DieOpéra national de Paris ist eine unumgängliche kulturelle Institution der Hauptstadt. Liebhaber von Schauspiel und Musik, aber auch Geschichts- und Kulturinteressierte kennen diese Säle, in denen Opern- und Ballettaufführungen stattfinden, sehr gut. Doch hinter dem roten Vorhang und dem Gold glänzen dieOper Garnier und dieOper Bastille nicht mehr im gleichen Glanz...
Am 24. Oktober 2024 veröffentlichte der Rechnungshof einen Analysebericht über die Verwaltung und die Konten der Pariser Nationaloper. Die Schlussfolgerungen der öffentlichen Einrichtung waren eindeutig: Die beiden Opernhäuser gehen sehr schnell kaputt und bedürfen großer Renovierungsarbeiten.
Der Rechnungshof erklärt in seinem Bericht, dass die bisherigen Instandhaltungsarbeiten nicht ausreichen, um die Gebäude in einem angemessenen Zustand zu erhalten: Durch die zu hohe Besucherzahl und die zahlreichen Aktivitäten werden die Ausrüstungen und Gebäude zu schnell abgenutzt. Die Finanzgerichtsbarkeit stellt fest, dass in der " Bastille, nach 32 Jahren Betrieb ohne größere Maßnahmen, die Renovierung ("grand carénage") nunmehr eine echteDringlichkeit erlangt hat ". Dasselbe gilt für das Palais Garnier, wo " die Schäden in den öffentlichen Bereichen sichtbar sind, die seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr in größerem Umfang renoviert wurden. Darüber hinaus unterstreichen mehrere Studien und Diagnosen im Übrigen den tiefgreifenden Modernisierungsbedarf des Palais Garnier und der Bühnenbereiche."
So müssen die Oper Garnier und die Oper Bastille laut Rechnungshof umfangreiche Renovierungsarbeiten an der Bühnenmaschinerie und den für das Publikum zugänglichen Bereichen durchführen, die Dächer abdichten, die Bühnenausstattung modernisieren und die Gebäude an die geltenden ökologischen Standards anpassen...
Am 2. September 2025 hat die Kulturministerin Rachida Dati einen Sanierungsplan vorgestellt, der die verschiedenen Standorte der Opéra National de Paris wieder auf Vordermann bringen soll. Betroffen sind das Palais Garnier und die Opéra Bastille, außerdem die Ateliers Berthier in Paris sowie die École de Danse in Nanterre.
Die Ministerin und der Generaldirektor der Pariser Nationaloper, Alexander Neef, haben den Plan"Neue Ära, neue Luft" vorgestellt: ein großes Bauprojekt, das sich über mehrere Jahre erstrecken soll. Die Entscheidungsträger dieses Projekts weigern sich, die Gebäude während der Bauarbeiten vollständig zu schließen, und planen daher, den öffentlichen Betrieb der Nationaloper während dieser Zeit aufrechtzuerhalten.
Im Detail streben die Kulturbehörden die Modernisierung der Bühnentechnik und die Rehabilitation der Proberäume der Opéra Bastille an, wobei eine vorübergehende Schließung der Bühne über zwei Spielzeiten hinweg von 2030 bis 2032 vorgesehen ist. Das Palais Garnier setzt derweil die Fassadensanierung fort. Die Bühne des Palais sollte ursprünglich von Sommer 2027 bis Sommer 2029 geschlossen bleiben. Allerdings wurde Blei in der gesamten Bühneneinrichtung entdeckt. Es ist zwingend erforderlich, alles zu entfernen; die Arbeiten dürften daher mindestens bis 2032 dauern.
Die Besuchsbereiche bleiben während der Arbeiten weiterhin zugänglich. Die Renovierungsphasen sollen daher abwechselnd an beiden Veranstaltungsorten stattfinden, damit ein kulturelles Programm nahezu durchgehend gewährleistet ist – oder fast.
Außerdem sollen dieTanzschule der Oper und die Ateliers Berthier (in denen die Kulissen gelagert und gebaut werden) von Renovierungsarbeiten an den Dächern, der Zugänglichkeit, den Probenräumen und der Logistik profitieren.
Dieser Renovierungsplan ist Teil eines umfassenden Projekts des Staates, mit dem das französische Kulturerbe aufgewertet werden soll. In diesem Sinne enthüllte die Kulturministerin auch ein kulturelles Aktionsprojekt, das die breite Öffentlichkeit dazu bewegen soll, sich die Pariser Nationaloper wieder anzueignen.
Die Ministerin sprach von neuen geselligen und gastronomischen Bereichen in der Bastille-Oper, von Workshops, Begegnungen und immersiven Erlebnissen, die für alle zugänglich sind, und von kostenlosem Zugang zu den öffentlichen Bereichen der Bastille-Oper tagsüber ab dem Jahr 2030.
Das Projekt Nouvelle ère, nouvel air soll von der Pariser Nationaloper und ihren Mäzenen finanziert werden. Ein Viertel der Finanzierung wird laut den Ankündigungen von Rachid Dati auch vom Staat kommen. Die Arbeiten sollen bis 2032 dauern und 450,8 Millionen Euro kosten, wieAFP berichtet.
Standort
Pariser Oper - Palais Garnier
8 Rue Scribe
75009 Paris 9
Zugang
Metro: Station Opéra (Linie 3, 7 oder 8) Auber (RER A)
Offizielle Seite
www.operadeparis.fr















