Kommunalwahlen in Paris 2026: Die Kandidaten über ihre Pläne für das Gesundheitswesen

Von Manon de Sortiraparis, Rizhlaine de Sortiraparis · Fotos von · Aktualisiert am 15. Februar 2026 um 19:00
Welche Vorschläge haben die sieben führenden Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Paris zum Thema Gesundheit? Erfahren Sie, wer was plant im Vorfeld der Pariser Kommunalwahlen 2026.

Die Gemeinden nehmen eine zentrale Rolle für die gesundheit im Alltag ein, auch wenn sie nicht direkt medizinisch tätig werden. Ihr Fokus liegt vor allem auf Vorsorge: Sie informieren die Bürgerinnen und Bürger, fördern gesunde Lebensweisen und sorgen für die Ortsgesundheit. Zudem kümmern sie sich um die Sauberkeit und Sicherheit der Gemeinde: gute Wohnverhältnisse, Hygiene, Trinkwasserqualität sowie den Umgang mit gesundheitlichen Risiko- und Klima­gefahren.

Städte können auch den Zugang zu ambulanten Gesundheitsdiensten erleichtern, zum Beispiel durch die Unterstützung von Gesundheitszentren oder die Ansiedlung von Ärzten. Dabei legen sie besonderes Augenmerk auf die , wie Kinder, ältere Menschen und sozial Benachteiligte.

Darüber hinaus beeinflussen ihre Entscheidungen im Bereich Stadtplanung, Verkehr und Grünflächen direkt die Umweltgesundheit und die Lebensqualität der Einwohner. Die öffentliche Gesundheit sowie die Gesundheitsdienste sind daher zentrale Themen bei den Kommunalwahlen in Paris 2026, die am 15. und 22. März stattfinden werden.

Erfahren Sie mehr über die Vorschläge und Versprechen der 7 wichtigsten Bewerber für das Amt des Bürgermeisters von Paris in ihrem jeweiligen Programm vom 15. Februar 2026. Dieser Artikel wird laufend aktualisiert, sobald die neuen Ankündigungen der Kandidaten bekannt werden.

Kommunalwahlen in Paris 2026: Die Kandidaten und ihre Positionen im Gesundheitswesen

Pierre-Yves Bournazel (Horizons – Unterstützt von Renaissance)

  • Renovieren, Begrünen und Luftqualität in 100 % der Schulen verbessern. Der Plan sieht die flächendeckende Installation von CO₂-Sensoren und Luftreinigern vor, Wartungsarbeiten und Schädlingsbekämpfung werden an spezialisierte Dienstleister übertragen. Zudem soll der Pausenhof renaturiert werden, indem Asphalt entfernt, permeable Böden angelegt und Bäume im Erdreich gepflanzt werden.
  • Entwicklung von „Gesundes Essen“ in Kantinen und Ernährungsbildung für Kinder: Das Aufstellen von Küchen vor Ort in Schulen, tägliche Versorgung mit frischen, Bio- und saisonalen Produkten, um 100 % nachhaltige Lebensmittel zu erreichen, sowie die Abschaffung von stark verarbeiteten Gerichten durch ein einheitliches, anspruchsvolles Qualitätskatalog. Zudem sollen Schüler bei den Hauptallergenen stets Alternativen angeboten werden.
  • Frühe Geschmacksbildung ab der Vorschule, durch Kooperationen mit lokalen Händlern, Bildungs- und Betreuungspersonal. Das Projekt „Educalim“ sieht vor, Ernährungsbildung zum Pflichtfach zu machen – mit sensorischen Workshops, Produktentdeckungen, Besuchen bei regionalen Erzeugern und pädagogischen Aktivitäten.
  • 10.000 zusätzliche Betreuungsangebote für Kinder: Es soll ein Plan zur Erweiterung der Plätze in Kleinkinderkrippen und durch die Ausbildung von Kinderpflegern gestartet werden. Ziel ist, bis 2030 weitere 5.000 Krippenplätze zu schaffen und bis 2035 insgesamt 10.000 zusätzliche Betreuungsplätze. Die Kapazitäten des CFA Paris Petite Enfance der Stadt Paris sollen verfünffacht werden, um künftig 1.000 Auszubildende zu Pädagogischen Helfern auszubilden.
  • Transparenz im Vergabeprozess für Krippenplätze schaffen. Jede Bezirksverwaltung erhält ein einheitliches Bewertungsraster, das Punkte für Faktoren wie Berufstätigkeit, Familienstand und Einkommen der Eltern vorsieht. Jede Gemeindeverwaltung muss innerhalb einer angemessenen Frist auf Anfragen der Eltern zur Statusklärung ihres Platzantrags antworten.
  • Anpassung des Angebots an die vielfältigen Lebensrhythmen der Pariser Familien durch den Ausbau von Micro-Krippen und flexiblen Betreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten bis 19:30 Uhr.
  • Schulbeginn in den Sekundarschulen auf 9 Uhr verschieben, um den Schlafbedarf von Jugendlichen zu respektieren und das Handyverbot konsequent durchsetzen.

