Die Porte de Montreuil in Paris wird zur begrünten Fläche von 3,5 Hektar umgestaltet – das erwartet uns

Von My de Sortiraparis · Aktualisiert am 10. Februar 2026 um 16:55
Im 20. Arrondissement von Paris steht die Porte de Montreuil vor einer radikalen Veränderung. Der seit Jahrzehnten gealterte Verkehrsknotenpunkt wird durch einen begrünten Platz mit einer Fläche von 3,5 Hektar ersetzt, der bis Herbst 2027 fertiggestellt sein soll. Dieses ambitionierte Stadtentwicklungsprojekt verbindet künftig Paris mit Montreuil und Bagnolet.

Vielleicht haben Sie es schon bemerkt: Die Porte de Montreuil gehört zu den Pariser Eingängen, bei denen man sich eher in einem Stau und weniger in einem echten Stadtviertel wähnt. Direkt an der Grenze zu Montreuil und Bagnolet im Seine-Saint-Denis gelegen, kämpft dieses Gebiet des 20. Arrondements seit Jahren mit verschiedenen Problemen: verlotterte öffentliche Räume, allgegenwärtige Straßennetze, ein urbanes Bild, das zwischen Flohmarkt, abgelegenen Sportanlagen und dem Ringautobahn zersplittert ist, die alles durchkreuzt.

Nach Jahren voller Debatten, Gegenentwürfe und Umentscheidungen wird die Umgestaltung der Porte de Montreuil nun endlich Wirklichkeit. Das Projekt startet am 14. April 2026. Bis zum Herbst 2027 soll der graue, veraltete Kreisverkehr Vergangenheit sein – Platz machend für einen echten grünen Luftraum im Herzen der Metropole.

Was wird sich konkret an der Porte de Montreuil verändern?

Das Ziel ist klar: Aus einer Verkehrsader soll ein großer, grüner Stadtplatz entstehen. Konkret wird der bisherige Kreisverkehr, der den Autobahnring überragt, durch einen großzügigen rechteckigen Platz von 40.000 m² ersetzt, in dessen Mitte der Autoverkehr entfallen wird. Diese neue Gestaltung wird eine nahtlose urbane Verbindung zwischen Paris, Montreuil und Bagnolet schaffen – anstelle der heutigen Zersplitterung.

Die Begrünung wird im großen Stil erfolgen: Fast 12.000 m² Grünflächen, davon 10.000 m² auf freiem Boden, mit mehr als 400 neu gepflanzten Bäumen. Das überarbeitete Projekt sieht sogar vor, zusätzliche Bäume zu erhalten und diejenigen umzusiedeln, die von Bauarbeiten betroffen wären. Schluss mit dem endlosen Asphalt: Stattdessen entstehen verkehrsberuhigte Wege, urbane Sitzgelegenheiten und grüne Rückzugsräume. Um die Geräuschkulisse zu verbessern, wird eine schallgeschützte Bauweise das bisherige Gebäude über dem Périphérique auf der Nordseite ersetzen. Eine Maßnahme, um das wichtige Stadtviertel im Osten von Paris zu beruhigen, das lange Zeit unter Lärm und Umweltbelastung gelitten hat.

Welche neuen Nutzungsmöglichkeiten eröffnen sich in diesem gewandelten Viertel?

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf das Anpflanzen von Bäumen. Rund um den Platz, entlang der Avenue Frachon und der Avenue Gaumont, entsteht ein innovatives Aktionsprogramm: Geschäfte und Dienstleistungen, eine Hotelresidenz, Büros, Restaurants, ein Lebensmittelmarkt und sogar ein Gesundheitszentrum. Ein Teil dieser Aktivitäten, die dauerhafte Arbeitsplätze schaffen, wird aus dem Sozial- und Solidarwirtschaft stammen.

