Bei einem Spaziergang in der Nähe des Eiffelturms oder des Museums Quai Branly fällt sie unübersehbar ins Auge. Mit ihren fünf goldenen Kuppeln zieht die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit von Paris alle Blicke auf sich. Trotzdem hört man oft dieselbe Frage: kann man diese russische Kathedrale in Paris besichtigen? Viele Spaziergänger zögern, durch die Türen zu gehen, weil sie denken, es handle sich um einen Privatort, eine Botschaft oder ein Gebäude, das der orthodoxen Gemeinschaft vorbehalten sei. Und doch: Diese eindrucksvolle Kathedrale ist durchaus öffentlich zugänglich.
Gelegen am 1 quai Jacques-Chirac, im 7ᵉ arrondissement, wurde die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit 2016 eingeweiht. Ihre zeitgenössische Architektur, entworfen von Jean-Michel Wilmotte, hebt sich deutlich von den haussmannischen Monumenten ab, die sie umgeben.
Seine fünf Kuppeln, mit Blattgold bedeckt, erinnern sofort an die großen Kathedralen von Moskau oder von Sankt-Petersburg. Viele Touristen halten hier inne, um das Bauwerk zu fotografieren, während sich zahlreiche Pariser weiterhin fragen, wofür es gut ist. Klar ist: Der Komplex beherbergt auch ein russisches Kulturzentrum, eine Schule und mehrere Verwaltungsgebäude. Dieser Aufbau kann den Eindruck erwecken, dass es sich um einen für die Öffentlichkeit geschlossenen Raum handelt.




Die Antwort lautet ja. Entgegen der landläufigen Meinung ist die Kathedrale jeden Tag kostenlos für Besucher zugänglich, außerhalb der liturgischen Gottesdienste. Jeder kann hinein gehen, um die Architektur zu bewundern, die orthodoxe Tradition kennenzulernen oder einfach die Ruhe zu genießen, die im Inneren herrscht.
Für diejenigen, die noch mehr erfahren möchten, eine geführte Besichtigung wird jeden Tag um 16 Uhr angeboten, ohne Voranmeldung für Einzelbesucher. Gruppen können ebenfalls eine spezielle Führung buchen.
Wenn die Fassade schon beeindruckt, hält auch der Innenraum Überraschungen bereit. Der Blick zählt sofort auf die majestätische Ikonostase, diese hohe Wand, die mit Ikonen bedeckt ist und den Hauptkirchenraum vom Heiligtum trennt. Als emblematisches Element der orthodoxen Kirchen gehört sie zu den markantesten Unterschieden zu französischen katholischen Kirchen.
Die Wände werden nach und nach mit Fresken geschmückt, die sich an der byzantinischen Tradition orientieren, während die zahlreichen Ikonen das Leben Christi, der Heiligen Jungfrau Maria und der meist verehrten Heiligen im orthodoxen Christentum erzählen. Hier gibt es keine Bänke wie in den meisten katholischen Kirchen: Die Gläubigen verfolgen die Gottesdienste in der Regel stehend – eine Tradition, die dem Orthodoxen verhaftet ist.
Es ist unmöglich, den Ort zu verlassen, ohne den Blick zu den fünf Kuppeln zu richten, die das Viertel überragen. Sie sind mit über 90.000 Blattgoldplatten bedeckt, auf eine leichte Verbundstruktur aufgebracht. Diese Technik sorgt für eine außerordentliche Ausstrahlung, ohne das Gewicht der Kuppeln zu erhöhen.
Weniger bekannt als Notre-Dame oder die Basilika Sacré-Cœur, lohnt sich ein Abstecher zur Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit. Ihre zeitgenössische Architektur, die orthodoxen Traditionen und die ruhige Atmosphäre machen sie zu einem der originellsten Gottesdienstorte in der Hauptstadt.
Und wenn Sie zu denen gehörten, die dachten, man komme dort nicht hinein, wissen Sie jetzt, dass die Türen weit offen stehen. Eine kostenlose, eindrucksvolle und noch wenig bekannte Besichtigung, die sich bei der nächsten Spazierrunde durch das 7ᵉ arrondissement de Paris entdecken lässt.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 15. Juli 2026 bis 31. Dezember 2027
Standort
Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit
1 Quai Jacques Chirac
75007 Paris 7
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