„Hurlevent“: Mutige Adaption oder oberflächliche Verfilmung eines klassischen Romans?

Von Julie de Sortiraparis · Aktualisiert am 10. Februar 2026 um 19:57
"Hurlevent", die neue Adaption von Emerald Fennell mit Margot Robbie und Jacob Elordi, kommt am 11. Februar 2026 in französische Kinos. Eine gotisch-poppige Neuinterpretation eines brennenden Klassikers, die bereits für Kontroversen sorgt: Für die einen ein mutiges sinnliches Erlebnis, für die anderen eine oberflächliche Version von Brontës Roman, der seiner Dunkelheit und Tiefe beraubt wurde.

Unter der Regie von Emerald Fennell geschrieben, erzählt dieses Liebesdrama, in dem Margot Robbie, Jacob Elordi und Hong Chau die Hauptrollen übernehmen, am 11. Februar 2026 in den französischen Kinos. Basierend auf Emily Brontës Roman Wuthering Heights präsentiert sich der Film als eine düstere, leidenschaftliche Neuinterpretation in einem gothischen Ambiente. Verleih: Warner Bros. Pictures.

Die Erzählung greift die turbulente Beziehung zwischen Cathy Earnshaw und Heathcliff auf. Ihre Verbindung verwandelt sich in eine Abfolge emotionaler Spannungen, geprägt von familiären und sozialen Hindernissen. Die Entwicklung ihrer Geschichte unterstreicht die Auswirkungen dieser Leidenschaft auf ihr Umfeld.

Die Handlung untersucht die zerstörerischen Gefühle, die die beiden Figuren verbinden. Ihre Zuneigung nährt eine Spirale, die von Trennungen, Wiedervereinigungen und den nachhaltigen Auswirkungen auf mehrere Generationen geprägt ist.

Der Trailer zu "Wuthering Heights"

Warner Bros. Pictures bezeichnet den Film als ambitionierte Neuinterpretation des Romans. Das Projekt wird von Emerald Fennell, Josey McNamara und Margot Robbie produziert. Tom Ackerley und Sara Desmond sind für die ausführende Produktion verantwortlich. Die Dreharbeiten stützen sich auf langjährige Mitarbeiter der Regisseurin, darunter Linus Sandgren für die Kamera, Suzie Davies für die künstlerische Leitung, Victoria Boydell für den Schnitt und Jacqueline Durran für die Kostüme. Die Originalmusik umfasst Titel, die von Charli XCX komponiert wurden.

Diese Version besticht durch natürliche Kulissen und eine dramatische Atmosphäre. Die Themen sind unglückliche Liebe, emotionale Gewalt und die Schwierigkeit der Figuren, ihrem Schicksal zu entkommen. Der Film richtet sich an ein Publikum, das sich für klassische Geschichten interessiert, die mit einem zeitgenössischen Ansatz adaptiert wurden.

Unsere Meinung zu "Sturmhöhe":

Mit Sturmhöhe wagt sich Emerald Fennell direkt an eines der wichtigsten Meisterwerke der englischen Literatur – allerdings nicht, um eine ehrfürchtige Adaption zu präsentieren, sondern um ein vor allem sensorisches, sinnliches und rohes Erlebnis zu schaffen. Bereits die ersten Bilder setzen den Ton: Die Heidelandschaft wird zum Schauplatz der Triebe, Körper geben sich der Dekadenz hin, und die Inszenierung zielt weniger auf das Erzählen, als auf das Gefühl ab. Das Fest der Hingerichteten, das den Film eröffnet, wirkt wie ein ästhetisches Manifest: Hier ist Übermaß keine Fehlentwicklung, sondern eine Handlungsmaxime.

Dieser zutiefst polarisierende Ansatz durchzieht den gesamten Film. Fennell setzt mehr auf emotionale Intensität und die Wirkung der Bilder als auf narrative Strenge oder die soziale Komplexität des Emily Brontë Romans. Die leidenschaftliche Verbindung zwischen Cathy und Heathcliff wird als toxische Obsession inszeniert, genährt von fehlgeleitetem Ego, Rache und rohem Verlangen – mit dem Risiko, die tragische und politische Dimension des Originals zu schälen. Der Film versucht nie, zu analysieren: Er führt vor, schreit laut, durchdringt Bild und Ton mit einer dichten Atmosphäre.

