Kreator sorgt für heiße Stimmung im Pariser Zenith, gemeinsam mit Carcass und Exodus: Wir waren dabei und erzählen euch alles.

Von Caroline de Sortiraparis · Fotos von Caroline de Sortiraparis · Aktualisiert am 25. März 2026 um 18:36
Der Thrash- und Death-Metal stand am Dienstag, den 24. März 2026, im Mittelpunkt des Zénith de Paris. Das bekannte Konzerthaus im 19. Arrondissement der Hauptstadt war an diesem Abend Schauplatz für die deutsche Band Kreator, die von Nails, Exodus und Carcass begleitet wurde. Wir waren Zeugen dieses donnernden Konzerts, das von einer beeindruckenden Pyrotechnik-Show begleitet wurde. Hier berichten wir darüber.

Die Fans extremer Musikrichtungen kommen in Paris definitiv auf ihre Kosten. Jedes Jahr begrüßt die französische Hauptstadt zahlreiche Bands, die den Metal feiern. Demnächst sind unter anderem Saxon, Iron Maiden, Machine Head, System of a Down, Guns N’ Roses und Behemoth in der Stadt der Lichter. Währenddessen versammelten sich die Metalheads am Dienstag, den 24. März 2026, zu einem Doppelkonzert, das die Halle des Zénith de La Villette wirklich zum Beben brachte. Im Programm standen? Das bekannte deutsche Thrash-Label Kreator, die britische Death-Metal-Band Carcass sowie das kalifornische Ensemble, dem auch Kirk Hammett von Metallica angehörte, Exodus. Als krönender Abschluss gab es noch eine vierte Band, Nails (die wir leider verpasst haben), die ebenfalls auf der Pariser Bühne stand.

Exodus – Eine unerschütterliche Verbindung zu den Fans

Wir kommen also zum Veranstaltungsort, um um 19:10 Uhr den Beginn von Exodus zu erleben. Die Bühnengestaltung ist simpel, mit einem schlichten Backdrop im Design ihres letzten Studioalbums "Goliath", das ihre 13. und bislang letzte Platte repräsentiert. Trotz der minimalistischen Bühnenoptik lassen die fünf Kalifornier nicht lange auf sich warten und bringen die Zénith de Paris ordentlich zum Beben. Ihre kraftvollen Thrash-Metal-Riffs lösen schnell die ersten Circle Pits aus, denen noch zahlreiche weitere folgen. Das Publikum ist bereits äußerst euphorisch und ruft den Namen Exodus gegen Ende ihres Sets wiederholt laut aus.

Kreator enflamme le Zénith de Paris aux côtés de Carcass et Exodus : on y était, on vous raconteKreator enflamme le Zénith de Paris aux côtés de Carcass et Exodus : on y était, on vous raconteKreator enflamme le Zénith de Paris aux côtés de Carcass et Exodus : on y était, on vous raconteKreator enflamme le Zénith de Paris aux côtés de Carcass et Exodus : on y était, on vous raconte

Es ist erwähnenswert, dass Rob Dukes, ehemaliger Sänger von Exodus zwischen 2005 und 2014 und seit 2025 wieder mit seinen Bandkollegen vereint, eine beeindruckende stimmliche Kraft zeigt. Sehr sicher auf der Bühne, lässt Dukes es sich nicht nehmen, sogar für mehrere Sekunden an den Saiten von Gary Holts Gitarre zu spielen. Die unbreakbare Verbindung zwischen Exodus und seinem Publikum ist an diesem Dienstagabend deutlich spürbar – eine Freude sowohl für die Ohren als auch für die Augen. Was das Set angeht, hat Exodus natürlich auch einige neue Songs aus dem letzten Album gespielt, doch vor allem setzten sie auf die guten alten Klassiker, darunter den unvergesslichen "The Toxic Waltz", der bereits 1989 veröffentlicht wurde!

Carcass, ein donnernder Auftritt

Anschließend geht es weiter mit Carcass! Die britische Band betritt um 20:15 Uhr die Bühne im Zenith. Hier herrscht eine ganz andere Stimmung, ein anderer Stil. Mit seinem weißen Hemd und den inzwischen kurzen Haaren fällt Sänger und Bassist Jeff Walker etwas aus dem Rahmen des typischen Metal-Images. Der Kontakt zum Publikum ist ebenfalls überschaubarer. Man hätte sich hier sicherlich mehr Austausch und gemeinsame Momente gewünscht. Doch insgesamt wirkt der Auftritt professionell und die Energie des Liverpooler Quartetts ist deutlich spürbar. Die Fans vorne in der Halle lassen nichts anbrennen, springen und moshen begeistert, während Jeff Walkers markante Stimme durch den Saal hallt. Auch wenn der Sound nicht ganz perfekt war, haben wir von Anfang bis Ende mitgerissen!