Der Flohmarkt, ein historisches und ikonisches Element des Viertels, wird nicht verschwinden. Stattdessen wird er im Freien neu gestaltet, mit besserer Ausstattung versehen und begrünt. Auch die Recyclingwerkstatt, die historisch auf dem Gelände ansässig ist und von Emmaüs betrieben wird, bleibt erhalten. Sie wird in einen neuen, hochwertigeren Raum verlegt. Diese Entscheidungen zeigen den Willen, die populäre Seele des Viertels zu bewahren und gleichzeitig moderne Akzente zu setzen. Die Pforte von Montreuil soll zu einem echten Treffpunkt für Gemeinschaft und Lebensqualität werden, ideal für Spaziergänge mit der Familie, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Wie bewegt man sich in diesem neuen Viertel?

Der Fokus liegt ganz auf nachhaltiger Mobilität. Eine zweibahnige Fahrradstraße wird den Platz im Kreis umkreisen und nahtlos in die bestehenden Wege integriert. Fußgängerwege sowie neue Ampelanlagen wurden bereits auf der Avenue de la Porte-de-Montreuil und der Rue de Paris installiert, um den Verkehrsfluss zu verbessern, während die umfassende Umgestaltung noch in Vorbereitung ist. Der Autoverkehr wird neu geordnet, um mehr Raum für Fußgänger, Radfahrer und andere nachhaltige Transportmittel zu schaffen. Das Ziel ist eindeutig: Die Räume zwischen den einzelnen Verkehrsarten auszubalancieren und eine Nachbarschaft zu gestalten, in der man sich anders fortbewegen kann – ohne immer auf das Auto angewiesen zu sein.

Welche Umweltziele verfolgt dieses Projekt?

Um den Klimawandel zu bekämpfen und die Lärmbelastung entlang des Autobahnrings zu verringern, verfolgt das Projekt eine anspruchsvolle Umweltstrategie. Die geplanten Gebäude werden ökologisch nachhaltig sein, unter anderem durch den Einsatz von biobasierten Baumaterialien wie Holz und natürliche Dämmstoffe. Die Nutzungen der Flächen sind so geplant, dass sie bei Bedarf in Wohneinheiten umgewandelt werden können, und zwischen den Gebäuden sowie auf den Dächern entstehen Grünflächen und Naturbereiche.

Das Viertel wird so gestaltet, dass es den Herausforderungen des Klimawandels standhält: inklusive innovativer Kühlkonzepte, moderner Gestaltung der öffentlichen Räume und effektives Urban Heat Management. Das ganzheitliche Streben nach einer Kreislaufwirtschaft verfolgt sogar das Ziel eines Null-Abfall-Viertels. Bei der Materialwahl wird auf lokale Bezugsquellen gesetzt, und auch die öffentlichen Flächen sollen flexibel gestaltet sein – für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und eine lebendige, adaptive Stadtmitte.

Welche Kosten sind für dieses Großprojekt zu erwarten?

Dieses groß angelegte Stadtentwicklungsprojekt ist mit einer Investition von 220 Millionen Euro verbunden. Das einzige Baubüro wird Anfang März 2026 eröffnet, und die Bauarbeiten starten offiziell am 14. April. Wenn alles nach Plan verläuft, soll die Umgestaltung im Herbst 2027 abgeschlossen sein. Rund um den Platz werden zudem die Wohngebäude von Paris Habitat saniert, um den Bewohnern mehr Komfort zu bieten und Energiearmut zu bekämpfen.

Gefördert von der Stadt Paris in Partnerschaft mit den umliegenden Gemeinden und der Großraummetropole Paris, ist dieses Projekt Teil des Großen Stadterneuerungsprojekts (GPRU) sowie des Neuen Nationalen Programms für Stadterneuerung (NPNRU). Um den Fortschritt der Arbeiten zu verfolgen und mehr Details zum Projekt zu erfahren, besuchen Sie die Webseite der Gemeinde im 20. Arrondissement. Die Porte de Montreuil steht kurz davor, ein Kapitel ihrer Geschichte zu schließen und den Anwohnern ein ruhiges, grün gestaltetes Umfeld zu bieten.

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