à Johnny Hallyday ce mardi: esplanade, statue, concert... le programme à Paris

Entgegen dem, was manche Besucher vermuten, handelt es sich nicht um eine Statue von Johnny. Das Werk besteht aus einem riesigen Gitarrenhals, auf dem eine Harley‑Davidson thront, die dem Sänger gehörte. Bei seiner Aufstellung löste das Werk gemischte Reaktionen aus. Einige Bewunderer hätten sich eine klassischere Darstellung ihres Idols gewünscht. Andere schätzten diese symbolische Wahl, die zwei untrennbare Elemente seines Images vereint: Rockmusik und Motorrad.

Heute kommen Fans regelmäßig dorthin, um zu gedenken, Blumen niederzulegen oder ein Foto zu machen. Die Route kann hier enden, vor dieser skurrilen Gitarre, die in den Himmel zu ragen scheint.

Aus der friedlichen rue de la Tour-des-Dames zu den gewaltigen Bühnen des Stade de France erzählt Paris die ganze Entwicklung von Johnny Hallyday. Die Geschichte eines Kindes, das von Künstlern umgeben war, sich zum Rockhelden mauserte und schließlich zu einer populären Figur wurde, die weit über die Musik hinaus gefeiert wird. Ein erinnerungsreicher Spaziergang, bei dem im Hintergrund Gitarrenklänge zu hören sind.

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