Wenn sich die alpinen Landschaften in symbolistische Visionen verwandeln... Das Musée Marmottan Monet in Paris widmet dem renommierten Maler des Symbolismus und des Divisionismus, Giovanni Segantini, eine umfassende Ausstellung. Unter dem Titel Ich will meine Berge sehen ist die Schau vom 29. April bis 16. August 2026 zu sehen. Diese monografische Ausstellung, die erste größere Präsentation des italienischen Künstlers in Frankreich, eröffnet den Blick auf die einzigartige Welt eines Malers, der von den Alpenlandschaften und dem Licht der Gipfel fasziniert war.
Ölgemälde, Pastelle und Zeichnungen: Über sechzig Werke, ergänzt durch etwa dreißig Papierarbeiten aus europäischen Sammlungen, erzählen die Lebensgeschichte dieses unkonventionellen Künstlers, der 1899 viel zu früh verstarb. Er träumte davon, seine Arbeiten dem Pariser Publikum zu präsentieren – heute wird dieses Ziel symbolisch erfüllt durch diese Ausstellung, kuratiert von Gabriella Belli und Diana Segantini.
Der Rundgang beginnt in der Frühphase des Künstlers in Italien und führt dann weiter auf seinem Weg bis in das Engadin in der Schweiz, ein Gebiet, das er als Zufluchtsort und Inspirationsquelle wählte. Hier lebt Segantini nicht nur die Berge ab, er macht sie zum Schauplatz eines stillen Dialogs zwischen Mensch und Natur. Jede Leinwand fängt das spezielle Licht, die Dichte der Luft und die Spannungen zwischen ländlichem Leben und spirituellem Ideal ein. Die Landschaften scheinen zu atmen und laden zum Nachdenken ein. Die Ausstellung ist als eine Art Aufstieg gestaltet: In zehn Abschnitten zeigt sie die wichtigsten Stationen seines künstlerischen Werdegangs, von Mailand über Maloja bis zu den Gipfeln des Schafberg, wo sein Leben endet und sein Werk seinen Höhepunkt erreicht.




Was das Werk von Giovanni Segantini auszeichnet, ist seine Fähigkeit, die Malerei zum Leben zu erwecken, indem er die Pinselstriche nach den Prinzipien des Divisionismus nebeneinanderstellt, um fast vibrierende Lichteffekte zu erzielen. In seinem Werk verflechten sich die Themen Mutterschaft, Einsamkeit, Tod und Erlösung in Landschaften, in denen die Natur zum Spiegel der menschlichen Seele wird. Damit reiht er sich voll und ganz in die symbolistische Bewegung ein, jedoch mit einer visuellen Kraft, die an die Strenge des Realismus erinnert.
Auch im Rahmen dieser Retrospektive zeigt das Museum eine Hommage an Anselm Kiefer, die unter dem Titel Voglio vedere le mie montagne versammelt ist. Im zeitgenössischen Dialog mit der Welt von Giovanni Segantini erkundet der Künstler ebenfalls die Beziehung zur Landschaft als Ort der Erinnerung, des Leidens und der Transzendenz. Vier Werke, die am Ende des Rundgangs gezeigt werden, schaffen so einen neuen Dialog zwischen zwei Weltanschauungen, die mehr als ein Jahrhundert voneinander trennen, aber durch die gleiche Faszination für die Berge als mentalen Raum verbunden sind.




Im ruhigen 16. Arrondissement gelegen, beherbergt das Musée Marmottan Monet, bekannt für seine impressionistische Sammlung, diese Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit 24 ORE Cultura organisiert wurde und unter der Schirmherrschaft der italienischen und schweizerischen Botschaften steht. Die Ausstellungspassage rückt einen Künstler in den Fokus, der in Frankreich lange Zeit eher im Schatten stand, obwohl die französische Kritik zu Lebzeiten große Bewunderung für ihn zeigte und er von seinem Traum träumte, sein Triptychon der Natur bei der Weltausstellung 1900 in Paris zu präsentieren – eine Idee, die er nie verwirklichte.
Mit seinem Hauch von Alpine-Wanderung ist Ich will meine Berge sehen auch eine innere Reise – eine Einladung, unsere Beziehung zur Natur, zur Einsamkeit und zum Licht neu zu entdecken. Ein seltener Moment, in dem Malerei und Landschaft verschmelzen und Raum für Besinnung und Reflexion schaffen.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 29. April 2026 bis 16. August 2026
Standort
Marmottan-Monet-Museum
2, rue Louis Boilly
75116 Paris 16
Offizielle Seite
www.marmottan.fr
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Geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Donnerstags bis 21 Uhr.















