Die Monologe des Machin stellen eine einfache, universelle Frage: Was bedeutet es heute, ein Mann zu sein? In der Comédie Bastille verbindet dieses Theaterstück Bühnenperformance mit direkter Wortmeldung, um Männlichkeit – insbesondere das männliche Geschlecht – mit Humor und Ehrlichkeit zu thematisieren, vom 22. Januar 2026 bis zum 2. Januar 2027. Unter der Regie von Thomas Caruso Aragona versammelt das Stück drei Schauspieler, die nacheinander auftreten, um den Zweifeln, Widersprüchen und Gedanken von Figuren, die in ihrer Epoche verwurzelt sind, eine Stimme zu geben. Als männliches Pendant zu Eve Enslers Monologues du Vagin gedacht, lädt dieses Projekt dazu ein, diesem selten ausgesprochenen „Ding“ eine andere Aufmerksamkeit zu schenken – zweifellos verdient es, hinterfragt zu werden.
Die Inspiration dafür stammt aus einer Zahl: Laut einem Artikel verbinden 98 % der Frauen den Begriff "Männlichkeit" mit dem Konzept der "Toxizität". Dieser Befund hat Thomas Caruso Aragona nachdenklich gemacht, der ein Programm entwickeln wollte, um Männlichkeit neu zu denken – humaner, verletzlicher und gelassener. Drei männliche Stimmen, drei unterschiedliche Perspektiven, ein gemeinsames Ziel: offen darüber sprechen, was es bedeutet, heute ein Mann zu sein.
Auf der Bühne wechseln sich Pierre, Jacques und Paul ab, um ihre eigenen Erfahrungen und Ansichten zu Männlichkeit, Körper, Sex, Erziehung und Scham zu beleuchten. Der Ton ist sachlich, die Botschaft klar, manchmal roh, aber stets getragen von einer Energie des Vermittels. Das Bühnenbild ist minimalistisch — drei Hocker, drei suspendierte Glühbirnen — um den Fokus ganz auf dasGespräch, den Rhythmus und das Zuhören zu lenken.
Die Show wechselt zwischen humorvollen und berührenden Szenen, etwa jener, die den Opfern von Gewalt gegen Frauen gewidmet ist. Im Mittelpunkt steht die erschütternde Perspektive eines Täters. Eine kraftvolle Passage, die den Zuschauer mit einer meist verschwiegenen Realität konfrontieren soll. Der Gegensatz von Witz und Ernst verleiht dem Stück seine besondere Note, präsentiert als ein Theater der Offenheit, des Geständnisses und des Zweifelns.
Die Besetzung basiert auf einem Wechsel von Schauspielern, die jeweils ihre eigene Farbigkeit und Erfahrung einbringen. Clément Blouin, ebenfalls Zauberkünstler und Comedian, ist bekannt durch Auftritte im Fernsehen, etwa in Les Comiques Préférés des Français oder im Jamel Comedy Club. Antonin Verhamme, ein Schauspieler aus Savoyen, verbindet seit Beginn klassische Theaterkunst mit zeitgenössischer Kreativität. Nicolas Sauze, der seine Schauspielausbildung erst spät absolvierte, schlüpft in zahlreiche Rollen in den Alpen und darüber hinaus. Jean-Philippe Renaud schließlich spricht in mehreren Sprachen und führt parallel eine Karriere in der Luftfahrt.
Jede/r spielt eine der drei Figuren, wobei die unterschiedlichen Hintergründe die Darstellung bereichern. Diese Vielfalt an Stimmen ermöglicht ein facettenreiches Bild von Männlichkeiten, das Klischees vermeidet und eine lebendige, zugängliche Betrachtung bietet – stets zeitgemäß und tiefgründig.
Unser Eindruck von Les Monologues du Machin in der Comédie Bastille:
"Alles, alles, alles... Sie erfahren alles über den Schnäuzer (den Penis)" sang Pierre Perret... Eine sanfte Melodie, die frech und direkt von der Bühne aus erkundet, Les Monologues du Machin, denn das Stück stellt ohne Tabus die männliche Anatomie infrage, betrachtet sie aus allen Winkeln, um ihr Wesen zu verstehen. Was heißt es heute, ein Mann zu sein, und was hat unser Schrittbereich damit zu tun...? Das Stück versucht auch, diese Frage zu beantworten, indem es gängige Vorstellungen über den Penis durch wissenschaftliche Fakten, konkrete Zahlen und komische Situationen entzaubert. Anatomie, Liebesleben, männlicher Orgasmus... alles wird angesprochen – und das mit gehörigem Humor, um die Scheu abzubauen.
Man lacht viel, das ist sicher... doch auch ernstere Themen werden mit großer Treffsicherheit angesprochen, etwa Vergewaltigung, in einer beißenden, aber chirurgisch präzisen Abrechnung in ihrer Darstellung und Anklage. Es ist tiefgründig, ja sogar brutal, aber das muss laut gesagt werden! Ein Stück, das sich auch in seiner Struktur an sein weibliches Pendant erinnert, nämlich Les Monologues du Vagin (das Werk wird von Anfang an offen erwähnt), insbesondere in dem Abschnitt über verschiedene Orgasmen, jedoch ohne jegliches Kopieren, immer mit eigenem Mehrwert: eine eigene, einzigartige Perspektive auf die Sache.
Für 1h20 erlebt man ein sehr rhythmisches und dynamisches Spektakel, das zügig voranschreitet und alle Themen nicht oberflächlich behandelt. Man langweilt sich keine Sekunde. Jede Partie, je nach gewähltem Blickwinkel, ist anders aufgebaut und lässt jeden Rhythmuswechsel kurz durchatmen, damit man nicht in den Monologentunnel gerät (der ja doch einer ist). Auf der Bühne drei Schauspieler, durchgehend, die dem Ganzen eine gewisse Dynamik verleihen. Und manchmal wendet sich einer der Akteure direkt ans Publikum und gibt dem Anliegen so eine größere Tragweite.
Beachten Sie außerdem, dass das Publikum zu einem Moment aufgefordert wird, mitzuwirken (am besten die ersten Reihen vermeiden, falls Sie nicht gezogen werden möchten). Egal wie, Sie werden einen guten Abend haben (wir hatten jedenfalls eine ausgezeichnete Zeit!). Für ein Publikum mit Sinn fürs Thema, durchaus sehenswert. Ein Spektakel mit öffentlichem Nutzwert, das man gesehen haben sollte!
Indem sie den Stimmen Gehör verschaffen, die zu diesen Themen oft weniger sichtbar sind, bietet Die Monologe vom Machin eine persönliche und ehrliche Perspektive auf ein komplexes Thema. Ein Stück, das auf unaufdringliche Weise zum Nachdenken anregt und jeden dazu einlädt, einen neuen Blickwinkel auf die Definition von Männlichkeit heute zu gewinnen. Für die Comédie Bastille reservieren?
Dieser Test wurde im Rahmen einer beruflichen Einladung durchgeführt. Sollten Ihre Erfahrungen von unseren abweichen, teilen Sie uns dies bitte mit.
Termine und Öffnungszeiten
Von 22. Januar 2026 bis 2. Januar 2027
Standort
Komödie Bastille
5, rue Nicolas Appert
75 Paris
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Infos zur Barrierefreiheit
Tarife
A partir de : €12.5
Offizielle Seite
comedie-bastille-billetterie.tickandlive.com
Reservierungen
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Weitere Informationen
Vorführungen mittwochs und freitags um 19 Uhr, donnerstags und samstags um 21 Uhr, sowie sonntags um 15 Uhr.



















