Nach zwei Tagen der Störungen konnte das Louvre-Museum in Paris an diesem Mittwoch seine Besucher wieder in allen Bereichen empfangen. Die Mitarbeiter des Pariser Museums haben bei einer Generalversammlung beschlossen, den am Montag gestarteten Streik nicht zu verlängern. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Konflikt vollständig beigelegt ist. „Die Bewegung ist nicht beendet“, erklärt Valérie Baud, Vertreterin der CFDT. Die am Anfang Dezember eingereichte Streikandrohung bleibt bestehen, und für diesen Donnerstagmorgen ist eine weitere Generalversammlung geplant.
Am Vormittag versammelten sich zwischen 200 und 300 Mitarbeitende, um gegen eine sofortige Fortsetzung des Streiks zu stimmen. Dennoch hält die interprofessionelle Gewerkschaftsvereinigung weiterhin Druck aufrecht. „Der Streik ist heute nicht abgelehnt, weil wir uns erst einmal Luft verschaffen wollen, aber die Bewegung ist nicht beendet“, erklärt die Vertreterin der CFDT. Aufseiten der CGT bestätigt Christian Galani: „Wir heben die Vorankündigung nicht auf, weil wir noch nicht bei konkreten Ergebnissen sind.“ Die Beschäftigten erwarten konkrete Fortschritte seitens des Ministeriums für Kultur in den laufenden Verhandlungen.
Diese soziale Bewegung, die Mitte Dezember 2025 gestartet und während der Feiertage pausiert wurde, wurde am Montag, den 6. Januar 2026, erneut aufgenommen. Die Forderungen der Mitarbeitenden betreffen mehrere sensible Punkte. Zunächst die chronisch unterbesetzten Stellen, insbesondere bei der Überwachung der Ausstellungsräume, was die Arbeitsbedingungen und die Sicherheit im Museum erheblich beeinträchtigt. Die Angestellten protestieren zudem gegen die Preiserhöhungen für nicht-europäische Touristen – eine Maßnahme, die am 14. Januar 2026 in Kraft treten soll und bei den Mitarbeitern Besorgnis auslöst.
Ein weiterer Grund für die Unzufriedenheit ist die Verschlechterung des Gebäudes. Dieses Problem wurde im vergangenen Oktober auf dramatische Weise sichtbar, als es am 19. Oktober 2025 zum Diebstahl von acht Kronjuwelen aus dem französischen Schatz kam. Dieser Vorfall deckte Sicherheitslücken auf und machte den besorgniserregenden Zustand einiger Infrastrukturmaßnahmen des weltweit meistbesuchten Museums deutlich. Angesichts dieser Lage beauftragte Kulturministerin Rachida Dati Philippe Jost, den Architekten der Notre-Dame-Wiederherstellung, eine umfassende Neuorganisation des Museums zu initiieren, mit ersten Empfehlungen, die Ende Februar 2026 erwartet werden.
Die Generalversammlung des Personals am Mittwochmorgen hat die gewohnte Öffnungszeit des Museums Louvre verzögert, doch letztlich konnte die Einrichtung alle Bereiche für die Öffentlichkeit öffnen, wie die Leitung bestätigte. Eine ganz andere Situation als am Montag, als nur die Ausstellung „Meisterwerke auf dem Rundgang“ zugänglich war. Dieser eingeschränkte Rundgang ermöglicht den Blick auf ikonische Werke wie die Mona Lisa, die Venus von Milo oder auch die Nike von Samothrake, schneidet aber den Großteil der Sammlungen des Museums für die Besucher aus.
Am Dienstag, wie jede Woche, war der Louvre geschlossen, sein wöchentlicher Ruhetag. Die vollständige Wiederöffnung am Mittwoch bringt somit Erleichterung für die Tausenden von Touristen, die täglich das Museum im Herzen von Paris besuchen. Der Louvre liegt im ersten Arrondissement, unweit der Seine und der Tuilerien-Gärten.
Auch wenn der Streik nicht sofort weitergeführt wurde, bleibt die Frist bestehen, und die Gewerkschaftsallianz setzt den Druck auf das Kulturministerium fort. Am Donnerstagmorgen, dem 9. Januar, findet eine neue Generalversammlung statt, um die Verhandlungen zu bewerten und über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Die Beschäftigten fordern konkrete Zusagen zu zusätzlichem Personal, verbesserten Arbeitsbedingungen und der Renovierung der Infrastruktur. Das Kulturministerium hat unter anderem zugesichert, eine Kürzung der öffentlichen Gelder um 5,7 Millionen Euro zu verhindern, sowie Einstellungen und Gehaltserhöhungen. Dennoch halten die Gewerkschaften diese Ankündigungen für unzureichend.
Kurz gesagt: Wenn Sie in den nächsten Tagen den Louvre besuchen möchten, empfehlen wir Ihnen, vorab auf der offiziellen Website des Museums zu überprüfen, ob alle Säle geöffnet sind. Die Protestaktionen dauern an, und es könnte in den kommenden Tagen zu weiteren Beeinträchtigungen kommen. Der Louvre befindet sich im 1. Arrondissement von Paris, gut erreichbar mit den Linien 1 und 7 der Métro am Bahnhof Palais-Royal – Musée du Louvre.















