Es ist eine Nachricht, die bei den Stammgästen am Quai François-Mauriac im 13ᵉ arrondissement wie eine kalte Welle ankommt. Die piscine flottante Joséphine Baker, dieses einzigartige Penichen-Schwimmbad, das an der Seine festgemacht ist, wird definitiv seine Türen vor Ende des Jahres 2026 schließen. Der Grund? Ein baulisch als unumkehrbar eingestufter Zustand, wie die Stadt Paris bestätigte, der die Informationen bestätigte, die von Actu Paris veröffentlicht und von Le Parisien übernommen wurden. Zwanzig Jahre nach ihrer Eröffnung schließt sich eine Seite für eines der skurrilsten Einrichtungen des Pariser Badelebens.
Im Juli 2006 von Bürgermeister Bertrand Delanoë eröffnet, wurde das Schwimmbad zu Ehren der amerikanischen Sängerin Joséphine Baker benannt, geboren 1906, deren hundertster Geburtstag damals gefeiert wurde. Entworfen wurde es von dem Architekten Robert de Busni; diese Glas- und Stahlkonstruktion, getragen von zwanzig Metallflößen, hatte die besondere Eigenschaft, im Sommer das Dach zu öffnen und so die beiden Becken zu einem Open-Air-Schwimmerlebnis zu machen. Man schwamm in einem Sportbecken von 250 m² oder in einem 50 m² großen Babybecken, dazu kamen Sonnenliegen, Saunen, Hamam, Jacuzzi und ein Fitnessraum. Für viele Pariserinnen und Pariser im 13. Arrondissement war es viel mehr als nur ein Schwimmbad.
Das Bauprojekt hatte im Juli 2004 auf den Werften in Ostende (Belgien) und Tulcea (Rumänien) seinen Anfang genommen, bevor die einzelnen Bauteile in Rouen zusammengefügt wurden und die Struktur ihren endgültigen Heimathafen im September 2005 am Fuße der Bibliothèque François-Mitterrand fand. Ein ungewöhnliches Vorhaben für eine Anlage, die nicht lange auf Probleme warten ließ.
Ende 2006 geriet das Schwimmbad in Brand und stolperte 2007 beinahe über den Untergang, nachdem eine Bedienungsfehlleistung aufgetreten war. Es blieb mehrere Monate geschlossen, bevor es am 21. Juli 2008 wieder öffnete. Das war allerdings nur der Auftakt zu einer langwierigen Folge technischer Schließungen, Fliesenproblemen und regelmäßigen Hafen- bzw. Wartungsarbeiten alle fünf Jahre – bedingt durch seinen status als unmotorisiertes Schiff. Bereits im Dezember 2017 wies der Bericht der Chambre régionale des comptes auf eine problematische Verwaltung hin und darauf, dass die Kosten doppelt so hoch seien wie der Durchschnitt der Pariser Schwimmbäder, nämlich 21,69 Euro je Nutzer.
Eine umfassende Untersuchung aus dem Jahr 2021 hat schließlich das endgültige Aus der Anlage eingeleitet. Experten wiesen auf eine erhebliche strukturelle Verformung der Schute hin, die man scherzhaft als Banane-Effekt bezeichnet, und damit die Stabilität beeinträchtigt, sowie auf Risse in den Betonbauteilen, die die Wasseraufnahme begünstigen. Hinzu kommen fortgeschrittene Korrosion, allgemeine Feuchtigkeit und zunehmende Risiken für die Stromnetze. Die aktuelle Zertifizierung läuft am 16. Mai 2026 ab.
Angesichts dieser Lage hat die Stadt Paris entschieden: Eine Renovierung würde mindestens 7,5 Millionen Euro kosten – verteilt auf Beckenpflege, strukturelle Nachbesserungen und laufende Betriebskosten – ohne jegliche Garantie auf eine Lebensdauer von mehr als wenigen Jahren. Bereits bei der Planung wurde die Lebensdauer des Beckens auf rund 15 Jahre geschätzt, was dem Baker-Becken seinen historischen Status verleiht, auch wenn dies seine treuen Anhänger nicht wirklich tröstet.
Das Joséphine-Baker-Schwimmbad bleibt vorerst geöffnet. Die Stadt Paris hat den Präfekten der Region um eine Verlängerung des Betriebs bis zum Frühjahr 2027 gebeten, vorbehaltlich Sicherheitsauflagen und behördlicher Genehmigungen. In der Zwischenzeit erinnert die Gemeinde daran, dass der kostenlose Badebereich an der Seine in Bercy (XIIᵉ Arrondissement), direkt gegenüber, ab Juli 2026 wieder öffnen wird. Eine Freiluft-Option in der Gegend, auch wenn sie kein Ersatz für ein Hallenbad darstellt.
Langfristig setzt die Stadt auf den Bau eines neuen Schwimmbads am Standort Georges Carpentier, rue Masséna im 13. Arrondissement, das als besser auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer sowie auf die aktuellen Anforderungen zugeschnitten gilt. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Vorhaben konkret entwickelt.
Um die aktuellen Öffnungszeiten und noch verfügbare Zeitfenster einzusehen, besuchen Sie die offizielle Website des Schwimmbads Joséphine Baker, das am Quai François-Mauriac im 13. Arrondissement liegt und über die Metro-Linie 6 an der Station Quai de la Gare erreichbar ist.
Es fällt schwer, beim Blick auf die Schließung dieses Ortes nicht eine Prise Nostalgie zu verspüren, der eine bestimmte Vorstellung vom Pariser Baden verkörperte – eine Stadt, die wieder mit ihrem Fluss versöhnt ist. Zwar ist die Entscheidung aus technischer und finanzieller Sicht nachvollziehbar, doch sie hinterlässt eine Lücke, die sich nicht sofort schließen lässt. Solange noch Zeit bleibt, lohnt es sich, sie zu nutzen – ein letztes Brustschwimmen mit Blick in den Himmel von Paris.
Standort
Josephine Baker Pool
Quai François Mauriac - Port de la Gare
75013 Paris 13















