Nach demkritischen Erfolg von Past Lives – Unsere Leben davor setzt die südkoreanisch-kanadische Regisseurin Celine Song mit Materialists eine amerikanische Romantic Comedy in Szene, die von Dakota Johnson, Pedro Pascal und Chris Evans getragen wird. Der Film kam am 2. Juli 2025 in französischen Kinos heraus und läuft am Dienstag, den 17. März 2026, um 21:09 Uhr auf Canal+. Der Streifen reiht sich in die Tradition der Нью-Йорк-Romanzen ein, bietet aber zugleich eine zeitgenössische Reflexion über Liebe und Beziehungen im Zeitalter von sozialem Status und materiellem Erfolg.
In dieser Geschichte im Herzen Manhattans arbeitet Lucy Mason (Dakota Johnson) als etablierte Partnervermittlerin in einer Agentur für exklusive Begegnungen. Sie organisiert mit großer Hingabe die Liebesgeschichten anderer, doch bei der eigenen Partnerschaft wirkt sie deutlich unsicherer. Der Wendepunkt kommt, als sie unversehens mitten in einen unerwarteten Dreiecksbeziehung gerät, zwischen zwei Männern, die kaum unterschiedlicher sein könnten.
Auf der einen Seite steht Harry Castillo (Pedro Pascal), ein wohlhabender, charismatischer Finanzmensch, der für Stabilität und sozialen Aufstieg steht. Auf der anderen Seite ist John Finch (Chris Evans), sein früherer Partner, Schauspieler und Barkeeper mit unbeständigem Einkommen, aber ungebrochener Ehrlichkeit. Zwischen materiellem Komfort und tiefster Verbundenheit muss Lucy einen persönlichen Konflikt bewältigen, der die Widersprüche einer Generation widerspiegelt, die mit der Kommerzialisierung zwischenmenschlicher Beziehungen konfrontiert ist.
Zweiter Langfilm von Celine Song, Materialists, baut auf einigen Themen auf, die bereits in Past Lives behandelt wurden, insbesondere darauf, wie vergangene Liebesbegegnungen die heutigen Entscheidungen beeinflussen. Die Regisseurin hat sich dabei auch von ihrem eigenen Werdegang inspirieren lassen: Bevor sie Dramatikerin und Filmemacherin wurde, arbeitete sie in einer Heiratsagentur in New York, wo sie die oft recht materialistischen Kriterien der Klienten bei der Suche nach dem perfekten Partner beobachtete.
Der Film wurde zwischen April und Juni 2024 in 35 mm in New York und Umgebung gedreht, unter anderem in High Falls. Die Bildgestaltung von Shabier Kirchner fängt eine elegante, fast surreale Stadtstimmung ein, während Daniel Pembertons Musik diese raffinierte Atmosphäre gekonnt unterstreicht. In dieser zeitgenössischen Liebesgeschichte nimmt Celine Song das klassische Motiv des Liebesdreiecks aufs Korn und verweist bewusst auf große Romance-Klassiker wie Billy Wilders Das Appartement oder Rob Reiners Harry und Sally.
Unsere Meinung zu Materialists
Unter der Regie und nach einem Drehbuch von Celine Song präsentiert sich Materialists (2025) als eine zeitgenössische romantische Komödie, die jedoch eine reifere, kritische und formal elegante Note trägt. Mit Dakota Johnson, Pedro Pascal und Chris Evans versammelt der Film ein starbesetztes Ensemble, um die Spielchen der Gefühle im Zeitalter des affektiven Kapitalismus zu erforschen und ironisch zu hinterfragen, wie Liebe in den privilegierten Kreisen New Yorks ausgehandelt wird. Ein Versprechen, das so reizvoll wie riskant ist – das in seiner Inszenierung gehalten wird, aber durch eine gewisse emotionale Kühle gebremst wird.
Im Mittelpunkt steht Lucy Mason (Dakota Johnson), eine brillante, wenn auch distanzierte Vermittlerin in New York, die scheinbar mehr über die Liebe bei anderen weiß als in ihrer eigenen Beziehung. An ihrer Seite: Harry Castillo (Pedro Pascal), ein magnetischer, feinsinniger Finanzinvestor, und John Finch (Chris Evans), sein früherer Partner, ein Schauspieler, der seine Karriere am Abdriften ist, der eine unerschütterliche Ehrlichkeit gegenüberadier Feindseligkeit gegenüber seinem Rival zeigt. Das Liebesdreieck entfaltet sich in einer klaren linearen Erzählung, durchsetzt von Flashbacks – symbolhafte Erinnerungen an eine vergangene Trennung, in denen die Liebe unter den Drohungen der Unsicherheit zerbricht.
