Pariser Marathon: Warum genau diese Distanz von 42,195 km?

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Fotos von Cécile de Sortiraparis · Aktualisiert am 1. Mai 2026 um 00:00
Während der Paris-Marathon sich auf seine 50. Auflage vorbereitet, schwirrt vielen noch nach dem Zieleinlauf eine Frage durch den Kopf: Warum misst man beim Marathon ausgerechnet 42,195 Kilometer? Hinter dieser Distanz, die zu einer Art Heiligen geworden ist, steckt eine olympische, königliche Geschichte … und ein wenig unwahrscheinlich.
42,195 km, ist die Distanz des Marathons, die sich die Läufer des Marathon de Paris für seine 50. Ausgabe vornehmen. Aber warum gerade diese Zahl? Warum nicht 40 km, 42 ganz genau, oder gar 45, um es zu toppen? Wir erklären es Ihnen.

Zu Beginn steht eine Legende. Die des griechischen Boten Phidippidès — oder Philippidès, je nach Version — der angeblich von Marathon nach Athen gelaufen sein soll, um den Sieg der Griechen über die Perser zu verkünden. Der moderne Marathon bezieht sich auf diese berühmte Szene und wurde für die ersten modernen Olympischen Spiele in Athen, im 1896, ins Leben gerufen, als Anspielung auf diese antike Vorstellung. Zu jener Zeit war die Distanz noch nicht festgelegt: Sie lag grob bei 40 km und variierte je nach Ausgabe.

Der eigentliche Wendepunkt kam bei den Olympischen Spielen von London im Jahr 1908. Die Organisatoren legten damals eine Strecke fest, die von Windsor Castle bis zur königlichen Loge im Londoner Stadion reicht. Ergebnis: Die Marathonstrecke misst 42 km und 195 m, das entspricht 26 Meilen und 385 Yards. Ja, die mythische Marathon-Distanz verdankt viel einem Parcours, der darauf ausgelegt war, ein Schloss mit einer königlichen Tribüne zu verbinden.

Diese Distanz war noch kein universell geltendes Maß, doch der Londoner Wettkampf blieb im Gedächtnis, vor allem durch seinen extrem dramatischen Zieleinlauf, der in der olympischen Geschichte berühmt geworden ist: Der Italiener Dorando Pietri kam als Erster ins Stadion, war jedoch völlig erschöpft, verfehlte die Richtung, stürzte in den letzten Metern mehrmals zu Boden. Offizielle halfen ihm auf, er überquerte die Ziellinie als Erster, wurde jedoch zu Recht disqualifiziert, weil er äußere Hilfe erhalten hatte. Der offizielle Sieg ging schließlich an den Amerikaner Johnny Hayes.

Allmählich hat sich dieses Format durchgesetzt und wurde zum Standard, der seit den Olympischen Spielen 1924 gilt. Auch heute noch definiert World Athletics den Marathon mit 42,195 km. Diese Distanz ist das Ergebnis einer Kette von Zufällen, die zur Tradition geworden ist.

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