Eine beschwerliche Nacht für Reisende aus der Île-de-France. Am Donnerstag, dem 27. August 2026, prasselten kräftige Regenmassen und stürmische Böen über die Hauptstadtregion am frühen Abend nieder. In wenigen Minuten schlug das Gewitter—kurz, aber heftig—viele Bäume auf den Gleisen nieder. Ergebnis: Ein weitgehend desorganisiertes Schienennetz, vom RER über die Transilien bis zu den Fernzügen, mit Verspätungen von mehreren Stunden an zahlreichen Pariser Bahnhöfen. Die acht Départements der Region waren von Météo-France in Warnstufe Orange gegen Gewitter eingestuft worden, und der Val-de-Marne zählte zu den am stärksten betroffenen Gebieten.
Die Größenordnung des Phänomens lässt sich aus den Messreihen ablesen: Laut Météo-France wurden Böen von mehr als 130 km/h in Nangis im Seine-et-Marne gemessen, während in Chevru in einer einzigen Stunde mehr als 26 mm Regen gefallen sind. Angesichts der stürmischen Winde hat die Stadt Paris zudem alle Parks und Gärten bereits ab 20 Uhr geschlossen.
Am RER A war der Verkehr zwischen Fontenay-sous-Bois und Joinville-le-Pont (Val-de-Marne) aufgrund eines umgestürzten Baums bei Joinville-le-Pont unterbrochen, der Rest der Linie war stark gestört. Der RER C war ebenfalls auf mehreren Streckenabschnitten unterbrochen, und zwar zwischen Massy-Palaiseau und der Gare d'Austerlitz sowie zwischen Juvisy und dem Pariser Bahnhof, wegen Hindernissen auf den Gleisen an den Ardoines in Vitry-sur-Seine (Val-de-Marne).
Am Freitagmorgen bleibt der Betrieb der RER C im Bereich Vitry-sur-Seine weiterhin von den Wetterbedingungen betroffen: Laut dem Betreiber werden die Bahnhöfe Ardoines, Vitry-sur-Seine und Ivry-sur-Seine bis 10:30 Uhr in Richtung Versailles-Château, Saint-Quentin-en-Yvelines und Pontoise nicht bedient, aufgrund der heftigen Regenfälle und der Gewitter.
Der RER D verkehrte bis 21:30 Uhr nicht zwischen Villeneuve-Saint-Georges (Val-de-Marne) und der Gare de Lyon, weil ein Baum auf den Gleisen zwischen der Gare de Lyon und Maisons-Alfort gemeldet worden war. Außerdem blieb auch der RER E nicht verschont: Er wurde durch einen Zwischenfall an der Strecke in Villiers-sur-Marne (Val-de-Marne) verzögert.
Auf der Seite der Transilien haben Baumstürze ebenfalls Schäden verursacht. Die Linie P war zwischen Mormant und Nangis sowie zwischen Meaux (Seine-et-Marne) und La Ferté-Milon (Aisne) unterbrochen. Im Süden wurde der Verkehr der Linie R zwischen dem Gare de Lyon und Melun (Seine-et-Marne) eingestellt, ein Hindernis blockierte die Strecke im Bereich des Gare de Lyon in Paris.
In den Bahnhöfen im Süden der Hauptstadt hat der Abend einem echten Rätsel geglichen. Um 20:30 Uhr gab es Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden bei Ab- und Ankunft am gare de Lyon, eine Situation, die sich ähnlich wie in der gare de Bercy Bourgogne darstellte. Am gare d'Austerlitz stiegen die angekündigten Verspätungen auf bis zu vier Stunden. Die SNCF hat zudem die Intercités de nuit gestrichen, die diesen Donnerstagabend in Richtung Süden Frankreichs vorgesehen waren.
Diese Zwischenfälle im Zusammenhang mit Gewittern reihten sich in einen weiteren dunklen Vorfall des Tages ein, diesmal völlig unabhängig vom Wetter: Ein Stromausfall legte den Bahnhof Montparnasse am Donnerstagnachmittag lahm und ließ Tausende Reisende auf der Rückkehr aus dem Urlaub feststecken. Eine doppelte Strafe für ein Netz, das in der letzten Woche vor dem Schulbeginn ohnehin unter Druck steht.
Am Freitag 28. August 2026 wirken sich die Folgen der Unwetter erneut auf einen Teil des Netzes aus. Die technischen Teams von SNCF Réseau bleiben im Einsatz, um die zuletzt verstopften Gleise zu räumen und eine schrittweise Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen. Die Reisezeiten können auf einigen Linien am Morgen weiterhin verlängert sein, bis der Betrieb wieder voll in den gewohnten Rhythmus übergeht.
Wie so oft bei solchen Vorfällen ist es sinnvoll, vor der Abfahrt den Zustand der Linie zu prüfen. Île-de-France Mobilités und Transilien raten Reisenden, die Fahrpläne in Echtzeit über ihre App oder Webseite sowie die Verkehrsinfos der RATP für die vom Betreiber betreuten Abschnitte zu nutzen. Dieser Vorsorge-Handgriff hilft, eine mögliche Reiseverlegung einzuplanen oder eine alternative Route zu wählen. Und nicht zu vergessen: Bei einer erneuten Wetterwarnung sollten nicht notwendige Reisen verschoben und man sollte Schutz suchen, bis das Phänomen vorübergeht.
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