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Kreator mit beeindruckender Bühnenshow und einem kraftvollen Song-Set

Kurz vor 21:30 Uhr wird im Saal das Stück "Run to the Hills" von Iron Maiden gespielt und kündigt den baldigen Auftritt der Band Kreator auf der Bühne an. Das reicht bereits, um die Stimmung auf den Siedepunkt zu treiben. Dann erlöschen die Lichter. Groß projizierte Bilder von Kampfszenen, Gewalt und Revolte aus der Antike erscheinen auf einem riesigen weißen Vorhang, während das Stück "Eve of Destruction" des amerikanischen Künstlers P.F. Sloan ertönt. Nach etwas über drei Minuten fällt der Vorhang schließlich und gibt die vier Mitglieder von Kreator frei, im Zentrum einer beeindruckenden und äußerst detailreichen Bühnendekoration. Zwei riesige, aufblasbare Dämonen bilden die Gegenseite der Bühne. Das Schlagzeug von Jürgen Reil ist erhöht und zwischen monumentalen Hörnern und dem rauchenden Kopf eines dritten Dämons mit roten Augen positioniert. Auch zombieartige, enthauptete Köpfe, sowie andere Untote sind sowohl auf dem Schlagzeug als auch an den Mikrofonständern von Mille Petrozza, Frédéric Leclercq und Sami Yli-Sirniö sichtbar. Das düstere, blutige Szenario, das für Kreator typisch ist, ist an diesem Dienstagabend in Paris definitiv präsent!

Und Kreator lassen es nicht lange auf sich warten, bis auf der Bühne Flammen emporlodern, Co2-Maschinen zum Einsatz kommen und Konfetti in die Luft geschossen wird, während im Saal der titelgebende Track "Seven Serpents" aus dem aktuellen Album "Krushers of the World" erklingt. Beim Song "Enemy of God" erschaffen die Musiker eine beeindruckende Wall of Death, die auf Initiative von Mille Petrozza entsteht. Als Gründer und einziges Originalmitglied in der Band, zusammen mit Schlagzeuger Jürgen Reil, zeigt Mille Petrozza während des gesamten Sets eine enge Verbindung zum Pariser Publikum. Besonders bemerkenswert ist, dass die Band seit 2019 den französischen Bassisten und Gitarristen Frédéric Leclercq in ihren Reihen hat, der bereits bei der britischen Power-Metal-Band DragonForce spielte und auch bei Sinsaenum aktiv ist.

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Auf der Bühne herrscht gute Laune, und die Energie der vier Mitglieder lässt im Verlauf des Abends nicht nach. Mit voller Kraft interpretieren sie kraftvolle Stücke, wie die aktuellen Titel "Satanic Anarchy", "Loyal to the Grave" und "Krushers of the World", aber auch ältere Klassiker wie "Endless Pain", "Enemy of God" und "Pleasure to Kill", das als Abschlusssong gespielt wird. 

Das diabolische Image, das Kreator vermittelt, hält den ganzen fast eineinhalbstündigen Aufritt an – sei es, wenn zwei maskierte Monster in Mönchskleidung mit Fackeln erscheinen oder wenn Mille Petrozza die Bühne mit einem Dracula-Cape betritt.

Trotz einiger kleiner Tonprobleme im Verlauf des Auftritts von Mille Petrozza hat uns Kreator mit einer beeindruckenden Show begeistert – dank aufwändiger Bühnengestaltung und einer kraftvollen Setlist. Mit nur vier Songs aus dem aktuellen Album, die an diesem Dienstag gespielt wurden, hätten wir gerne mehr neue Titel gehört; doch angesichts der umfangreichen Discografie (16 Alben seit 1985!) ist es kaum möglich, alle Geschmäcker zu treffen.

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Kreator im Zénith von Paris: Das Setlist

  • Sieben Schlangen
  • Hoch lebe die Horde
  • Feind Gottes
  • Satanische Anarchie
  • Hass Über Alles
  • Die Lüge des Volkes
  • Verräter
  • Killer der Welt
  • Horden des Chaos (Ein Nachruf auf die Elite)
  • Satan ist real
  • Treue bis zum Grab
  • Phantom-Antichrist
  • Endloser Schmerz
  • 666 – Die Welt im Zerfall
  • Gewaltige Revolte
  • Freude am Töten
Praktische Informationen
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