Und wenn die Kunst der Renaissance auch in der Radierung geschrieben wurde, zwischen Erfindung und italienischer Kühnheit? In den Beaux-Arts in Paris zeichnet eine außergewöhnliche Ausstellung vom 22. Oktober 2025 bis zum 1. Februar 2026 den Weg von Rosso Fiorentino und Francesco Primaticcio nach, zwei italienischen Künstlern, die von Franz I. nach Frankreich eingeladen wurden. Insgesamt wird eine Auswahl von etwa fünfzig Zeichnungen und Drucken, die in den Sammlungen der Institution aufbewahrt werden, präsentiert. Das Publikum taucht so in das Herz der Baustelle von Fontainebleau zwischen 1530 und 1560 ein, einer entscheidenden Zeit für die Entstehung eines neuen Stils. Anhand dieser selten öffentlich gezeigten Werke wird die Entstehung derSchule von Fontainebleau deutlich, einer künstlerischen Bewegung, die die französische Kunst der Renaissance tiefgreifend beeinflusst hat.
Hier erfahren Sie, wie die prestigeträchtigen Dekorationen des Schlosses Fontainebleau entstanden sind, von der Galerie François I. über die Galerie d'Ulysse bis hin zum Ballsaal und der Porte Dorée. Die Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht nur auf italienische Künstler, sondern beleuchtet auch die Graveure der Baustelle, die die technische Innovation der damaligen Zeit maßgeblich vorantrieben. Diese waren nicht nur einfache Interpreten, sondern eigenständige Schöpfer und Pioniere in der Verwendung der Radierung, einer Technik der Druckgrafik, die zu dieser Zeit in Frankreich noch in den Kinderschuhen steckte.
Diese Ausstellung bietet eine seltene Gelegenheit, Werke zu betrachten, die seit über dreißig Jahren im Verborgenen geblieben sind. Einige von ihnen waren sogar noch nie ausgestellt worden. Zu den Highlights gehört eine der wenigen Zeichnungen aus Rossos französischer Zeit: Pandora befreit die Plagen aus ihrer Büchse, eine kraftvolle und verstörende Komposition.
Drei Hauptachsen strukturieren den Besuch: Die erste Abteilung stellt die vorbereitenden Zeichnungen und Drucke im Zusammenhang mit den Dekorationen von Fontainebleau vor, seien sie noch sichtbar oder verschwunden. Der zweite Teil ist den Radierungen der 1540er Jahre gewidmet und befasst sich mit den technischen Neuerungen und den Schlüsselfiguren der ersten Radierwerkstatt in Bellifontaine(Léon Davent, Fantuzzi, Mignon...). Der letzte Teil schließlich untersucht die antiken und modernen Inspirationen der Künstler und offenbart den reichen Austausch zwischen Italienern, Franzosen und Flamen. Diese kollektive Dynamik ermöglichte die rasche Verbreitung einer neuen Ästhetik, die von einer kühnen, länderübergreifenden künstlerischen Vision getragen wurde.
Wenn Sie sich für Kunstgeschichte, die Renaissance, Gravurtechniken oder monumentale Dekorationen interessieren, wird diese Ausstellung Sie ansprechen. Sie lädt Sie dazu ein, einen neuen Blick auf einen Schlüsselmoment der französischen Kunstgeschichte zu werfen und dabei unbekannte Meisterwerke zu entdecken, die in den Beaux-Arts de Paris aufbewahrt werden. Dieser Ort der Lehre und Forschung wird für die Dauer der Ausstellung zu einem echten Laboratorium des künstlerischen Gedächtnisses.
Wenn Sie hingegen eine sehr visuelle, immersive oder spektakuläre Ausstellung im zeitgenössischen Sinne suchen, entspricht dieser Rundgang möglicherweise nicht Ihren Erwartungen. Hier entstehen Emotionen durch die Feinheit des Strichs, die Präzision der Drucke und den Reichtum an Referenzen - und nicht durch digitale Installationen oder Bühneneffekte.
Der Rahmen der Beaux-Arts de Paris im Herzen des Viertels Saint-Germain-des-Prés bietet eine Atmosphäre, die zur Kontemplation und Reflexion anregt. Es ist ein idealer Ort für einen Solobesuch, einen gelehrten Spaziergang zu zweit oder einen Familienausflug mit neugierigen Teenagern, die Kunst auf eine andere Art und Weise entdecken möchten. DieAusstellung steht auch im Einklang mit den Aufgaben der Institution: Bewahrung, Erforschung und Weitergabe eines einzigartigen Kulturerbes, wobei die Beiträge europäischer Künstler, deren kreativer Dialog die Jahrhunderte überdauert hat, hervorgehoben werden.
Dank der Mobilisierung von Sammlern und Mäzenen ist der hier aufbewahrte Bestand an Zeichnungen einer der reichsten in Frankreich und kann mit den Beständen des Louvre oder der Nationalbibliothek konkurrieren. Er zeugt von einer Epoche, in der die Kunst in einem ständigen Austausch zwischen antiker Tradition und zeitgenössischem Schaffen, zwischen königlicher Schirmherrschaft und kollektivem Einfallsreichtum entstand.
Es erwartet Sie eine Reise hinter die Kulissen einer künstlerischen Gründungsbaustelle. Ob Sie nun ein Kenner oder ein neugieriger Kunstliebhaber sind, diese Ausstellung streckt ihre Arme nach Ihnen aus!
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Termine und Öffnungszeiten
Von 22. Oktober 2025 bis 1. Februar 2026
Standort
Beaux-Arts in Paris
14 Rue Bonaparte
75006 Paris 6
Tarife
Tarif au choix (c'est vous qui donnez ce que vous voulez) : €2 - €10
Offizielle Seite
beauxartsparis.fr
Weitere Informationen
Geöffnet von Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 19 Uhr























