Nach der Dürre droht ein nasser Winter?

Von My de Sortiraparis · Fotos von Cécile de Sortiraparis · Aktualisiert am 21. August 2026 um 14:13
Das Wetter in den kommenden Monaten könnte eine spektakuläre Wende bringen: Nach einer historischen Dürre in diesem Sommer könnte Frankreich sich auf einen deutlich regnerischeren Herbst und Winter 2026 einstellen, mit einem erhöhten Hochwasserrisiko gemäß den aktuellen saisonalen Trends.

Das Wetter wird uns weiterhin vor neue Herausforderungen stellen. Und der Wandel könnte radikal ausfallen. Während Frankreich, einschließlich Île-de-France, eine der Dürreperioden seiner Geschichte durchlebt, deuten mehrere Modelle auf eine Umschwung zu einem völlig gegensätzlichen Szenario bis Jahresende hin. Das erläutert Météo Paris, die Website des Meteorologen Guillaume Séchet, die sich auf die Projektionen des europäischen Modells stützt. Der Regen könnte diesen Herbst wieder kräftig einsetzen, gefolgt von einem Winter, der besonders nass und unruhig über weite Teile des Landes ausfallen könnte.

Warum Frankreich von Dürre zu Überschwemmungen wechseln könnte

Die aktuelle Lage ist überraschend. Der Bodenfeuchteindex erreicht seit Beginn des Augusts 2026 historisch niedrige Werte – eine Rekordmarke auf nationaler Ebene, basierend auf den Messungen von Météo-France. Und dennoch waren im vergangenen Februar dieselben Böden noch sichtlich nass und verzeichneten Höchstwerte bei der Feuchtigkeit.

Mit anderen Worten: Frankreich ist in weniger als sechs Monaten von einem Extrem ins andere geraten – vom Rekordregen zur Rekorddürre. Diese enorme Kluft verdeutlicht eine grundlegende Tendenz im Zusammenhang mit dem Klimawandel, der die Niederschläge immer ungleicher zwischen der warmen und der kalten Jahreszeit verteilt.

Herbst und Winter 2026: Was sagen die saisonalen Prognosen?

Seit Monaten deuten saisonale Modelle darauf hin, dass Europa gegen Jahresende von einem feuchten und instabilen Wetter begleitet wird. Der Niederschlag dürfte ab September zunehmen, bevor sich dauerhaft ein kräftiges ozeanisches Tiefdrucksystem in unseren Regionen festsetzt.

Nach dem europäischen ECMWF-Modell, das von Météo Paris zitiert wird, zeichnen sich die Monate Oktober, November, Dezember deutlich zu nass ab: Ein potenziell sehr regenreicher Dezember und eine Folge von Störungen, teils begleitet von Böen und Stürmen. Auf der anderen Seite zeigt sich Météo-France in seinem Drei-Monats-Trendbericht vorsichtiger und bevorzugt für das laufende Quartal eher milderes Wetter als normal und vor allem rund um das Mittelmeer mehr Feuchtigkeit.

Gemeinsamer Trend dieser Prognosen: eine ausgeprägte Milde. Ein kräftiger Westwind geht stets mit milder ozeanischer Luft einher und vertreibt die Kälte aus Frankreich. Man sollte daher nicht unbedingt mit einem strengen Winter rechnen, sondern eher mit einem nassen Winter.

Sollten wir diesen Winter in der Île-de-France vor Überschwemmungen fürchten?

Vorsicht bleibt geboten. Wie das Jahr 2026 gezeigt hat, bedeutet ein Jahresbeginn mit Überflutungen nicht automatisch, dass wenige Monate später eine historische Dürre folgt – das Umgekehrte ist ebenso denkbar. Böden, die heute schon extrem trocken sind, könnten sich rasch sättigen, wenn Herbst und Winter aufeinanderfolgende Regenphasen bringen.

Den Kopf kühl bewahren. Die Saisonprognosen geben eine Tendenz, keine Gewissheit: Météo-France erinnert daran, dass ihre Zuverlässigkeit in Westeuropa, insbesondere bei Niederschlägen, begrenzt bleibt. Um die Entwicklung in Île-de-France Tag für Tag zu verfolgen, sollte man sich besser auf die regelmäßig aktualisierten Meldungen von Météo-France und von Météo Paris verlassen und aufmerksam bleiben gegenüber eventuellen Hochwasseralarmen, die auf Vigicrues für die Flüsse in der Île-de-France veröffentlicht werden.

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