Der offizielle Frühling hat zwar noch nicht begonnen, doch Paris lässt sich nicht vom Kalender aufhalten. Nach 42 aufeinanderfolgenden Regentagen und einigen Schneefällen im Pariser Becken hat sich Ende Februar 2026 unerwartet eine milde Witterung eingestellt, mit Temperaturen um die 17 °C an diesem Donnerstag. Das Ergebnis: Die Vegetation erwacht in den Pariser Parks und Gärten früher als usual und bietet Spaziergängern einen willkommene Vorgeschmack auf den Frühling. Laut Agraringenieur Serge Zaka sind alle Zutaten für einen sogenannten Scheinfrühling vorhanden, mit früh blühenden Pflanzen, die in diesem Jahr möglicherweise Rekorde brechen. Der Klimawandel spielt dabei eine Rolle: In den letzten dreißig Jahren hat sich die Blütezeit vieler Arten um mindestens zehn Tage vorverlegt. Was Anfang März in den 1990er Jahren normal war, zeigt sich jetzt bereits Mitte Februar. Also sollte man es genießen, denn die Blüte ist flüchtig. Wir stellen Ihnen sechs wunderschöne Orte in der Hauptstadt vor, perfect für eine Blumenrunde in Paris im März 2026.
Der Jardin des Tuileries, einer der berühmtesten Parks in Paris, erwacht bereits in den ersten Frühlingstagen zum Leben. Ganz vorne mit dabei sind die Magnolien, deren große, tulpenförmige Blüten in zartem Rosé die Allee entlang erstrahlen, noch bevor die Kirschbäume den Staffelstab übernehmen. Ein unvergessliches Highlight, nur einen Steinwurf vom Place de la Concorde entfernt, das sich besonders früh morgens bei schönstem Licht genießen lässt.
Der ehemalige Halles-Garten, 2013 zu Ehren des südafrikanischen Präsidenten umbenannt, gibt im Frühjahr seine 513 sorgfältig ausgewählten Bäume frei. Japanische Kirschbäume, Zieräpfel, weiße Kirschblüten und Magnolien bilden ein blühendes Panorama vor der gotischen Fassade von Saint-Eustache. Ein idealer Ort für eine Familienpause, mit großen Rasenflächen und Spielplätzen für die Kinder. Ein schöner Zwischenstopp, den man perfekt mit einem Besuch der Bourse du Commerce - Collection Pinault in der Nähe kombinieren kann.
Die Magnolien im Jardin du Palais Royal genießen einen wohlverdienten Ruf. Geplant unter den Säulen der Galerien, profitieren sie von einem urbanen Mikroklima, das eine etwas frühere Blütezeit ermöglicht. Ihre Blüten in einem kräftigen Rosa, das ins perlmuttartige Weiß übergeht, bilden einen hübschen Kontrast zur klassischen Architektur der Arkaden. Ein ruhiger Ort abseits der Hauptzeiten, perfekt um das Blütenmeer ohne zu viel Trubel zu bewundern, vor allem an Wochentagen.
Ein weniger bekannter Ort, der unbedingt in die Liste der Spaziergänge aufgenommen werden sollte: die Esplanade zwischen der Rue de la Monnaie und der Rue du Pont Neuf, entlang La Samaritaine. Vor einigen Jahren wurden dort Weiße Magnolien gepflanzt. Mit der Seine im Hintergrund und der renovierten Jugendstil-Fassade der Samaritaine entsteht ein beeindruckender Kontrast. Für Liebhaber schöner Perspektiven lohnt sich ein kurzer Abstecher von den Ufern.
Im Viertel Batignolles im 17. Arrondissement gelegen, ist der Parc Martin Luther King wohl einer der grünsten Orte der Stadt – besonders dank seiner zahlreichen . Seine breite Allee, gesäumt von japanischen Kirschbäumen, verwandelt sich jedes Frühjahr in einen rosa-weißen Tunnel, der Fotografen und Spaziergänger gleichermaßen anzieht. Ein Park, der auf Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung basiert, mit Gemeinschaftsgärten und weitläufigen Grünflächen. Die beste Zeit für einen Besuch ist Mitte März, wenn die Blüte ihren Höhepunkt erreicht.
Ein Muss sind die Trocadéro-Gärten, in denen einige der ersten Prunus cerasifera in Paris blühen – meist ab Mitte Februar. Diese Kirsch- und Pflaumenbäume präsentieren zarte, lichtrosa Blüten mit الذهبfarbenen Reflexen, federleicht und filigran, wie Konfetti auf noch blattlosen Zweigen. Mit dem Eiffelturm im Hintergrund zählt dieser Ort zweifellos zu den beliebtesten Fotospots der Saison. Am besten besucht man ihn am Vormittag, um das Licht optimal zu nutzen und den Menschenmengen zu entgehen.
Die Blütezeit der Bäume in Paris erstreckt sich über mehrere Wochen und variiert je nach Art. Die Prunus cerasifera sind die ersten, die ihre Blüten zeigen, bereits ab Mitte Februar und bis Ende März. Danach übernehmen die Magnolien, die von Mitte bis Ende März blühen – eine äußerst kurze Blütezeit, die manchmal nur wenige Tage anhält. Die japanischen Kirschbäume (Prunus serrulata), die beliebtesten und meistfotografierten, kommen dann im April bis Anfang Mai. In diesem Jahr, mit dem Wärmeeinbruch Ende Februar 2026 und den durchfeuchteten Böden, scheint die Natur damit eilig zu haben, den Kalender vorzukriegen. Kurz gesagt, es ist die beste Zeit, um das Blütenmeer zu genießen, solange noch etwas Zeit ist. Wer die aktuellen Blütezeiten live verfolgen möchte, sollte einen Blick auf die neuesten Fotos auf Instagram werfen und vorher den gewünschten Ort suchen, bevor man sich auf den Weg macht.
Um weitere Inspirationen für blumige Spaziergänge in Paris und der Île-de-France im Frühling 2026 zu entdecken, haben wir die schönsten Plätze für Sie zusammengestellt.







































