Das „Henri Pick“-Mysterium bei France 3 wird aus dem Programm genommen und durch „Je vous trouve très beau“ ersetzt.

Von Julie de Sortiraparis · Aktualisiert am 23. März 2026 um 12:14
„Das Geheimnis des Henri Pick“, eine dramatische Komödie von Rémi Bezançon, basierend auf dem Roman von David Foenkinos, sollte ursprünglich am Montag, den 23. März 2026, um 21:10 Uhr auf France 3 ausgestrahlt werden. Doch der Sender hat seine Programmplanung kurzfristig geändert: Der Film mit Fabrice Luchini und Camille Cottin wird durch „Je vous trouve très beau“ ersetzt – eine Hommage an Isabelle Mergault.

Le Mystère Henri Pick ist ein französischer Drama-Komödie unter der Regie von Rémi Bezançon, basierend auf dem Roman von David Foenkinos. Der Film lief am 6. März 2019 in französischen Kinos an und vereint Fabrice Luchini, Camille Cottin und Alice Isaaz in einer literarischen Geschichte, die Kriminalfall, Satire auf die Welt der Literatur und Humor miteinander verbindet.

Alles beginnt in einer bretonischen Bibliothek, die sich auf Manuskripte spezialisiert hat, die von Verlagen abgelehnt wurden. Eine junge Verlegerin stößt dort auf einen außergewöhnlichen Text, Die letzten Stunden einer Liebesgeschichte, der Henri Pick zugeschrieben wird – einem Pizzabäcker, der vor zwei Jahren verstorben ist. Der Roman wird zum schnellen Bestseller, doch die Entdeckung wirft auch sofort Fragen auf, besonders da die Witwe des Verstorbenen behauptet, ihr Ehemann habe nie außer Einkaufslisten nichts geschrieben.

Angesichts dieses Rätsels begibt sich der Literaturkritiker Jean-Michel Rouche auf eine gemeinsame Spurensuche mit Henri Picks Tochter. Der Film folgt einem unerwarteten Duo, das zwischen Skepsis, Neugier und Faszination für dieses literarische Geheimnis pendelt. Ohne die entscheidenden Hintergründe zu verraten, erkundet die Geschichte die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion und beleuchtet dabei mit einem ironischen Blick die Mechanismen des literarischen Ruhms.

Der Trailer zu Das Geheimnis von Henri Pick

Das Geheimnis des Henri Pick basiert auf dem Roman, den David Foenkinos 2016 veröffentlicht hat. Vanessa Portal und Rémi Bezançon haben sich dazu entschieden, den Schwerpunkt der Geschichte auf die Figur des Kritikers Jean-Michel Rouche zu legen, während das Buch eine eher chorale Struktur hatte. Diese Wahl macht es dem Film leichter, eine klarere Ermittlungs-Handlung zu präsentieren, ohne die Kernmotive des Romans zu vernachlässigen: die Entstehung von Erfolg, die Verbreitung von Geschichten und die Unsicherheiten, die jedes Werk umgeben.

Die Dreharbeiten fanden größtenteils in der Bretagne statt – die perfekte Kulisse für diese Geschichte, in der die Provinz zum Ausgangspunkt einer landesweiten literarischen Angelegenheit wird. Fabrice Luchini, der früh für die Rolle des Rouche vorgesehen war, verleiht der Figur seine typische Mischung aus beißender Scharfzüngigkeit und geistreicher Raffinesse, während Camille Cottin mit einer direkt wirkenden und pragmatischen Präsenz überzeugt. Der Film spielt auch im Hintergrund mit einer klassischen Detektivtradition, bei der ein Manuskript sowohl als narrative Triebfeder als auch als Symbol für die verschwommenen Grenzen zwischen Fiktion und Realität fungiert.

