Auf geht's ins 5. Arrondissement von Paris, unter der Kuppel des Panthéon, wo das Centre Pompidou und das Centre des monuments nationaux Vies minuscules zeigen, vom 25. September 2026 bis zum 31. Januar 2027. Wir haben das Programm durchforstet, und der Kontrast verspricht eindrucksvoll zu werden: In diesem Denkmal, das den großen Männern und Frauen der Nation gewidmet ist, sprechen diesmal die zurückhaltenden, zerbrechlichen oder vergessenen Lebensgeschichten. Mit dieser interdisziplinären Ausstellung schließt sich das CMN der Constellation Centre Pompidou an, dem Programm, das die Bestände des Museums während der Bauarbeiten verstreut präsentiert.
Der Titel stammt direkt aus dem Buch von Pierre Michon, das 1984 bei Gallimard erschien und acht Porträts von Fremden versammelt – entfernte Verwandte oder flüchtige Begegnungen –, aus denen der Schriftsteller seine eigene Biografie schmiedete. Indem er jenen Lebenswegen einen Platz gab, die die Zeit üblicherweise dem Vergessen überlässt, errichtete Michon ihnen ein poetisches Grab. Die Ausstellung greift diesen Faden auf und fragt danach, wie die Kunst es geschafft hat, Lebensgeschichten zu würdigen, die am Rande der großen Geschichte stehen – teils unbedeutend, intim oder gar infam.
Ausgehend von den Beständen des Centre Pompidou konzipiert, versammelt die Ausstellung etwa dreißig Künstlerinnen und Künstler und deckt mehr als ein Jahrhundert kreativer Arbeit ab – von František Kupka bis Jumana Manna. Zu sehen ist unter anderem die Installation Monument (1986) von Christian Boltanski, die Serie der Photomatons (1995–1997) von Mathieu Pernot, zwei Filme von Teo Hernández (Gabriel und André Robillard, Michel Nedjar, 1985) sowie die Skulptur Pierre (2015) von Clarisse Hahn.
Nil Yalter, Adrianna Wallis und auch Mohamed Bourouissa ergänzen diesen Parcours, der die Erinnerung an die Anonymen, das Exil, Archive und Spuren des Alltags bearbeitet. Die Szenografie besteht aus dreißig Modulen, je eines pro Künstlerin/Künstler, konzipiert, um mit der monumentalen Architektur des Ortes zu dialogieren und den Rundgang zu lenken. Auf dem Papier ist dies genau die Art von Vorschlag, die man langsam sehen sollte – am späten Nachmittag, wenn das Licht ins Langhaus fällt. Wir werden es gleich bei der Eröffnung prüfen.
Das Panthéon begleitet die Ausstellung mit einem lebendigen Programm, das Literatur, Musik, Tanz, Theater, Film und Performance vereint:
Die Besichtigung richtet sich nach den Öffnungszeiten des Denkmals: Im September 2026 von 10:00 bis 18:30 Uhr (letzter Einlass 17:45 Uhr), danach von Oktober bis Januar von 10:00 bis 18:00 Uhr (letzter Einlass 17:15 Uhr). Die Ausstellung ist im Eintrittsticket des Pantheons enthalten, das Zugang zur Nave und zur Krypta gewährt. Das Einzelticket kostet bis zum 30. September 16€ (13€ mittwochs), ab dem 1. Oktober jedoch 13€; das Kombiticket Basilique Saint-Denis + Pantheon gibt es für 26€. Der Eintritt ist frei für Kinder unter 16 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen, für EU-Bürger von 16 bis 25 Jahren, für Menschen mit Behinderung und deren Begleitpersonen sowie an den ersten Sonntagen der Monate November bis März. 4€ kosten der Audioguide und 20,50€ die individuelle Führungen. Die Tickets erhalten Sie im offiziellen Ticketshop, und das Monument bleibt mit dem Pass Passion monuments zugänglich. Um den Rundgang zu verlängern, fasst ein von Centre Pompidou und den Éditions du patrimoine herausgegebener Ausstellungskatalog zwanzig kommentierte Werke, Auszüge aus Pierre Michon und Saidiya Hartmans Vies rebelles, ein unveröffentlichtes Interview mit der Autorin bzw. dem Autor und ein zum Herausnehmen vorgesehenes Poster zusammen – für 7€ vor Ort und im Buchhandel. Die Details finden Sie auf der Site des Pantheons.
Diese Ausstellung richtet sich gleichermaßen an Liebhaber zeitgenössischer Kunst wie an Freunde des Kulturerbes, an Jugendliche, die Diskussionsstoff suchen, und an alle, die gern beobachten, wie ein feierlicher Ort sich bereit erklärt, sich auch mal herausfordern zu lassen. Eine Vorwarnung: Die zentrale Halle ist weitläufig und nicht besonders gut beheizt; für Winterbesuche empfiehlt sich eine warme Jacke, und der Panoramablick von der Kuppel bleibt wegen Bauarbeiten geschlossen. Nach dem Besuch liegen die Rue Soufflot, der Jardin du Luxembourg und die Buchhandlungen des Quartier Latin gleich um die Ecke.
Haben Sie Lust auf weitere kulturelle Ausgehtipps? Finden Sie unseren Guide zu den Ausstellungen des Herbstes 2026 in Paris und Île-de-France und den Ausstellungen im Oktober 2026.
Termine und Öffnungszeiten
Von 25. September 2026 bis 31. Januar 2027
Standort
Pantheon in Paris
Place du Panthéon
75005 Paris 5
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Zugang
Metro: Luxembourg / Cardinal Lemoine / Maubert Mutualité
Tarife
Moins de 25 ans UE : Kostenlos
Billet : €13 - €16















