Seit Jahren pflegen Auto und die Stadt Paris eine komplizierte Beziehung. Die Parkgebühren steigen, Verkehrsberuhigte Zonen, die Ufer der Seine als Fußgängerzone … Die unter Anne Hidalgo ergriffenen Maßnahmen haben die Verkehrsteilnehmer oft geärgert. Gewählt zum Bürgermeister von Paris am 22. März 2026, setzt sein ehemaliger erster Stellvertreter Emmanuel Grégoire diese Linie fort, mit einem Programm, das eindeutig die Reduzierung des Anteils des Individualverkehrs in der Hauptstadt vorsieht. Doch in einem Interview mit dem Figaro hat er seine Position nuanciert.
Der neue Bürgermeister sagt es selbst: "Mein Mantra ist nicht, gegen Autos zu sein, sondern dafür zu sorgen, dass alle, die darauf verzichten können, darauf verzichten, damit diejenigen, die nicht darauf verzichten können – Handwerker, Gewerbetreibende, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – es unter guten Bedingungen nutzen können." Eine Formulierung, die das Bild eines rein anti-Auto-Rathauses durchbricht, auch wenn die Leitlinie faktisch unverändert bleibt. Die Zahl der Parkplätze ist seit 2001 fast halbiert worden, von rund 235.000 auf weniger als 119.000 heute, und dieser Trend dürfte sich nicht umkehren.
Vielleicht ist es dort, wo Berufskraftfahrer am meisten Anlass zur Aufmerksamkeit finden. Emmanuel Grégoire verspricht eine "kleine Revolution beim Parken": mehr reservierte Flächen für Handwerker, Pflegekräfte, Lieferdienste und Menschen mit eingeschränkter Mobilität, mit dem Ziel, dass sie systematisch einen Parkplatz höchstens 200 Meter von ihrem Einsatzort entfernt finden. Mindestens 25 % der oberirdischen Stellflächen würden dauerhaft reserviert, mit einer verstärkten Kontrolle, um zu verhindern, dass Privatpersonen dort parken. Für die anderen könnten die Anwohner-Tarife in Tiefgaragen nach unten angepasst werden, um Anreize zu schaffen, Flächen an der Oberfläche freizumachen. Die SUVs und schweren Autos zahlen weiterhin mehr: Die erhöhte Tarifierung bleibt bestehen.
Was die Mobilität im Allgemeinen betrifft, ist das Programm ehrgeizig. Der Bürgermeister kündigt den Einsatz von 15 Busexpresslinien an, die an Kreuzungen Vorrang erhalten, sowie die Wiederherstellung einer sicheren Busspur in der Rue de Rivoli. KI-Algorithmen sollen zudem die Ampeln in Echtzeit steuern, um den Verkehrsfluss zu verbessern und die Emissionen durch wiederholtes Anfahren zu senken. Eine Maßnahme, die, falls sie funktioniert, auch Autofahrerinnen und Autofahrer an Kreuzungen, die feststecken, zugutekommen könnte.
Sicherheitspolitisch wird der Ton eindeutig gesetzt. Eine spezialisierte Brigade gegen motorisierte Gewalt wird geschaffen, und die kommunale Polizei wird stärker gegen Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung eingesetzt, auch gegenüber Radfahrerinnen und Radfahrern. Das erklärte Ziel: Null Tote, Null Schwerverletzte auf den Pariser Straßen. Der Kampf gegen die Lärmbelastung gehört ebenfalls zum Programm, ein Thema, das in Mobilitätsdebatten oft zu wenig Beachtung findet.
Emmanuel Grégoire hat die schrittweise Umwandlung des Boulevard Périphérique in einen städtischen Boulevard bis 2032 angekündigt, mit dem Ziel, dem öffentlichen Verkehr, Mitfahrgelegenheiten, Grünflächen und künftig auch Radfahrer- und Fußgängerbereiche mehr Raum zu geben. Die Ufer der Seine sollen weiterhin für den Autoverkehr tabu bleiben, und etwa 1.000 Straßen könnten nach und nach den Zugang für motorisierte Fahrzeuge verlieren, beginnend an den Rändern von Schulen. Ein langer Fahrplan, der jedoch klar das künftige Paris skizziert.















