Kommunalwahlen 2026 in Paris: Die Positionen der Kandidaten zum Thema Umwelt – wer was vorschlägt?

Von Caroline de Sortiraparis · Fotos von My de Sortiraparis · Aktualisiert am 22. Januar 2026 um 11:02
Am 15. und 22. März 2026 sind die Pariserinnen und Pariser dazu aufgerufen, ihre Stimme bei den Kommunalwahlen abzugeben. Verschiedene Themen und Schwerpunkte werden bei dieser Gelegenheit diskutiert, insbesondere der Umweltschutz. Damit Sie den Überblick behalten, finden Sie hier eine übersichtliche Gegenüberstellung der unterschiedlichen Vorschläge der Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Paris zu diesem Thema. Wer sagt was? Wir verraten es Ihnen!

Während sich einige bereits auf die Präsidentschaftswahl 2027 einstellen, steht eine andere Wahl bereits im Fokus: die Kommunalwahlen 2026 in Paris. Diese finden an den Sonntagen 15. und 22. März statt und ermöglichen die Wahl der Bezirksräte und des Pariser Stadtrats für die kommenden sechs Jahre. Doch diesmal gibt es eine wichtige Änderung beim Wahlverfahren: Statt eines, sind zwei Stimmen erforderlich. Während die erste Stimme die Bezirksräte bestimmt, wählt die zweite die Mitglieder des Pariser Stadtrats.

Bevor der Name der Person bekannt wird, die Anne Hidalgo nach 12 Jahren an der Spitze der Hauptstadt ablösen wird, müssen die Bewerber ihre Vorschläge den Wählern präsentieren. Mehrere zentrale Themen werden dabei im Mittelpunkt stehen, wie etwa das Wohnungswesen, die Sauberkeit, der Tierschutz, die Kultur oder auch die Bildung.

Umwelt und Ökologie, die zunehmend in den öffentlichen Debatten präsent sind, werden ebenfalls von den verschiedenen Kandidaten angesprochen. Laut einer Umfrage, über die unsere Kollegen vom Parisien am 15. Januar berichtet haben, wünschen sich die Franzosen mehrheitlich eine Fortsetzung der ökologischen und sozialen Transformation auf kommunaler Ebene. Laut dieser Ifop-Umfrage halten 53 % der Befragten es für notwendig, den ökologischen Wandel voranzutreiben. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch in Städten mit über 100.000 Einwohnern (64 %) sowie in den sozial schwächeren Vierteln (60 %). 

In Paris geht es bei der Umweltfrage sowohl um die Schaffung von Grünflächen als auch um Biodiversität, aber auch um Wasserqualität, nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung, Klima, Energie, Lärmschutz und Luftqualität. Themen, die direkt die Pariserinnen und Pariser betreffen, aber auch Touristen, die die Stadt der Lichter besuchen. Damit Sie den Überblick behalten, präsentieren wir die wichtigsten Engagements der Kandidaten für die Kommunalwahlen 2026 in Paris im Hinblick auf Umweltthemen.

Photos : Le Parc des Buttes ChaumontPhotos : Le Parc des Buttes ChaumontPhotos : Le Parc des Buttes ChaumontPhotos : Le Parc des Buttes Chaumont

Umweltbezogene Vorschläge für die Kommunalwahlen 2026 in Paris

Bitte beachten Sie, dass diese Vorschläge regelmäßig aktualisiert werden, sobald Programmentwürfe veröffentlicht und Kandidaten bekanntgegeben werden. In einigen Fällen sind detaillierte Maßnahmen bislang noch nicht in den öffentlichen Quellen festgelegt; entsprechende Lücken werden entsprechend vermerkt.

Pierre-Yves Bournazel (Horizons – Unterstützt von Renaissance)

  • Für eine grünere Hauptstadt: Stoppt die Verstärkung des Betons in Paris (Quelle)
  • Die ökologische Transformation vorantreiben, indem man Menschen mit geringem Einkommen ermöglicht, ihre Mobilität umzubauen oder neue Fahrzeuge zu kaufen (Quelle)

Blandine Chauvel (NPA)

Stand: 22. Januar 2026 sind auf der offiziellen Website der Kandidatin noch keine konkreten Vorschläge oder Maßnahmen speziell zum Umweltschutz zu finden.

