Wussten Sie schon? Dieses ägyptische Tempel im 10. Arrondissement verbirgt ein Kino und eine Bar-Terrasse.

Von Graziella de Sortiraparis · Aktualisiert am 27. Dezember 2025 um 16:30
Vergessen Sie die Pyramiden – verborgen am Schnittpunkt der Boulevards de la Chapelle und Magenta liegt eines der faszinierendsten Schätze der Hauptstadt: das Louxor, ein legendäres Kino mit Fassade geschmückt mit Pharaonen und goldenen Mosaiken.

Wenn man den Blick an der Kreuzung der Boulevards Magenta und La Chapelle nach oben richtet, blickt man direkt auf eine Szenerie mit Pharaonen, Lotusblumen und bunten Hieroglyphen. Dabei handelt es sich nicht um eine optische Täuschung durch die Hochbahn, sondern um die Fassade des Louxor, eines der prominentesten Kinos Europas. Doch welches Geheimnis verbirgt sich hinter diesem ägyptisch anmutenden Bau im Art Déco-Stil, und warum wurde gerade inmitten des Goutte d'Or-Quartiers ein solches Szenenbild gewählt? Hier erzählen wir die Geschichte dieses Denkmals, das uns ohne Paris zu verlassen in eine andere Welt entführt.

Das "Wunder" von 1921

Eröffnet im Jahr 1921, entstand das Louxor inmitten des Zeitalters der "Ägyptomanie". Zu dieser Zeit fasziniert Frankreich die Vielzahl archäologischer Entdeckungen im Tal der Könige. Der Architekt Henri Zipcy beschließt, ein mutiges Projekt in Angriff zu nehmen: Er verwandelt einen Kinosaal in einen echten antiken Palast.

Das Auge fürs Detail ist hier kaum zu übertreffen: Die Mosaiken an der Fassade, gefertigt aus Email und Gold, beziehen sich direkt auf die Berichte über Napoleons Ägyptische Expedition sowie auf das hundertjährige Jubiläum der Entzifferung der Hieroglyphen durch Champollion. Im Inneren lädt der große Saal – heute liebevoll restauriert – dazu ein, in eine Atmosphäre einzutauchen, die einem Sarg eines Herrschers gleicht, mit pphyto-ähnlichen Säulen und geflügelten Motiven.

Vom Ruhm zum Verfall (und zur Auferstehung)

Doch der Luxor hätte beinahe für immer verloren sein können. In den 80ern wurde er zu einem Disco (dem berühmten Megatown), bevor er vollständig aufgegeben wurde. Fast zwei Jahrzehnte lang waren die Vögel und der Staub die einzigen Zeugen dieses einst prächtigen, aber verfallenden Tempels.

Es wird eine historische Mobilisierung der Anwohner des Viertels erfordern, damit die Stadt Paris das Gebäude zurückkauft und originalgetreu restauriert. Heute wird es vor allem für Arthouse-Kino besucht, doch vor allem lockt der versteckte Terrassenbar im zweiten Stock, die einen der ungewöhnlichsten Ausblicke auf die Sacré-Cœur und die vorbeiziehende Metro bietet.

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Praktische Informationen

Standort

170 Boulevard de Magenta
75010 Paris 10

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Infos zur Barrierefreiheit

Zugang
Metro Barbès - Rochechouart

Offizielle Seite
www.cinemalouxor.fr

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