Stranded in Flughafen wegen eines bürokratischen Missverständnisses, lernt ein Mann, in einem Ort zu überleben, den nur Durchreisende passieren. Unglaublich, aber wahr: Dieser Szenario, das den berühmten Spielberg-Film inspirierte, basiert auf einer wahren Begebenheit… und es passierte in Paris.
In Le Terminal verkörpert Tom Hanks den Viktor Navorski, einen Reisenden, der in einem US-Flughafen gestrandet ist, nachdem in seinem Heimatland eine politische Krise ausgebrochen ist. Es ist ihm unmöglich, offiziell in das Land einzureisen, ebenso wenig kann er nach Hause zurückkehren. Er befindet sich somit in einer Art Schwebezustand, zwischen zwei Welten, gefangen im Terminal. Hinter dieser jener Geschichte, die im Kino Kultstatus erlangt hat, verbirgt sich die wahre Lebensgeschichte von Mehran Karimi Nasseri, auch bekannt als Sir Alfred, einem iranischen Flüchtling, der nach seinen Jahren im Flughafen Charles de Gaulle beinahe eine legendäre Figur wurde, nachdem er dort achtzehn Jahre verbracht hatte.
Nach den verfügbaren Informationen befindet sich Mehran Karimi Nasseri, geboren im Iran, gegen Ende der 1980er Jahre am Flughafen Roissy. Seine rechtliche Situation ist außergewöhnlich komplex. Sein Werdegang ist bis heute vieles unklar. Was jedoch unumstritten ist, ist, dass er vom 8. August 1988 bis August 2006 am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle lebte – insgesamt 18 Jahre. Achtzehn Jahre an einem Ort, den die meisten nur auf Durchreise besuchen: Das klingt fast wie ein Hollywood-Drehbuch, und der Ausgangspunkt dafür ist auf jeden Fall beeindruckend.
In Roissy hatte Sir Alfred seinen Platz im Terminal 1 gefunden, in der Nähe der Geschäfte und Restaurants. Sein Alltag hatte sich allmählich zu einer gewissen Routine entwickelt: Er schlief auf Bänken, pflegte seine Hygiene in den öffentlichen Sanitärräumen, las viel und schrieb ebenfalls leidenschaftlich. Manchmal unterstützten ihn Mitarbeiter, Reisende und Passanten, vor allem beim Essen. Im Laufe der Zeit war er zu einer vertrauten Gestalt im Flughafen geworden, fast schon ein „Stammgast“ an einem Ort, der eigentlich für das Flüchtige konzipiert war.
Entgegen der landläufigen Annahme war er vermutlich nicht ständig in einer engen Transitzone gefangen, wie es oft im Film dargestellt wird. Zwar war seine behördliche Situation so absurd, dass er jahrelang dort verbleiben musste, doch tatsächlich war er nicht dauerhaft eingeschränkt. 2006 wurde er hospitalisiert, anschließend lebte er in der Region Île-de-France, bevor er 2022 zurück zum Flughafen kehrte, wo er am 12. November desselben Jahres verstarb. Das Ende seines Lebens fiel eher unspektakulär aus, doch seine Geschichte hat es geschafft, in die globale Popkultur einzutauchen. Nun liegt er auf dem Friedhof von Mauregard, im selben Gebiet wie der Terminal 1 des Flughafens.
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Standort
Flughafen Roissy Charles de Gaulle
Paris-Charles De Gaulle (CDG)
95700 Roissy en France



