Sophia Chikirou (La France Insoumise – Neues Paris für alle)

  • 40 % des Pariser Terrains devront être désouvert, végétalisé und von Versiegelung befreit bis 2032 (Quelle)
  • Ein städtisches Umweltgesetz soll eingeführt werden: Kein Quadratmeter unversiegelter Fläche darf mehr künstlich gestaltet werden (Quelle)
  • Massive Renaturierungsprojekte starten, große grüne Flächen schaffen und bisher geschlossene Parks für die Öffentlichkeit öffnen, um über 300 Hektar zugängliche Grünflächen zu generieren und 10 m² Grün pro Einwohner zu erreichen (Quelle)
  • Personelle Ressourcen stärken und die öffentliche Kontrolle der Grünflächenverwaltung ausbauen, indem Outsourcing beendet wird (mit Ausnahmen für bestimmte soziale Eingliederungsprojekte) und die Stellenzahl erhöht wird (Quelle)
  • Bis 2032 die Verwendung von Beton bei Neubauten, die von der Stadt geplant oder finanziert werden, halbieren (Quelle)
  • Programme zur Öffnung und Renaturierung der Bièvre und des Canal Saint-Martin ausbauen und beschleunigen (Quelle)
  • Die Renaturierung vorantreiben, indem urbane Hitzeinseln – insbesondere stark mineralisierte Plätze wie Oper und République sowie benachteiligte Viertel – gezielt begrünt werden (Quelle)
  • Die bürgernahe Begrünung beschleunigen, z. B. durch mehr Gemeinschaftsgärten, Erweiterung der Genehmigungen für private Begrünungsmaßnahmen und die Begrünung von Dächern (Quelle)
  • Schulhöfe und Schulhöfe in Paris sollen flächendeckend zu „Oasen“-Räumen werden, mit dem Ziel, bis 2040 flächendeckend 100 % der Einrichtungen zu grünen Innenhöfen zu machen (Quelle)
  • Mit Initiativen gegen unnötige Bodenversiegelung in Paris und der Île-de-France Region vorgehen, z. B. im Gonesse-Dreieck, im Jardin d’Aubervilliers oder auf dem Saclay-Plateau (Quelle)
  • Den natürlichen Bestand an Bäumen schützen und erweitern, indem alte Bäume ohne Krankheit oder Gefahrenstil erhalten werden und verschiedene Arten eingebracht werden (Quelle)
  • Hitzeschutzpläne verstärken: Hitze-Übungen regelmäßig durchführen und bei Warnstufe 2 Schutzräume öffnen (Quelle)
  • Infrastruktur verbessern, damit Bürgerinnen und Bürger die Wälder von Vincennes und Boulogne besser nutzen können, z. B. durch Barrierefreiheit und den Bau einer „grünen“ Fuß- und Radweg-Gürtel, der beide Wälder verbindet (Quelle)
  • Ein mehrjähriger „Waldstadt-Plan“ etablieren, der die Nationalforstbehörde (ONF) für den Erhalt wichtiger Ökosystemdienstleistungen wie Klimaregulation, Wasserreinigung und Kohlenstoffbindung bezahlt – und weniger für die Holzgewinnung (Quelle)
  • Ein Ziel der „null Nettodegradation“ der Waldböden setzen, inklusive Maßnahmen gegen Bodenschädigung und Wiederherstellung degradierter Flächen (Quelle)
  • Eindeutige Zonierung für die Grünflächen: Schutzgebiete für Biodiversität, ruhige Spazierzonen und stärker genutzte Bereiche wie Freizeitparks, offene Wiesen oder die Pferderennbahn (Quelle)
  • Das Veranstaltungsmanagement in Wäldern strenger regeln, z. B. mit einem verbindlichen Kodex und konsequenten Kontrollen (Quelle)
  • Gemeinsam mit der kleineren Nachbarregion neue Kooperationen zur Flächennutzung, Logistik und Vermarktung aufbauen, z. B. durch eine gemeinsame Verwaltung (Quelle)
  • Alle Akteure in ein Territorialprojekt für die Lebensmittelversorgung integrieren (Quelle)
  • Eine öffentliche Pilzproduktion aufbauen, um das Potenzial der Pariser Stadtfläche zu nutzen (Quelle)
  • Ausbildung in urbaner Landwirtschaft ausbauen, bestehende Programme wie die École du Breuil stärken und Forschungsprojekte etwa mit AgroParisTech fördern (Quelle)

