Warum galt die Rotonde im Parc Monceau einst als Paris’ unbeliebtestes Bauwerk?

Von Graziella de Sortiraparis · Fotos von Graziella de Sortiraparis · Aktualisiert am 27. Dezember 2025 um 10:33
Bevor sie zum eleganten Eingang zu einem der schönsten Gärten der Hauptstadt wurde, hatte die berühmte Rotonde im Parc Monceau eine weniger angenehme Funktion: Sie diente einst als Zollstation! Tauchen Sie ein in die Geschichte dieses außergewöhnlichen Denkmals, eines der wenigen Überbleibsel einer Zeit, in der der Eintritt nach Paris kein kostenloses Vergnügen war!

Wenn Sie den Place de la République-Dominicaine passieren, führt kein Weg an dem neoklassizistischen Pavillon mit seinen Säulen vorbei. Heute ist er vor allem ein elegantes Eingangstor zum Parc Monceau (und beherbergt, ganz unromantisch, öffentliche Toiletten und die Parkbüros), doch im 18. Jahrhundert hatte er eine viel düsterere Bedeutung.

Der "Mauer um Paris"

Diese runde Bauform, ursprünglich bekannt als Chartres-Tor, war eines der Zollstationen am berühmten Wall der Finanzherren. Errichtet kurz vor der Französischen Revolution (zwischen 1784 und 1790), verfolgte dieser Bau keine militärische Verteidigungsfunktion gegen Eindringlinge, sondern sollte Händler dazu verpflichten, Steuern auf alle Waren (Wein, Fleisch, Holz), die in die Stadt eingeführt wurden, zu entrichten — ein Mittel im Kampf gegen Schmuggel.

Hier entstand das berühmte Sprichwort der Zeit: „Die von der Stadtmauer Paris umfasste Stadt macht Paris zum Flüstern.“ Die Pariser verachteten die königliche Maut, die die Lebenshaltungskosten steigen ließ.

Eine „Kavalierstour“ für einen Prinzen

Der geniale Architekt hinter dem Bauwerk namens Propyläe (sowie 53 weitere Hecken rund um Paris) war Claude-Nicolas Ledoux. Für die Rotunde im Monceau wollte er Großes schaffen. Warum? Weil sie auf dem Gebiet des Herzogs von Chartres stand, dem späteren Philippe Égalité.

Der Herzog genoss sogar ein außergewöhnliches Privileg: Während das Erdgeschoss und die obere Etage als Büro genutzt wurden, war die Dachterrasse nur für ihn reserviert. So konnte er ungestört den Rundumblick auf seinen privaten Garten (heute der Parc Monceau) genießen und gleichzeitig im Blick behalten, wer in die Stadt ein- und ausging!

Die letzten Überlebenden: Wo kann man die anderen noch sehen?

Von den 54 monumentalen Ledoux-Bauten haben nur vier die Zerstörungswut der Abbruchbirnen Haussmanns im Jahr 1860 überlebt. Wenn Ihnen die Rotonde de Monceau gefällt, können Sie auf Schatzsuche nach weiteren Überresten gehen:

  • Die Rotunde von La Villette (Stalingrad): Die imposantste der drei, heute ein Restaurant und eine Kunstgalerie beherbergt.
  • Die Barrière d'Enfer (Denfert-Rochereau): Die beiden Pavillons, die den Eingang zu den Katakomben flankieren.
  • Die Barrière du Trône (Nation): Die beiden Pavillons mit monumentalen Säulen, die mit Statuen von Königen gekrönt sind.

Beim nächsten Mal, wenn Sie unter den Säulen des Parc Monceau vorbeigehen, stellen Sie sich vor, wie Zollbeamte damals die Weinkarren durchsuchten — genau dort, wo heute die Kinder ihre Zuckerwatte essen!

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Praktische Informationen

Standort

35 boulevard Courcelles
75008 Paris 8

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