Magellan ist ein biografischer Spielfilm, der von Lav Diaz inszeniert und geschrieben wurde. Als Teil der Auswahl Cannes Première beim Festival de Cannes 2025 feierte der Film seine Premiere – und markiert die Rückkehr des philippinischen Filmemachers an die Croisette. Diaz hatte sich 2016 mit dem Goldenen Löwen in Venedig für La Femme qui est partie bereits international einen Namen gemacht. Mit Gael García Bernal in der Hauptrolle des portugiesischen Entdeckers Fernand de Magellan erzählt das Werk die beeindruckende Geschichte des berühmten Seefahrers. Der Film kam am 31. Dezember 2025 in französische Kinos.
Der Film konzentriert sich auf die historische Figur des Magellan, eines Seefahrers, der von dem Wunsch getrieben wurde, die Grenzen des bekannten Welten zu verschieben. Durch seine Entdeckungsfahrten auf See und seine komplexen Beziehungen zu den europäischen Königshäusern erzählt er eine Geschichte voller Größenwahn, Eroberungsdrang und dem Kampf gegen das Unbekannte.
Jenseits des Mythos des Entdeckers richtet der Film auch einen Blick auf die persönliche Seite des Protagonisten, insbesondere auf seine Beziehung zu seiner Ehefrau Beatriz Barbosa de Magallanes. Das Paar heiratete 1517, doch nur kurze Zeit später trennten sich ihre Wege, als Magellan sich auf eine Expedition nach Südostasien begab – eine Reise, von der er nie zurückkehrte.
Lav Diaz verfolgt einen reflektierenden Ansatz, um die menschlichen, politischen und spirituellen Kosten der Erforschung zu hinterfragen. Dabei richtet er den Blick auf jene, die die direkten Folgen dieses kolonialen Vorhabens erleben mussten.
Magellan setzt die Tradition von Lav Diaz fort, der für seine epischen historischen und politischen Filme bekannt ist, die vorherrschende Erzählungen neu interpretieren. Der Regisseur wählt den Blickwinkel der Philippinen – jenes Land, in dem Magellan sein Leben verlor – und stellt lokale Persönlichkeiten wie Humabon oder Lapu-Lapu in den Mittelpunkt. Dabei hinterfragt er auch die Entstehung westlicher Mythen.
Der Film basiert auf einer internationalen Co-Produktion mit Beteiligung mehrerer europäischer und asiatischer Länder und verbindet professionelle mit Laiendarstellern. Diese Mischung trägt zu einer Suche nach Authentizität bei, die dem Regisseur besonders am Herzen liegt. Er setzt auf ungefilterte Reaktionen und eine verlängerte Erzählweise, um die komplexen historischen Zusammenhänge glaubwürdig darzustellen.
Aufgrund seiner Länge, seiner epischen Erzählweise und seines formellen Ansatzes richtet sich der Film an ein Publikum, das sich für biografische Werke mit künstlerischer Handschrift und anspruchsvolle historische Stoffe interessiert. Er lässt sich mit den großen Epen von Lav Diaz vergleichen, in denen die Geschichte als Spielfeld moralischer, politischer und menschlicher Konflikte dargestellt wird.
Magellan
Film | 2025
Kinostart: 31. Dezember 2025
Biografie, Drama, Romanze | Laufzeit: 2h43
Regie: Lav Diaz | Mit Gael García Bernal, Roger Alan Koza, Dario Yazbek Bernal
Originaltitel: Magalhães
Herkunftsländer: Philippinen, Portugal, Spanien
Mit Magellan liefert Lav Diaz eine ambitionierte und kritische Neuinterpretation eines mythologischen Eckpfeilers der westlichen Geschichte. Der Film hinterfragt die Gewalt der Eroberung und beleuchtet die dunklen Seiten jener Figuren, die die Geschichte über Jahrhunderte hinweg gefeiert hat.
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