Rachida Dati (Les Républicains/Modem/UDI)

  • Ausbau der Grünflächen (Quelle)
  • Verbesserung der Mobilität (Quelle)
  • Paris zur atembarmeren Stadt machen (Quelle)

Emmanuel Grégoire (Linksallianz: PS – Sozialistische Partei, PCF, Umweltbewegung, Place Publique, L’Après)

  • Verwandlung des городской Ringstraße in eine urbane Prachtstraße und der Pariser Stadttore in echte Plätze des Großraums Paris, verbunden durch eine grüne, kulturelle und sportliche Gürtel (Quelle)
  • Große Seine-Ufer: 25 Kilometer durchgehender, begrünteter und barrierefreier Spazierweg entlang der linken und rechten Ufer (Quelle)
  • Fortsetzung der Öffnung der kleinen Ringstraße mit weiteren 10 Kilometern Spazierwegen (Quelle)
  • Wiederbelebung der Bièvre und Fortführung der grünen Verbindung entlang ihres Verlaufs (Quelle)
  • 300 Hektar neue öffentlich zugängliche Gärten, verlängerte Öffnungszeiten der Parks ganzjährig, insbesondere bei Hitzewellen (Quelle)
  • 10 neue Parks auf den Flächen ehemaliger Verkehrsrouten auf einigen Pariser Boulevards, mit Spielplätzen, Kiosks, Trinkangeboten, Rasenflächen und Hundeparks (Quelle)
  • Für mehr Abkühlung soll in jeder Straße mindestens ein schattiger Gehweg entstehen, um den immer häufigeren und intensiveren Hitzewellen vorzubeugen (Quelle)
  • Klimasichere Modernisierung der städtischen Gebäude und Wohnungen durch Sonnenschutzrollläden und hitzeschützende, begrünbte, zugängliche Dächer (Quelle)
  • Weitere 1000 fußgängerfreundliche Straßen und lebendige, begrüntet Fußgängerherzen in jedem Stadtviertel (Quelle)
  • Ein Programms zum Schutz der Vogelwelt: systematischer Erhalt der Biodiversität und der Lebensräume der Vögel, etwa bei Gebäuderenovierungen, sowie Unterstützung von Tierschutzvereinen, die sich in Paris um Vogelüberwachung und -pflege kümmern (Quelle)
  • Veränderung des Ernährungsmusters für bessere Ernährung und nachhaltige Nutzung unserer Böden, durch die Förderung von Bio- und Dauerhaft-Lebensmitteln (Quelle)
  • Umgestaltung der Dächer von Gebäuden in gemeinschaftliche, zugängliche und umweltfreundliche Räume für alle Pariser:innen (Quelle)

Sarah Knafo (Reconquête)

  • Die Uferwege wieder für Autos öffnen und darüber einen Bürgersteig sowie Radwege anlegen (Quelle)
  • Den Verkehr auf der Stadtautobahn auf 80 km/h erhöhen (Quelle)
  • Verkehr flüssiger gestalten, indem die Ampelschaltungen mit künstlicher Intelligenz gesteuert werden (Quelle)
  • Den Vélib-Verkehr verbessern (Quelle)
  • Den Gütertransport per Wasserstraße ausbauen (Quelle)

Thierry Mariani (Rassemblement National - UDR)

  • Eine grüne Gürtel durch die teilweise Überdeckung des Autobahnrings schaffen (Quelle)

Marielle Saulnier (Arbeitende Kraft)

Bis zum 22. Januar 2026 gibt es auf der offiziellen Website der Kandidatin noch keine konkreten Vorschläge oder explizit umweltbezogene Maßnahmen.

Um Ihnen einen besseren Überblick über die wichtigsten Themen bei den anstehenden Kommunalwahlen in Paris zu bieten, haben wir für Sie eine Übersicht nach Themenbereichen zusammengestellt. Unten finden Sie alle relevanten Informationen im Überblick!

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