Wenn Sie schon einmal geflogen sind, kennen Sie wahrscheinlich die berühmte 100-ml-Regel für die Kabine. Jeder Reisende muss seine Flüssigkeiten im Handgepäck (Shampoo, Zahnpasta, Parfüm, Creme, Duschgel...) in Flakons mit maximal 100 ml Inhalt verstauen, die alle in einem durchsichtigen Plastikbeutel mit einem Liter Fassungsvermögen zusammengefasst sind. Aber warum diese Vorschrift? Der Grund für diese Regel ist ein Sicherheitsaspekt, der auf einen vereitelten Anschlagsversuch zurückzuführen ist.
Die Ereignisse gehen auf den August 2006 in London zurück. Der britische Geheimdienst vereitelt einen Terroranschlag von bisher unbekanntem Ausmaß. Eine extremistische Gruppe hatte geplant, bis zu zehn Flugzeuge, die das Vereinigte Königreich mit den USA verbinden sollten, gleichzeitig in die Luft zu sprengen. Wie würden sie vorgehen? Flüssige Sprengstoffe, die in Limonaden- oder Toilettenflaschen versteckt und dann direkt an Bord zusammengebaut werden.
Angesichts dieser unsichtbaren Bedrohung reagieren die britischen Behörden sofort: Es wird ein totales Verbot von Flüssigkeiten in der Kabine eingeführt. Schnell wird die Maßnahme, um den Flugverkehr nicht lahmzulegen, gelockert und in eine standardisierte Regel umgewandelt: 100 ml pro Behälter, alle zusammen in einem durchsichtigen Plastikbeutel.
Die Grenze von 100 ml wurde nicht zufällig festgelegt. Sicherheitsexperten stellten fest, dass mit dieser Menge nicht genügend Chemikalien transportiert werden können, um einen gefährlichen Sprengstoff an Bord herzustellen. Der durchsichtige Plastikbeutel hingegen erleichtert die Sichtkontrollen und beschleunigt den Durchgang der Passagiere durch die Sicherheitsschleusen.
Seit 2006 ist die Flüssigkeitsregel in Flugzeugen allgemein gültig, obwohl sie oft als einschränkend empfunden wird. Neue 3D-Scanner ermöglichen es jedoch bereits auf einigen Flughäfen, den Inhalt des Gepäcks direkt zu analysieren, ohne dass Flüssigkeiten begrenzt werden müssen. Das Vereinigte Königreich plant, diese Regel in den kommenden Jahren zu lockern, und andere Länder könnten folgen. Bis dahin sollten Reisende aber immer noch ihre 100-ml-Flaschen und durchsichtigen Plastikbeutel bereithalten, bevor sie an Bord gehen.
Diese Seite kann KI-gestützte Elemente enthalten, weitere Informationen finden Sie hier.