Blandine Chauvel (NPA Revolutionäre)

Bislang gibt es auf der offiziellen Website der Kandidatin keine konkreten Vorschläge oder Maßnahmen, die explizit dem Thema öffentliche Gesundheit gewidmet sind – Stand 15. Februar 2026.

Sophia Chikirou (La France Insoumise/Nouveau Paris Populaire)

Stärkung und Erhalt des öffentlichen Gesundheitssystems:

  • Die Befugnisse des Aufsichtsratsvorsitzenden der AP-HP nutzen, um den Zugang zu Allgemeinärzten und Fachärzten ohne Zuzahlungen sicherzustellen.
  • Den Rückgang stationärer Betten bekämpfen und deren Wiedereröffnung fördern.
  • Die Zahl der medizinischen Fachkräfte bei der AP-HP gezielt erhöhen.
  • Sich gegen die Schließung wichtiger Krankenhauseinrichtungen wie dem Hôtel-Dieu oder dem Bichat-Krankenhaus stellen.

Entwicklung einer kommunalen Nahversorgungspolitik:

  • Den Ausbau des Netzwerks niederschwelliger, kommunaler Gesundheitszentren vorantreiben, mit mindestens einem Zentrum pro Bezirk bis 2032.
  • Diese Zentren mit mobilen Präventionseinheiten ausstatten.
  • Gesundheitsstationen in den Bezirksverwaltungen, sozialen Einrichtungen und Jugendzentren einrichten, inklusive Sprechstunden von Ärzten und Pflegekräften für Grundversorgung, Prävention und Beratung.
  • Gemeinnützige Gesundheitszentren unterstützen und bei Bedarf übernehmen, um Schließungen zu vermeiden.
  • Fünf ambulante Notfallpraxen für die medizinische Versorgung am Abend und am Wochenende schaffen.
  • Ein fahrendes Gesundheitsbus-System in den sozial benachteiligten Stadtteilen etablieren.

Verbesserung des Zugangs zu Fach- und Organisationsmedizin:

  • Neues Nutzungskonzept für städtische Geschäftsflächen: Umwandlung in medizinische Praxen, die vollständig über Drittzahlung abgerechnet werden und zu erschwinglichen Mieten angeboten werden.
  • Anpassung der städtebaulichen Vorgaben, um in neuen Bauprojekten Gesundheitsräume zu integrieren.
  • Abschluss von Verträgen mit sozialen Vermietern, um medizinischen Fachkräften kostengünstige Räumlichkeiten anzubieten.

Schwangerschafts-, Kinder- und Schulgesundheit:

  • Ausweitung der Öffnungszeiten der Mutter-Kind-Zentren bis 19:30 Uhr an bestimmten Abenden sowie am Samstagvormittag.
  • Hausbesuche durch eine Kinderkrankenschwester für Familien innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Geburt.
  • Stärkung der Beratung durch Fachkräfte für Innenraumumfeld, um häusliche Gesundheitsrisiken besser zu erkennen.
  • Ausbau der Präventionsmaßnahmen in Schulen mit dem Ziel, für jeden Schüler eine jährliche medizinische Untersuchung sicherzustellen.

Psychische Gesundheit:

  • Psychologen in kommunalen Gesundheitszentren einstellen – komplett auf Kosten der Krankenkasse.
  • Ein «Psych-Gutschein» einführen, um die Zuzahlung für Therapien je nach Familieneinkommen zu reduzieren.
  • Lokale Gesundheitsberatungsgremien in allen Bezirken etablieren.
  • Ambulante Anlaufstellen für psychische Gesundheit in jedem Bezirk aufbauen.
  • Netzwerke zur Behandlung von Neuroentwicklungsstörungen und psychopedagogischen Hilfszentren stärken.

