Hinter den Bäumen erwartet man kaum, sich plötzlich einer gigantischen Kopf mit goldenem Auge, einer schlangenartige Zunge und einem leuchtenden Gesicht gegenüberzustehen. Und doch ist genau das das, was neugierige Spaziergänger im Wald von Milly-la-Forêt erleben. Hier, inmitten der Natur, taucht Le Cyclop wie ein bisschen verrückter Traum auf: Eine monumentale Skulptur von 22,50 Metern Höhe und etwa 350 Tonnen Stahl, die 1969 begonnen wurde, später vollendet und 1994 von François Mitterrand eingeweiht wurde. Mehr als nur ein Kunstwerk zum Anschauen, ist es ein Ort, den man durchschreiten, hören und fühlen kann. Man betritt ihn, als würde man eine Kreatur betreten, mit diesem köstlichen Gefühl, gleichzeitig eine Maschine, ein Denkmal und ein Märchenwald zu erkunden.
Was kann man in Essonne (91) unternehmen? Kulturerbe, gute Adressen und Aktivitäten, Ausgehtipps
Haben Sie Lust, das Kulturerbe der Ile-de-France zu entdecken? Wir nehmen Sie mit auf eine Entdeckungsreise zu den Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Essonne. Von guten Adressen bis hin zu unumgänglichen Veranstaltungen, wir geben Ihnen einen Überblick über die Ideen zum Ausgehen! [Mehr lesen]
Das Erstaunliche am Cyclop ist, dass er auch besichtigt werden kann. Sein riesiger, kopfloser Kopf beherbergt einen Innenraum mit Treppen, Brücken, Mechanismen und visuellen sowie akustischen Überraschungen – wie ein künstlerisches Labyrinth, verborgen hinter einer Mauer aus Spiegeln. Das Werk steht im Bois des Pauvres, am Ende der Rue Pasteur in Milly-la-Forêt, was seine Wirkung noch verstärkt: Man entdeckt es nicht in einem Museum, sondern mitten im Wald.
Der Park ist jedes Jahr von Anfang April bis Ende der Allerheiligenferien geöffnet, mit Führungen an den Wochenenden sowie in den Schulferien. Wichtig zu wissen: Der Zutritt zum Inneren des Cyclops ist für Kinder unter acht Jahren untersagt – eine wichtige Information, wenn man einen Familienausflug plant.
Obwohl Jean Tinguely den Anstoß für das Projekt gab, ist der Cyclop keinesfalls ein einsames Abenteuer. Das Kunstwerk wurde in Zusammenarbeit mit Niki de Saint Phalle und zahlreichen Künstlern aus dem persönlichen Umfeld des Paares realisiert, darunter Bernhard Luginbühl, Daniel Spoerri, Eva Aeppli, Arman, César, Jean-Pierre Raynaud und Rico Weber.
Dieses kollektive Element erklärt auch die Einzigartigkeit dieses Ortes. Bei Tinguely liebt die Kunst Bewegung, Geräusche, Zufall und das laute Knirschen von wilden Schrott-Assemblagen; seine berühmten "Anti-Maschinen" nehmen die Technik oft auf die Schippe. Niki de Saint Phalle hingegen bringt mit ihrem Gesicht vor den Spiegeln eine der markantesten Markierungen des Parks ein. Gemeinsam formen sie ein poetisches Monster, halb beängstigend, halb spielerisch, das scheinbar direkt aus einem modernen Mythos entsprungen ist.
Der Cyclop wird häufig als Schnittstelle verschiedener künstlerischer Bewegungen gesehen. Der Dadaismus zeigt sich darin im rebellischen Geist, im Humor und im spielerischen Umgang mit Ironie. Der Nouveau Réalisme, dem Tinguely zugehört, erkennt man in der Verwendung von Alltagsmaterialien, die oft gesammelt wurden, um das Gewöhnliche in Kunstwerke zu verwandeln. Die kinetische Kunst spiegelt sich in den Mechanismen, Bewegungen und Geräuschspielen wider, während die rohe, unkonventionelle Ästhetik den brutalen Charme dieser außerhalb tradierter Grenzen entstandenen Konstruktion verrät.
Das Besondere an diesem Ort ist wohl genau das, was ihn so faszinierend macht: Er ähnelt keinem anderen. Weder ein traditionelles Museum noch eine einfache Freiluft-Skulptur, bietet der Cyclop ein ganzheitliches Erlebnis, das sowohl visuell, akustisch als auch physisch eindrucksvoll ist. Man betrachtet ihn natürlich von außen, doch vor allem entdeckt man ihn im Inneren, als würde das Kunstwerk langsam den Besucher verschlucken, um ihm sein Herz aus Metall zu zeigen. In der Île-de-France sind nur wenige Orte, an denen zeitgenössische Kunst so seltsam, so immersiv und so unvergesslich mit dem Wald in Dialog tritt.
Seit über einem Jahrzehnt hat die Vereinigung Le Cyclop den Ort auch für zeitgenössische Kunst geöffnet. Dadurch hat sich die Location zu einem Treffpunkt für Natur, Kunst und neugierige Besucher entwickelt. Bildende Kunst, Musik, visuelle Kunst, Performances – der Geist des Cyclop inspiriert weiterhin ein vielfältiges, innovatives Programm, das die kreative Energie des Künstlerpaares Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle lebendig hält.
Im Wesentlichen liegt die ganze Magie des Cyclop vielleicht genau darin: Es hat etwas von einem gut gehüteten Geheimnis. Ein leuchtendes Monster, das sich im Wald versteckt, eine mechanische Kathedrale im Essonne, eine künstlerische Verrücktheit, in die man wirklich eintauchen kann.
Für einen kulturellen Spaziergang in der Île-de-France gibt es kaum eine interessantere Unbekannte Adresse: eine spannende Entdeckung, die sich auf jeden Fall lohnt!
Termine und Öffnungszeiten
Von 4. April 2026 bis 1. November 2026
Standort
Der Zyklop
Le Bois des Pauvres
91490 Milly la Foret
Tarife
Accès sur le site autour du Cyclop : Kostenlos
Tarif Réduit (enfants de 8 à 18 ans, étudiants...) : €8
Taris Navigo (pass annuels et mensuels) : €10
Tarif Plein : €12
Durchschnittliche Dauer
45 Min.
Offizielle Seite
www.lecyclop.com
Weitere Informationen
Der Zutritt zum Gelände und zum Kunstzentrum rund um den Cyclop ist frei und kostenlos.
Eine Besichtigung des Cyclop ist nur im Rahmen geführter und kostenpflichtiger Touren möglich.



Was kann man in Essonne (91) unternehmen? Kulturerbe, gute Adressen und Aktivitäten, Ausgehtipps