Der Film richtet sich mit seinem Ton an Liebhaber literarischer Geschichten, von französischer Komödien mit Charakter und Erzählungen, bei denen das Geheimnis weniger auf Action als auf die Beobachtung menschlichen Verhaltens beruht. Durch seine Schlitzohrigkeit und Vorliebe für Täuschungen erinnert er an bestimmte französische Adaptionen, bei denen Dialoge und Figuren im Vordergrund stehen und das Spektakuläre in den Hintergrund rückt.

Unsere Meinung zu Das Geheimnis Henri Pick:

Das Geheimnis Henri Pick ist keine Romanadaption, die sich leicht verfilmen lässt. Im Original von David Foenkinos basiert die Geschichte vor allem auf Introspektion, unausgesprochenen Dingen und wechselnden Perspektiven. Es brauchte also eine geschickte Umsetzung, um das literarische Material lebendig und auf der Leinwand fühlbar zu machen. Hier gelingt Regisseur Rémi Bezançon durchaus, indem er den Fokus stärker auf Dialoge und die Dynamik zwischen den Figuren legt.

Mehrere Charaktere aus dem Buch werden in der Verfilmung weggelassen oder zusammengefasst, um die Geschichte stärker auf den Literaturkritiker Jean-Michel Rouche, gespielt von Fabrice Luchini, zu konzentrieren. Diese erzählerische Entscheidung vereinfacht die choralische Struktur des Romans und verwandelt die Erzählung in eine echte Ermittlungsstory, getragen von der skeptischen Neugier eines intellektuellen, manchmal schroffen Protagonisten.

Besonders die Beziehung zwischen Rouche und Henri Picks Tochter, brillant dargestellt von Camille Cottin, ist eine treibende Kraft des Films. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung eines Nebencharakters aus dem Buch — einer eher überspitzten Dessous-Verkäuferin — zu einer gebildeten Literaturliebhaberin, die ihre Leidenschaft engagiert auslebt. Dieser Wandel bringt mehr Nuance ins Spiel und erlaubt es Camille Cottin, eine Mischung aus Empathie und Entschlossenheit zu zeigen, während sie sich den schillernden Worten Luchinis stellt.

Ohne auf bombastische Effekte zu setzen, lebt der Film von einer zurückhaltenden Regie und einem faszinierenden Mysterium: Wer ist wirklich der Verfasser des Romans Die letzten Stunden einer Liebesgeschichte? Rémi Bezançon baut nach und nach eine Atmosphäre voller Neugier und Zweifel auf, die den Zuschauer dazu verleitet, bis zum Schluss am Ball zu bleiben. So entsteht eine literarische Spurensuche, bei der die zentrale Frage ungeklärt bleibt: War Henri Pick tatsächlich der Autor dieses Bestsellers?

Das Geheimnis des Henri Pick
Film | 2019
Kinostart: 6. März 2019
Tragikomödie | Laufzeit: 1h41
Regie: Rémi Bezançon | Mit Fabrice Luchini, Camille Cottin, Alice Isaaz
Originaltitel: Le Mystère Henri Pick
Herkunft: Frankreich

Mit Das Geheimnis des Henri Pick liefert Rémi Bezançon einen zugänglichen und anspruchsvollen Film über die Verbreitung von Geschichten, die Kraft der Interpretation und wie ein Text das Leben verändern kann. Zwischen einer Pressegeschichte aus der Verlagswelt, einer Charakterkomödie und einer leichten Detektivgeschichte lebt der Film vor allem durch sein zentrales Duo und die Freude daran, einem literarischen Rätsel nachzugehen, das die Frage nach dem Wesen des Autors neu definiert.

Ähnlich wäre vielleicht La Daronne zu nennen, das eine gelungene Mischung aus französischer Komödie und packender Geschichte bietet, getragen von einer starken Hauptfigur. Oder man denkt an La Délicatesse, eine weitere Adaption aus dem Universum von David Foenkinos, in der Gefühle und Lebenswege sowohl zart als auch tiefgründig und literarisch erzählt werden.

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