Ende des 19. Jahrhunderts, noch lange vor Hollywood und seinen Scheinwerfern, wird Montreuil-sous-Bois zum Schauplatz einer bedeutenden Erfindung. Hier, direkt auf dem Gelände seines Hauses, installiert Georges Méliès das, was heute als der erste echte Filmstudio gilt. Aus dem Garten, der zu einem kreativen Atelier für Bilder wurde, wurde das Kino mehr als nur eine Abbildung der Wirklichkeit – es begann, Geschichten zu erzählen.
Spaziergang auf den Spuren von Georges Méliès in Paris, Illusionen, Studios und Spielzeugladen
Georges Méliès, der Erfinder des märchenhaften Kinos, hat die Vorstellungswelt der 7ᵉ Kunst ausgehend von seinen Pariser Träumen geformt. Zwischen dem Boulevard Saint-Martin, Montreuil und dem ihm gewidmeten Museum durchstreifen Sie die Orte, an denen der Kinomagier gelebt, gedreht und geträumt hat. [Mehr lesen]
Bevor Georges Méliès Filmemacher wurde, war er Zauberkünstler. Als Leiter des Théâtre Robert-Houdin in Paris beherrschte er bereits die Kunst, das Auge zu täuschen und Staunen zu erzeugen. Als er den Kinematographen entdeckte, war ihm sofort klar, dass dieses Werkzeug die Magie der Bühne noch erweitern könnte.
Um frei arbeiten zu können, braucht er den passenden Ort. Im Jahr 1897 zieht er nach Montreuil und lässt im Garten seines Anwesens am Rue François-Debergue ein Gebäude errichten, das komplett dem Kino gewidmet ist. Das von Méliès für seine Produktionsfirma Star Film entworfene Studio ist ziemlich außergewöhnlich: ein gebäudekomplett mit Glaswänden, inspiriert von Glashäusern und Fotostudios. Zu einer Zeit, in der künstliche Beleuchtung noch wenig leistungsfähig ist, ist natürliches Licht unerlässlich für die Filmaufnahmen.
Getrennt vom Haus, aber auf dem selben Grundstück gelegen, verwandelt sich dieses Gebäude in ein wahres Innovationslabor. Méliès richtet hier dekorative Szenerien, Falltüren, Maschinen und Requisiten ein. Hierbei dreht er hunderte Filme und entwickelt die ersten filmischen Spezialeffekte: Kamerastopps, Überblendungen und plötzliche Verschwindunge
In diesem Studio-Garten entstehen Werke, die später zu Ikonen werden, wie Die Reise zum Mond (1902). Zum ersten Mal beschränkt sich das Kino nicht mehr darauf, die Welt so abzubilden, wie sie ist: Es erfindet neue Welten, erzählt Geschichten und spielt mit dem Unmöglichen. Dank Méliès wird Montreuil zu einem der frühen Zentren des weltweiten Kinos, dastechnik begeisterte Schauspieler und Neugierige anzieht, die fasziniert von diesem neuen Spektakel sind.
Das Studio von Méliès stellte in den 1910er Jahren seinen Betrieb ein, als sich der Film weiterentwickelte und seine Werke an Reiz verloren. Lange Zeit in Vergessenheit geraten, findet dieses Garten-Studio heute wieder seinen Platz in der Geschichte des Kinos. Die berühmten Studios von Georges Méliès sind heute vollständig verschwunden, von der Zeit und der urbanen Entwicklung verschluckt. Die Glaspavillons, in denen er seine Filme erdachte, existieren nicht mehr, und es sind keine erhaltenen architektonischen Zeugen der Dreharbeiten mehr vorhanden.
An der Stelle des früheren Anwesens von Méliès, an der 3 Rue François-Debergue, befindet sich heute La Parole errante, ein Kultur- und Kunstzentrum, das seit 1986 besteht. Zwar wird dort kein Kino mehr betrieben, doch der kreative Geist lebt weiter. Gedenktafeln und historische Hinweise erinnern Spaziergänger daran, dass dieser Ort einst einer der Geburtsstätten des Spielfilms war. Darüber hinaus beherbergt die Stadt heute das größte öffentlich zugängliche Arthouse-Kino Europas: das Méliès.
Geheimtipp: Méliès in Montreuil, Europas größtes öffentliches Arthouse-Kino mit Vorstellungen für 7 €.
Cineasten aufgepasst: In der Stadt Montreuil, die von Paris aus mit der U-Bahn erreichbar ist, befindet sich ein Tempel der siebten Kunst mit erschwinglichen Vorführungen und einem lebhaften Programm. Wir bringen Sie ins Méliès, das größte öffentliche Arthouse-Kino Europas. [Mehr lesen]
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Standort
Das wandernde Wort
9 Rue François Debergue
93100 Montreuil



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