Figurative Särge und Begräbnisurnen, inspiriert vom pariserischen Fantasieunivers, stehen im Mittelpunkt… Die Nothing Serious Galerie im 11. Arrondissement von Paris öffnet nach vier Jahren wieder ihre Türen mit der Ausstellung From Paa Joe to Paaris, die vom 28. Februar bis 24. Mai 2026 läuft. Die 2014 von der Künstlerin und Illustratorin Juliette Seydoux gegründete Galerie, die kostenlos zugänglich ist und nach dem Vorbild einer künstlergeführten Galerie organisiert ist, präsentiert ein vielfältiges Programm zeitgenössischer Kunst. Mit dieser Ausstellung in Paris würdigt sie Paa Joe, den ghanaischen Künstler Joseph Tetteh-Ashong, der für seine figurativen Särge bekannt ist und 1989 beim Les Magiciens de la Terre im Centre Pompidou einem internationalen Publikum erstmals große Aufmerksamkeit schenkte.
Seit über fünfzig Jahren arbeitet Paa Joe an der Entwicklung von Abebuu Adekai – figurative Särge aus der ghanaischen Friedhofstradition der Ga-Leute. Diese Objekte, deren Name „Spruchgefäße“ bedeutet, werden in Zusammenarbeit mit den Familien der Verstorbenen gestaltet und nehmen Formen an, die mit ihrem Beruf oder ihrer persönlichen Geschichte verbunden sind. Für die Angehörigen gibt es sogar kleinere Versionen, um eine Erinnerung an die Zeremonie zu bewahren – die Särge oder Skulpturen werden beigesetzt und sind nach den Beerdigungen nicht mehr sichtbar.
Präsentiert in bedeutenden Institutionen wie der Tate Modern, dem Guggenheim Bilbao oder dem Brooklyn Museum, gehören diese Skulpturen heute zum festen Bestandteil der zeitgenössischen Kunstlandschaft. Für diese Pariser Ausstellung arbeitet Paa Joe eng mit seinem Sohn Jacob Tetteh-Ashong zusammen, der in der Familienwerkstatt ausgebildet wurde und mittlerweile die Koordination der Projekte und Ausstellungen übernimmt.
Die Ausstellung zeigt 25 bisher unbekannte Werke, darunter drei monumentale Formate, die aus einem Dialog zwischen Juliette Seydoux und den Künstlern entstanden sind – ein Austausch, der nach der Entdeckung eines Sarg in Form eines Mercedes-Benz im National Museum of Scotland begann. Die ausgestellten Stücke in Paris greifen Motive auf, die mit dem Pariser Stadtbild verbunden sind, etwa einen Croissant, eine PSG-Tasse, eine Taube oder eine Weinflasche. Durch diese Formen hinterfragen die Künstler die visuelle Repräsentation, das kollektive Gedächtnis und die Symbolik, die zwischen Westafrika und der französischen Hauptstadt zirkulieren. Die Ausstellung verbindet so eine ghanische Bestattungstradition mit populären Paris-Ikonen und bietet eine vielschichtige Betrachtung zeitgenössischer Mythologien.
Über die ausgestellten Werke hinaus regt die Ausstellung vor allem dazu an, darüber nachzudenken, was aus einem rituellen Objekt wird, wenn es seinen ursprünglichen Kontext verlässt und in einen Kunstraum überführt wird. Der Blick verändert sich, auch seine Funktion — genau in diesem Spannungsfeld spielt sich etwas ab. Beim Durchqueren der Galerie ist jeder frei, seine eigene Interpretation dieser fremden Formen zu entwickeln und darüber nachzudenken, wie Kulturen aufeinandertreffen, sich wandeln und im Dialog bleiben.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 28. Februar 2026 bis 23. Mai 2026
Standort
Nichts Ernstes
6 Rue de Vaucouleurs
75011 Paris 11
Zugang
U-Bahn-Linie 2 und 11 an der Station „Belleville“
Tarife
Kostenlos
Offizielle Seite
www.nothingserious.fr
Weitere Informationen
Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag sowie an den Nachmittagen von 14 bis 18 Uhr, samstags von 13 bis 18 Uhr. Führungen sind nach Vereinbarung möglich – per E-Mail oder Instagram.