Die narrative Dynamik wechselt zwischen scharfsinnigen Matchmaking-Szenen und ruhigeren Momenten der Reflexion. Der eher langsame, fast theatralische Rhythmus ist introspektiv und unterscheidet sich deutlich vom hektischen Tempo klassischer Romantic Comedys. Dieser formale Ansatz unterstreicht die kritische Intention des Films, der die Reduzierung zwischenmenschlicher Beziehungen auf monetäre Werte wie Einkommen, Status, Größe oder Güter scharf ins Visier nimmt. Doch die Satire auf den «sentimental capitalism» gerät manchmal etwas zu zahm und verliert an Schärfe, weil sie durch eine zu vorsichtige Struktur wieder in genreübliche Muster zurückfällt.
Ein Nebenstrang über eine Kundin, die Opfer eines Übergriffs wird, hätte dem Film eine dringendere feministische Perspektive verleihen können. Leider wirkt seine Behandlung zu abrupt und instrumentalisierend, bleibt oberflächlich und dient nur der Narration. Dieser Mangel an emotionaler Tiefe zeigt sich auch in den Figurenzeichnungen.
Shabier Kirchner sorgt mit seiner Kamera für eine hochästhetische Bildsprache: Ein filmisch eingefangenes New York als luxuriöse Kulisse, getränkt in goldenes Licht, mit makelloser Kostümes und minimalistischen Räumen. Die musikalische Untermalung von Daniel Pemberton unterstreicht diesen visuellen Anspruch durch dezente, aber dramatische Klänge, die die innere Ambivalenz von Lucy einfangen, ohne sie zu erdrücken.
Dakota Johnson liefert eine kontrollierte, gespannte Performance, die perfekt zu ihrer Rolle passt: kühl, distanziert, fast klinisch in ihrer Art zu lieben. Ihr Schauspiel ist überzeugend, trägt aber auch zum Schleier der feinen Emotionalität bei, der den Film umgibt. Pedro Pascal bringt seinen üblicherweise charismatischen Charme ein, doch seine Figur bleibt mehr eine Projektion als eine vollständige Persönlichkeit: ein Wunschtraum von Stärke und Sicherheit. Chris Evans bringt in der Rolle des John eine gewisse rohe Authentizität ein, hat aber Schwierigkeiten, eine glaubwürdige Liebesspannung zu entwickeln. Lediglich Zoë Winters, in einer Nebenrolle, schafft es in einer emotional intensiven Szene, dem Film einen menschlichen Moment zu verleihen.
Der Mangel an Chemie innerhalb des Liebesdreiecks schwächt die emotionale Grundlage der Geschichte. Das Publikum bleibt häufig außen vor, eher Zeuge einer gesellschaftlichen Demonstration als eines echten Liebeswunders. Selbst der zentrale Flashback, der fünf Jahre Beziehung in einer einzelnen Szene zusammenfasst, wirkt festgefahren und verliert dadurch an dramatischer Kraft. Die Trennung zwischen Lucy und John, die durch ihre Armut motiviert ist, wird so knapp skizziert, dass sie an symbolischer Bedeutung verliert.
Am Ende wird Materialists vor allem jene begeistern, die intelligente, ästhetisierte Romane mögen, die gesellschaftliche Kommentare zwischen den Zeilen lesen. Fans zeitgenössischer, nachdenklicher Fiction mit ausgearbeiteten Dialogen und einer edlen Atmosphäre finden hier ihre Erfüllung. Wer jedoch nach rohen Gefühlen, leidenschaftlicher Spannung oder herzlichen Geschichten sucht, könnte enttäuscht werden. Der Film denkt viel nach, spricht schön, vermittelt aber nicht immer spürbar, was er zeigt.
Materialisten
Film | 2025
Kinostart: 2. Juli 2025
TV-Ausstrahlung: 17. März 2026 um 21:09 Uhr auf Canal+
Romantische Komödie | Laufzeit: 1 Std. 57 Min.
Von Celine Song | Mit Dakota Johnson, Pedro Pascal, Chris Evans
Originaltitel: Materialists
Herkunft: USA
Mit Materialists präsentiert Celine Song eine moderne Neuinterpretation der romantischen Komödie, in der Gefühle auf soziale und wirtschaftliche Zwänge treffen. In einem stilvollen und urbanen New York zeigt der Film, wie Liebesentscheidungen zu einem Balanceakt zwischen Leidenschaft und Stabilität werden – und deckt die Widersprüche einer Generation auf, die mit der Kommerzialisierung zwischenmenschlicher Beziehungen kämpft.
Für Zuschauer, die sich für diesen Ansatz interessieren, könnte auch Past Lives – Unsere vergangenen Leben von Celine Song spannend sein. Der Film beschäftigt sich ebenfalls mit Beziehungen und Lebensentscheidungen im Laufe der Jahre. Eine weitere Empfehlung ist Harry und Sally von Rob Reiner, ein Klassiker der New Yorker Romantik, der mit Humor und Feingefühl die Nuancen zwischenmenschlicher Beziehungen analysiert.
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