Das Archäo-Gelände der Töpfer von Ysieux: Dieses künftige Museum wird die Geheimnisse tausend Jahre Töpferei enthüllen.

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Aktualisiert am 13. Oktober 2026 um 19:31
In Fosses im Val-d'Oise (95) verwandelt sich ein ehemaliger Bauernhof in den Archäo-Standort der Töpfer von Ysieux. Dieser künftige Kulturort, der tausend Jahre Töpferei widmet, soll im Frühjahr 2027 eröffnet werden.

In Fosses, im Val-d'Oise (95), wird der Letourneur-Hof derzeit umfassend saniert, um das Archäo-Site der Töpfer von Lysieux aufzunehmen, einen neuen kulturellen Ort zur Geschichte der Keramik. Gefördert von der Agglomerationsgemeinschaft Roissy Pays de France, soll dieses Vorhaben eine neue Niederlassung des ARCHÉA-Museums werden. Es sieht einen archäologischen Rundgang, Ausstellungen und Workshops für die Öffentlichkeit vor. Die Arbeiten, die Anfang 2025 begonnen wurden, sollen gemäß dem aktuell angekündigten Zeitplan im Frühjahr 2027 eröffnet werden.

Die Geschichte dieses Ortes ist besonders interessant. Seit den ersten Funden im Jahr 1990 durch den Verein Jeunesse préhistorique et géologique de France (JPGF) hat die Forschung die Bedeutung des Ysieux-Tals für die Töpferszene im Mittelalter herausgearbeitet. Zwischen Fosses und Luzarches haben Archäologen Spuren von rund einhundert Werkstätten identifiziert, die sich über mehr als tausend Jahre erstreckten. Dank der reichhaltigen Tonvorkommen im Untergrund war das Tal einst ein echtes Zentrum der Keramikproduktion. Töpferwaren aus diesem Gebiet wurden sogar bei Ausgrabungen in Paris gefunden – bis hinein zum Gelände des königlichen Louvre-Palasts.

Ein historischer Hof wurde saniert, um ein neues Museum zu beherbergen

Im Herzen des alten Dorfkerns von Fosses, unweit der St.-Stephan-Kirche, nimmt dieses neue kulturelle Erbe-Projekt Gestalt an. Geplant ist die komplette Renovierung der Farm Letourneur, deren Gebäude künftig eine permanente Ausstellung beherbergen werden, die sich mit Herstellungstechniken, Alltagsgegenständen und der Geschichte der Töpfer im Tal beschäftigt.

Der künftige Archäo‑Standort beschränkt sich nicht nur auf die Hofgebäude. Besucherinnen und Besucher können auch einen außen angelegten Rundweg um die archäologischen Fundstellen begehen, insbesondere um alte Töpfereifö**r**en, die geschützt und aufgewertet werden. Eine großzügige Überdachung soll diese Spuren bewahren und zugleich sichtbar machen. Die Gestaltung umfasst zudem begrünte Flächen und ein neu errichtetes Empfangsgebäude aus Pisé, einer Technik mit verdichtetem Rohboden, als Echo auf die von den Handwerkern einst verwendeten Materialien.

Dem Architekturbüro Frenak + Jullien überlassen, begleitet von der Landschaftsarchitektin Delphine Elie, zielt diese Sanierung darauf ab, den ländlichen Charakter des Standorts zu bewahren und zugleich seine Entdeckung zu erleichtern. Das Vorhaben wird insbesondere von der Région Île-de-France unterstützt, die dem Ort im Juli 2018 das Label Patrimoine d'intérêt régional verliehen hat.

Töpf­erwerkstätten und Angebote für Familien

Über die bloße Offenbarung der Relikte hinaus wird das künftige Archéo-site des potiers de l'Ysieux auch öffentlich zugängliche Angebote bieten. Die pädagogischen Workshops sollen helfen, die Handgriffe der Handwerker, die Brenntechniken und die einzelnen Herstellungsschritte der Keramik besser nachzuvollziehen. Der Dauerpfad wird zudem archäologische Fundstücke aus den Ausgrabungen im Tal präsentieren.

Eine Künstlerresidenz im Bereich Keramik ist ebenfalls vorgesehen, um altes Handwerk mit zeitgenössischer Gestaltung ins Gespräch zu bringen. Ziel ist es, einen lebendigen Ort zu schaffen, an dem Besucher sowohl die Geschichte des regionalen Handwerks entdecken als auch Einblicke in die heutige Keramikpraxis gewinnen können.

Wann öffnet sich die Archäosite der Töpfer von Ysieux in Fosses?

Nach den präventiven Ausgrabungen von 2024 begannen zu Jahresbeginn 2025 die ersten Arbeiten. Die Restaurierung der Fassaden, Fundamente, Dachstühle und Böden bildete eine erste Etappe, bevor der Bau des Empfangsgebäudes und der Struktur zum Schutz der Überreste in Angriff genommen wurde.

Das Jahr 2026 steht im Zeichen der Neugestaltung von Innen- und Außenbereichen, der Begrünung der Flächen und der Errichtung der Dauerausstellung. Die Öffnung für die Öffentlichkeit ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen, auch wenn bislang kein konkreter Eröffnungstermin bekanntgegeben wurde.

In der Zwischenzeit können Neugierige das Bauprojekt bei einer außergewöhnlichen Führung am Samstag, dem 17. Oktober 2026, von 10:00 bis 11:30 Uhr im Rahmen der Nationalen Tage der Architektur kennenlernen. Begleitet von den Architekten und der Landschaftsarchitektin des Projekts erhalten die Besucher Einblick in die laufenden Arbeiten und die künftigen Gestaltungselemente. Diese kostenfreie Führung ist ab 12 Jahren möglich, eine Anmeldung wird beim Museum ARCHÉA empfohlen.

Mit diesem neuen Kulturstandort bereitet sich das Ysieux-Tal darauf vor, einen lange versteckte Teil seiner Geschichte zugänglich zu machen. Bereits ab 2027 bietet sich die Gelegenheit zu erfahren, wie diese nordlichen Gefilde des Val-d'Oise über Jahrhunderte hinweg den Alltag der Menschen in der Île-de-France geprägt haben.

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Praktische Informationen

Standort

2 Rue de la Mairie
95470 Fosses

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