Wenn der Körper zu Sprache und lebendiger Materie wird... Die an der École supérieure d'ébénisterie d'Avignon ausgebildete Bildhauerin Emilie Le Mené, alias Ono, belegt vom 13. November bis zum 27. Dezember 2025 die Galerie La Lison mit einer beeindruckenden Ausstellung mit dem Titel Écorchée Vive, die von der Galerie Astra Artem vorgeschlagen wurde. Dieses künstlerische Projekt ist ein wahrer plastischer Schrei, der die Grenzen des Körpers, des Weiblichen und der unsichtbaren Wunden, die unser Leben prägen, auslotet. Mit einer Reihe von Skulpturen aus Holz, Gips oder Porzellan inszeniert die Künstlerin ein sensibles, gezeichnetes, widerstandsfähiges Material, in dem jedes Stückchen Fleisch zu einer Metapher für das Erlebte wird.
In dieser Ausstellung, die von einer Frau für Frauen konzipiert und mit einem entschieden weiblichen Blick realisiert wurde, offenbart Ono die Spannungen zwischen der inneren Welt und dem äußeren Erscheinungsbild, zwischen der Zerbrechlichkeit des Lebendigen und der Dichte des Materials. Werke wie Des papillons dans le ventre (Schmetterlinge im Bauch ) oder Féminité (Weiblichkeit) vermitteln das rohe Fleisch der Intimität, ihre Schmerzen wie auch ihre Impulse.
Weit entfernt von einer technischen Demonstration, behauptet sich Écorchée Vive als Manifest der Freiheit und des Widerstands, das Emotionen ohne Umschweife annimmt. Jedes Werk scheint auf unsichtbare Kräfte zu reagieren – Triebe, Erinnerungen, Schweigen – und die skulpturalen Körper sprechen dort, wo Worte versagen. Schmetterlinge im Bauch, Herzklopfen, Narben – jedes Detail ruft universelle Empfindungen hervor: diejenigen, die wir alle in uns tragen, diejenigen, über die wir oft schweigen.
Das Holz, das nach traditioneller Art bearbeitet wurde, widersteht ebenso, wie es nachgibt. Ono formt mit der Intensität des Erlebten und schreibt so eine Art Kartografie der Seele in das Material. Gips, Porzellan, manchmal vergoldet, sorgen für Kontraste: Dichte und Zartheit, Härte und Poesie, in einer zutiefst menschlichen Entblößung. Seine Inspirationen – die Vanitas-Darstellungen des 17. Jahrhunderts, die Romantik des 19. Jahrhunderts, die Symbolik der Organe – verweben eine Erzählung, in der das Organische zur Sprache wird.
Écorchée Vive richtet sich an alle, die in eine introspektive, emotionale, direkte Erfahrung eintauchen möchten. Liebhaber zeitgenössischer Kunst, Begeisterte der Arbeit mit Materialien, Entdecker des Intimen und Symbolischen finden hier einen Raum, der ihre eigenen Erfahrungen widerspiegelt. Es ist auch ein Ort, der sich für Momente zu zweit, für Gespräche mit Freunden, für Ausflüge mit Gleichgesinnten eignet, bei denen man Eindrücke und Emotionen austauscht.
Diese Ausstellung ist jedoch nicht für ein Publikum gedacht, das auf der Suche nach konzeptueller Abstraktion oder ästhetischer Leichtigkeit ist. Hier gibt es keinen Filter und keine Distanz: Die Werke fordern heraus, erschüttern, konfrontieren Sie mit Fleisch, Trauer, Identität. Es ist kein kontemplativer Spaziergang, sondern ein Eintauchen in die Dichte des Erlebten.
In diesem rohen Rahmen der Galerie La Lison scheint jede Skulpturvon Ono unter dem Blick des Betrachters zu pulsieren, als würde der Körper seine Sprache zurückerobern. Die Künstlerin erzählt nicht nur eine persönliche Geschichte, sie entwirft ein kollektives Fresko des verletzten und lebendigen Weiblichen, des Körpers als Erinnerung der Welt. Der Rundgang durch die Ausstellung ist fließend, organisch, fast anatomisch: Man durchquert hybride Formen, zwischen Schädeln und Herzen, zwischen Haut und Höhlen, zwischen Geburt und Endlichkeit.
Mit Écorchée Vive wird die Materie sichtbar und der Körper zu einem heiligen Territorium, das es zurückzuerobern gilt. Die Ausstellung präsentiert sich als Raum des Dialogs, in dem Kunst zu einer Antwort, einer Frage, einem Hauch wird. Eine Erfahrung, die man bewusst und in vollen Zügen genießen sollte, für alle, die spüren, dass auch ihr Körper Geschichten in sich trägt.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 13. November 2025 bis 27. Dezember 2025
Standort
galerie La Lison
5 Rue Pierre Chausson
75010 Paris 10
Zugang
Metro Linie 4 Station "Château d'eau" (Wasserturm)
Tarife
Kostenlos
Offizielle Seite
www.galerie-la-lison.com
Weitere Informationen
Geöffnet von Mittwoch bis Samstag von 12 bis 19 Uhr.