Äußerlich beeindruckt Sturmhöhe jedoch mühelos. Die hervorragende Kameraarbeit von Linus Sandgren hebt die wilden Landschaften, die Kulissen und Kostüme in eine fast malerische Lichtstimmung, die stets durch eine kunstvolle Beleuchtung hervorgehoben werden. Jede Einstellung wirkt wie ein ikonisches Bild, manchmal nah an einer Illustration, stets aber beeindruckend. Der Soundtrack, rau und allgegenwärtig, umhüllt den Film mit einer beklemmenden Atmosphäre und verstärkt das Gefühl eines langen, sinnlichen Rausches, mehr noch als einer klar strukturierten Erzählung.

Diese ästhetische Übertreibung ist sowohl Stärke als auch Schwäche des Films. Während man die faszinierende Opulenz kaum bestreiten kann, bleibt nach dem Abspann nur wenig vom Eindruck hängen. Das Gefühl ist sofort präsent, fast physisch, doch es fällt schwer, es langfristig zu behalten. Die moralische Dunkelheit, die soziale Gewalt und die generationale Grausamkeit, die den Roman prägen, treten hier in den Hintergrund und werden durch eine erotische Melodramatisierung überlagert, die mehr auf Schockeffekte setzt als auf die Tiefe der Botschaft.

Sturmhöhe richtet sich vor allem an ein Publikum, das auf exzessive Werke, poppige Neuinterpretationen und cineastische Objekte steht, die too much als künstlerisches Statement zelebrieren. Für jene, die ein immersive Erlebnis suchen, das von Musik, Bildsprache und einer bewusst zeitgenössischen Ikonografie getragen wird, bietet der Film eine hypnotische, manchmal faszinierende, niemals lau wirkende Erfahrung. Wer Fennells provokative Herangehensweise in früheren Arbeiten schätzen gelernt hat, erkennt hier die Konsistenz ihrer Handschrift.

Andererseits könnten Leser, die die literarische Tiefe von Sturmhöhe schätzen – mit ihrer sozialen Kritik und ihrer moralischen Härte – sich vom Film entfremdet fühlen. Der Film versucht nicht, im Dialog mit dem Text zu stehen: Er durchquert ihn, wandelt ihn um, manchmal auch entleert er ihn seiner Substanz. Das Ende, etwas in die Länge gezogen, verstärkt das Gefühl eines Objekts, das sich seiner eigenen Raserei hingibt, ohne immer einen Ausweg zu wissen.

Ein Werk, das tief kontrovers ist, Sturmhöhe ist weniger eine klassische Adaption, denn eine radikale Neuinterpretation. Atemberaubend anzusehen, stellenweise verstörend, im Kern aber oft frustrierend, bestätigt der Film Fennells Vorliebe für extreme sinnliche Erfahrungen. Ein mutiger, doch ungleichmäßiger Spielfilm, der dauerhaft zwischen denen spaltet, die sich auf den Sturm der Empfindungen einlassen, und denen, die bedauern, dass bei dieser visuellen Raserei die Tragik Brontës an Dunkelheit und Tiefe eingebüßt hat.

"Wuthering Heights"
Film | 2026
Kinostart am 11. Februar 2026
Liebesdrama | Dauer: 2h16
Von Emerald Fennell | Mit Margot Robbie, Jacob Elordi, Hong Chau
Originaltitel: Wuthering Heights
Produktion: Großbritannien / USA

Der Film ist eine neue Adaption des Romans von Emily Brontë, die sich auf die Intensität der Beziehungen und die tragische Dimension dieser wegweisenden Erzählung konzentriert.

Um das Erlebnis im Kino zu verlängern, schauen Sie sich die Neuheiten im Februar an, die aktuellen Filme und unsere Auswahl der wichtigsten Dramen des Jahres.

Diese Seite kann KI-gestützte Elemente enthalten, weitere Informationen finden Sie hier.

Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Ab dem 11. Februar 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.
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