Im Oktober 2025 wurde das Louvre-Museum Opfer eines raffinierten Einbruchs: Die Diebe entkamen mit acht Juwelen von unschätzbarem historischer Wert, darunter eine Diademe, eine Smaragd-Halskette, eine Brosche und Ohrringe... Die Täter versuchten zudem, die Kronen der Kaiserin Eugénie zu stehlen. Während ihrer Flucht brachen die Einbrecher die Krone, ließen sie fallen und hinterließen sie beschädigt. Heute wird sie in einer umfassenden Restaurierung behandelt.
Doch wissen Sie eigentlich, was es mit diesem königlichen Schatz auf sich hat, der seit 1988 im Musée du Louvre aufbewahrt wird? Diese Krone wurde für einen ganz besonderen Anlass gefertigt, und zwar im Jahr 1855 vom renommierten Schmuckmeister Alexandre-Gabriel Lemonnier.
Der Kaiser Napoleon III. wollte die Welt beeindrucken und den Wohlstand sowie die Größe Frankreichs zur Schau stellen. Anlässlich der Weltausstellung, die 1855 in Paris stattfand, griff er zu einer besonderen Maßnahme. Für die Gestaltung der Krönung beauftragte er Alexandre-Gabriel Lemonnier: Er sollte zwei neue Kronen entwerfen, eine für ihn selbst und eine für seine Ehefrau, die Kaiserin Eugénie.
Um diese neuen Schmuckstücke zu fertigen, wählen der Juwelier und der Diamantinspektor des Kronjuwelen, Adolphe Devin, Diamanten und Smaragde aus. Die Kronkrone der Kaiserin zählt 1.354 Diamanten und 56 Smaragde. Die Bögen sind aus graviertem Gold gefertigt und stellen Adler mit langen Flügeln dar, ein Symbol des Kaiserreichs und der militärischen Siege seit Napoléon I. Diese Krone war ein Symbol für den Prunk des Zweiten Kaiserreichs und zeugt von der Virtuosität französischer Handwerkskunst.
Im Jahr 1870, mit dem Fall des Kaiserreichs, flieht das Kaiserpaar ins Vereinigte Königreich. Eugénie kann ihre Krone jedoch bei ihrer Rückkehr im Jahr 1875 zurückerlangen. Während der Dritten Republik wird die Krone Napoléon III. eingeschmolzen, und die Edelsteine verkauft. Eugénie darf ihre Krone bis zu ihrem Tod im Jahr 1920 behalten. Anschließend wird sie an Prinzessin Marie Clothilde Napoleon vererbt. Im Jahr 1920 wird diese Krone bei einer Auktion verkauft und vom Louvre-Museum erworben.
Diese Krone ist ein außergewöhnliches Stück der französischen Geschichte: Das Land bewahrt nur drei Kronen auf, die einst souveränen gehörten. Die nationalen Sammlungen beherbergen außerdem die sogenannte Karlskrone (um 1804 für die Krönung Napoléons I. gefertigt) sowie die Krone Ludwigs XV., deren Diamanten nach der Krönung durch Nachbildungen ersetzt wurden. Die Krone der Kaiserin Eugénie ist somit ein bedeutender Schatz in den Schätzen der französischen Kronjuwelen.
Das Louvre-Museum versichert, dass diese Kaiserkrone umfassend restauriert werden kann. Es wurde jedoch nicht erwähnt, ob die Krone nach der Reparatur sofort wieder öffentlich ausgestellt wird.
Offizielle Seite
collections.louvre.fr



















