Eine Premiere in Frankreich seit über dreißig Jahren! Vom 6. Oktober 2026 bis zum 7. Februar 2027, empfängt das Musée national Picasso-Paris eine Kurt Schwitters. Das Chaos der Welt. 1918-1948, eine Retrospektive, die dem deutschen Künstler im 3. Arrondissement von Paris gewidmet ist. Entstanden aus der Zusammenarbeit zwischen der Pariser Institution und dem MoMA in New York, versammelt diese Ausstellung über 300 Werke und Archivbestände, um diesen ikonoklastischen Schöpfer neu zu entdecken, einen Pionier des Assemblages und der Recyclingkunst.
Maler, Bildhauer, Dichter, Typograf und Performer, Kurt Schwitters (1887–1948) gilt als ein außerordentlicher Allround-Künstler, ein echter Mann fürs Große wie Kleine. Am Rande der Bewegungen Dada, des Konstruktivismus und der geometrischen Abstraktion gründete er seinen eigenen Kunststrom, der den Namen Merz trug. Von den Schrecken der Kriege gezeichnet, revolutionierte der Schöpfer das Materialbild, indem er Verlassenes – Zeitungen, Fahrkarten, Holzreste, Schnüre oder Alltagsabfälle – in poetische, harmonische Kompositionen verwandelte.
Statt eines klassischen, linearen Rundgangs legt die Ausstellung Wert auf Medienschnittstellen und hebt die formalen Parallelen zwischen Kurt Schwitters und Pablo Picasso hervor. Die beiden Zeitgenossen teilten eine gemeinsame Obsession für Experiment, die Dekonstruktion traditioneller Codes und die Einbindung realer Alltagsobjekte in Malerei und Skulptur.
Als vom Nazi-Regime als "entarteter" Künstler stilisierter Schwitters wurde er 1937 ins Exil gedrängt, flüchtete von Hannover über Norwegen schließlich ins Vereinigte Königreich. Trotz prekären Lebensverhältnissen und der Zerstörung seiner Werke setzte er seine Suche nach einer totalen Kunst fort – und beeinflusste damit später Pop Art sowie die amerikanischen Neo-Dada-Bewegungen, allen voran Robert Rauschenberg.
Eines der Highlights des Rundgangs besteht in der Präsentation einer außergewöhnlichen Rekonstruktion des Merzbau. Das absolute Meisterwerk des Künstlers und ein grundlegender Meilenstein der modernen Kunst ist eine organische architektonische Struktur mit ineinander verschachtelten Volumen, die ursprünglich acht Räume seines Hauses in Hannover einnahm und durch alliierte Bombenangriffe im Jahr 1943 zerstört wurde.
Dank der Arbeit des Szenografen Peter Bissegger und des Sohnes des Künstlers Ernst Schwitters, die in den 1980er-Jahren anhand historischer Aufnahmen realisiert wurde, kann das Pariser Publikum unmittelbar in diese ikonische Raumerlebnis-Installation eintauchen.
Um das Erlebnis zu vertiefen, arbeitet das Musée Picasso mit dem Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne und dem Sprengel Museum in Hannover zusammen. Am 12. und 13. November 2026 wird im Sorbonne ein internationales Kolloquium unter dem Titel "Kurt Schwitters : singulier, pluriel" stattfinden, um die Nachwirkungen des Werks, seine Verbindungen nach Frankreich und die Erhaltung seiner hybriden Assemblagen zu analysieren.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 6. Oktober 2026 bis 7. Februar 2027
Standort
National Picasso Museum
5, rue de Thorigny
75003 Paris 3
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Infos zur Barrierefreiheit
Tarife
Tarif réduit : €12
Plein tarif : €16
Offizielle Seite
www.museepicassoparis.fr
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Geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 9:30 bis 18:00.