Gemeindegeschlossene Solidaritätsmedizin:

  • Die studentischen Gesundheitsdienste stärken, um kostenlose Behandlung und Präventionsmaßnahmen anzubieten.
  • Eine kommunale Paris-Care-Komplementärversicherung in Zusammenarbeit mit genossenschaftlichen Organisationen für Menschen ohne Zusatzversicherung aufbauen.
  • Ein Netz von Suchtpflege-Haltestellen entwickeln, um Prävention, Unterstützung und soziale Integration zu fördern.

Umweltgesundheit und Prävention:

  • Verbreiterung der Umweltverträglichkeitsprüfung bei groß angelegten Stadtentwicklungsprojekten.
  • Gründung einer städtischen Einheit « Stadtplanung & Gesundheit » zur Koordination von Studien und Gesundheitsgutachten.
  • Einführung eines jährlichen Sensibilisierungsprogramms für Umweltschutz und Gesundheit (Luftqualität, Lärm, Ernährung, hormonell wirksame Stoffe).
  • Schulung von Stadtteilverantwortlichen und Lehrkräften zu den Herausforderungen des Umweltschutzes für die Gesundheit.
  • Ausbau des Pariser Umweltgesundheitsdienstes und Einrichtung eines zentralen Anlaufpunkts « Wohnen & Gesundheit » zur Unterstützung der Bürger bei Hygieneproblemen.
  • Entwicklung eines kommunalen Plans gegen Schädlinge und Verknüpfung einiger Förderungen mit Gesundheitsdiagnosen.

(Quelle)

Rachida Dati (Les Républicains/MoDem/UDI)

Frühe Kindheit und Elternschaft:

  • Berufsbilder in der frühkindlichen Betreuung aufwerten
  • Neue Betreuungsplätze in Kitas schaffen
  • Die Kontinuität des öffentlichen Dienstes sichern, damit Eltern Familie und Beruf besser vereinbaren können

Familien- und Seniorengesundheit:

  • Ausbau der örtlichen Angebote und Maßnahmen gegen Vereinsamung im Alter

Emmanuel Grégoire (Union der Linke: PS – Sozialistische Partei, PCF, Umweltgruppen, Place publique, L’Après)

*Weniger Umweltverschmutzung, leisere Städte, mehr Bio-Produkte:*

  • Bekämpfung der Wasser- und Luftverschmutzung durch Förderprogramme von Eau de Paris für Landwirte in den oberen Teilen der Seine, um den Pestizideinsatz zu reduzieren und den ökologischen Landbau zu fördern.
  • Umfangreiche Maßnahmen zur Erkennung und Reduzierung von PFAS und endokrinen Disruptoren in der Stadt, insbesondere in Schulen und Kindertagesstätten.
  • Einrichtung von Schutzmaßnahmen für besonders Vulnerable, zum Beispiel durch Verteilung von Bio-Lebensmitteln an schwangere Frauen, die diese benötigen, in den Mütter- und Kinderschutzzentren (PMI).
  • Installation von Sensoren, akustischen Radaren und Lärmreduzierungsplänen für jedes Viertel. Einführung lokaler Lärmreduzierungsmaßnahmen in allen Pariser Bezirken, etwa durch Regulierung der Lieferzeiten, der Aktivitätenzeiten oder durch Raumgestaltung und -änderungen.
  • Umstellung aller Kitas und Schulen auf 100 % Bio, regional und nachhaltig, unterstützt durch die lokale Bio-Lieferkette im Seinetal. Das Ziel ist, dass alle Schulkinder nachmittags ausreichend und kostenfrei essen, inklusive ausgewogener Pausensnacks für alle Kinder.
  • Recht auf gesunde, nachhaltige Ernährung und soziale Absicherung in der Ernährung. Verstärkter Support für Kooperativen, Tafeln, Aid-Gruppen, städtische Bio- und Solidaritätssupermärkte sowie die Eröffnung neuer öffentlicher Kantinen, die besonders sozial benachteiligten oder isolierten Menschen offenstehen.

