Die Aktivitätsprämie wird ab dem 1. April 2026 deutlich aufgewertet. Durchschnittlich steigt die Zahlung um 50 Euro pro Monat für rund 3 Millionen Haushalte in Frankreich. Die Ankündigung erfolgte am 16. Februar durch Jean-Pierre Farrandou, Minister für Arbeit und Solidarität. Diese Maßnahme ist Teil des Haushaltsplans 2026, der Anfang Februar verabschiedet wurde. Konkret werden die ersten aufgestockten Zahlungen ab dem 5. Mai 2026 auf den Konten der Empfänger erscheinen – das ist der Auszahlungstag der CAF für den Monat April.
Zur Erinnerung: Die Aktivitätsprämie gibt es seit 2016. Sie richtet sich an Erwachsene mit geringem Einkommen, um die Aufnahme oder Rückkehr in eine Berufstätigkeit zu fördern. Die Zahlung erfolgt monatlich durch die Familienkasse (CAF) oder die landwirtschaftliche Sozialversicherung (MSA). Der Betrag wird alle drei Monate automatisch neu berechnet, basierend auf den gesamten Einkommensquellen des Haushalts.
Diese Reform betrifft zwei unterschiedliche Gruppen. Zum einen die Haushalte, die bereits Anspruch auf die Beschäftigungsprämie haben, bei denen die Beträge erhöht werden. Zum anderen jene Haushalte, die bisher keinen Anspruch hatten, künftig aber dazu berechtigt sein werden. Insgesamt dürfte sich die Zahl der Begünstigten von 4,7 auf 5,3 Millionen Haushalte erhöhen – ein Zuwachs von 14 %. Allerdings bleiben Personen mit einem Einkommen, das gleich oder unterhalb des Mindestlohns liegt, von dieser speziellen Unterstützung ausgenommen, auch wenn die jährliche Erhöhung des pauschalen Grundbetrags, die am 1. April erfolgt, grundsätzlich alle Begünstigten ohne Ausnahmen betrifft.
Der Anreiz für diese Erhöhung ist der individuelle Bonus, eine Komponente der Berechnungsformel, die bereits 2019 im Rahmen einer früheren bedeutenden Reform aufgewertet wurde. Dieser Bonus, der zusätzlich zum üblichen Pauschalbetrag gezahlt wird und sich an Arbeitnehmer richtet, deren Einkommen zwischen 1 und 1,4 Mal dem Mindestlohn liegt, wird nun ebenfalls angehoben.
Das Arbeitsministerium hat mehrere Fallbeispiele erläutert. Eine ledige Person ohne Kind, die netto 2.032 Euro im Monat verdient, erhielt bisher keine Aktivitätsprämie: Ab sofort bekommt sie 56 Euro monatlich. Ein Paar mit zwei Kindern und einem Gesamteinkommen von 3.566 Euro pro Monat wird eine Steigerung seiner Prämie von 115 auf 169 Euro erfahren, was 54 Euro mehr sind. Ein Alleinverdienerpaar mit zwei Kindern und einem Gehalt von 1.854 Euro wird von 436 auf 490 Euro aufstocken. Schließlich erhält eine alleinerziehende Familie mit 2.068 Euro netto monatlich, bislang ohne Anspruch, künftig 68 Euro im Monat.
Die Kosten für diese Reform werden bis 2026 auf 600 Millionen Euro geschätzt, bei einer vollständigen Umsetzung auf 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. Die Regierung präsentiert diese Investition als ein Signal zugunsten der Kaufkraft der geringverdienenden Arbeitnehmer – im Sinne des Prinzips, dass Arbeit immer lukrativer sein sollte als Arbeitslosigkeit. Gewerkschaften, allen voran die CGT, haben jedoch ihre Skepsis geäußert und betont, dass dieses Maßnahmenpaket den Bedürfnissen der Beschäftigten nicht gerecht werde und es nicht die Aufgabe des Staates sei, die Lohnlücken der Unternehmen auszugleichen.
Um festzustellen, ob Sie von dieser Erhöhung betroffen sind oder ob Sie neu Anspruch auf die Leistung haben, bietet die CAF einen kostenlosen Online-Rechner an, der für alle zugänglich ist. Damit können Sie schätzen, welchen Betrag Sie ab April eventuell erhalten könnten. Je nach Zeitpunkt Ihrer vierteljährlichen Aktualisierung wird die angepasste Prämie frühestens im Mai 2026 ausgezahlt. Es ist wichtig zu wissen, dass die Prämie bei einem Nettoeinkommen von über 2.000 Euro pro Monat für Alleinstehende oder 3.450 Euro für eine Ein-Eltern-Familie eingestellt wird.