*Garantierter Zugang zu Gesundheitsversorgung und Hausarzt für alle:*

  • Start einer bezahlbaren, hochwertigen Stadtkrankenversicherung, inklusive Verhandlungen zur Senkung der Tarife im Rahmen einer Ausschreibung, verbunden mit gutem Versicherungsschutz, ohne komplizierten Antragsprozess.
  • Ausbau des städtischen Gesundheitsangebots mit 100 neuen öffentlichen, gemeinnützigen und privaten Behandlungsstätten im Sector 1. Mindestens sieben große, erweiterte Stadtgesundheitszentren sollen dieses Netz stärken und jährlich 100.000 zusätzliche kostenfreie Konsultationen ermöglichen, mit Fokus auf Prävention.
  • Entwicklung eines Betreuungsprogramms für die ersten 1000 Tage eines Kindes, basierend auf den 60 PMI-Zentren und den Häusern der ersten 1000 Tage. Ziel ist, Eltern schon ab der Geburt zu unterstützen, den Zugang zu wichtigen Ressourcen zu erleichtern, die Abwicklung bei der Geburtsanzeige zu erleichtern, Frühdiagnosen bei kognitiven Störungen und Autismus-Spektrum-Störungen zu fördern sowie die Unterstützung bei postnataler Depression auszubauen.
  • Stärkung des Schulgesundheitsdienstes mit mindestens einer umfassenden Gesundheitsuntersuchung für jedes Vorschul- und Grundschulkind sowie einem umfassenden Programm zu Jugendgesundheit in Zusammenarbeit mit Schulen, Familien und Fachkräften, um Isolation, Schulabbruch und psychische Belastungen zu verhindern.
  • Implementierung eines Programms für sexuelle Gesundheit (Früherkennung, Prävention, Verhütung) mit dem Ziel: Null Neuerkrankungen an HIV bis 2030. Selbstbestimmung über den eigenen Körper ohne Diskriminierung, auch im Rahmen von Transition-Verläufen. Ausbau von Tests, PrEP-Zugang und Information, Kampf gegen Stereotype und Mythen sowie volle Integration von psychischer Gesundheit und Risikoverminderung in festliche Praktiken.
  • Einrichtung multidisziplinärer Teams und spezieller Orte zur Risikominderung, um wohnungslose Menschen, Drogengebraucher und psychisch Erkrankte gezielt zu unterstützen. Eröffnung neuer Räumlichkeiten unter fachkundiger Begleitung durch Gesundheits-, Sozial- und Mediationsfachkräfte, um Vulnerable zu schützen, tragische Folgen von riskanten Konsumverhalten zu verhindern und die öffentliche Sicherheit zu fördern.
  • Entwicklung eines individuellen Betreuungsprogramms für Frauen mit Endometriose, das den Zugang zu Behandlung, medizinische Koordination, psychologische Betreuung und soziale Unterstützung vereinfacht.

(Quelle)

Sarah Knafo (Reconquête)

  • Kostenlos parken für eine Stunde für ambulante Pflegekräfte und Haushaltshilfen während ihrer Einsätze bei Patientinnen und Patienten.
  • Verdoppelung des städtischen Beitrags an das Regionalzentrum für Krebsvorsorge und -screening in Île-de-France.
  • Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere im Kampf gegen Krebs und Alzheimer, durch das Pasteur-Institut.
  • Renovierung kommunaler Pflegeheime, um die Aufenthaltsqualität und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern.

Thierry Mariani (Rassemblement National - UDR)

  • Abschaffung der Drogenkonsumräume in Paris und Einrichtung eines einzigen, zentralen Behandlungszentrums für Suchterkrankungen.
  • Entwurf eines umfassenden Programms zur Bekämpfung des Drogenkonsums und zur Unterstützung bei der Reintegration in die Gesellschaft.
  • Pflichtunterricht in Schulen über die Risiken von Suchtmitteln.
  • Alle Initiativen und Personalstellen unterstützen, um eine qualitativ hochwertige Schulmedizin für unsere Kinder sicherzustellen.
  • Präventionsprogramm gegen psychische Erkrankungen in Schulen und Gymnasien.

Marielle Saulnier (Arbeiterwohlfahrt)

Bislang gibt es auf der offiziellen Webseite der Kandidatin keine konkreten Vorschläge oder Maßnahmen, die speziell dem Thema öffentliche Gesundheit gewidmet sind – Stand 15. Februar 2026.

Um Ihnen bei der Orientierung zu den wichtigsten Themen rund um die Verwaltung von Paris zu helfen, haben wir für Sie eine Übersicht nach Themen zusammengestellt. Alle genannten Punkte finden Sie unten!

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Die Kommunalwahlen stehen bevor, und Sie möchten mehr über die Programme der verschiedenen Kandidaten für das Amt des Pariser Bürgermeisters erfahren? Wir präsentieren Ihnen die wichtigsten Vorschläge nach Themen: Sicherheit, Wohnen, Umwelt, Bildung, Kultur... Wer sagt was? Finden Sie es heraus! [Mehr lesen]

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