Dom Juan kehrt auf die Bühne nach Versailles zurück, auf dem Hof der Cour de la Grande Écurie, am 4. und 5. Juni 2026, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mois Molière. Diese Neuproduktion des Dramatikers wird von Emmanuel Besnault umgesetzt und von der Compagnie L’Éternel Été inszeniert, die seit 2018 mit Versailles verbunden ist. Die Besetzung vereint Élisa Benizio, Guillaume Collignon, Valentin Fruitier, Jérôme Pradon, Marion Préïté und , in einer neuen Interpretation eines Klassikers, der weiterhin die Gewissheiten ins Wanken bringt, zwischen Freiheitsdrang, Gotteslästerung und dem zwiespältigen Verhältnis zu anderen.
Die Adaption setzt eindeutig eine Parteinahme: Sie verfolgt einen Weg im Originalwerk, ohne auch nur ein Wort zu verändern. Keine Frage, Dom Juan deshalb neu zu schreiben, um ihn mit gezieltem Augenzwinkern zu aktualisieren; vielmehr soll hörbar werden, was der Text noch brennt. Die Inszenierung fokussiert sich auf jene flüchtige Figur, die das Vorgegebene missachtet, Regeln, Versprechen, Religion, Frauen, Väter – und Geister – herausfordert. Dom Juan verführt, flieht, provoziert, rechnet nach, entzieht sich. Um ihn herum versucht Sganarelle, den Skandal beim Namen zu nennen, die Moral wankt, und das Stück eröffnet jene Frage, die Molière absichtlich offen lässt: Was tun mit einem Mann, dem scheinbar niemand Rechenschaft schulden muss?
Diese neue Mise en Scène fügt sich in eine bereits starke Geschichte zwischen der Kompanie L’Éternel Été und Molière ein. Zehn Jahre nach der Entstehung von Die List des Scapin, dem Stück, das in Frankreich und im Ausland fast 500 Aufführungen erlebte, kehrt die Truppe zum Dramatiker zurück – mit einem Werk, das düsterer, metaphysischer ist, äußerlich weniger als Komödie erscheint, das sich jedoch ebenfalls von einer Bühnenenergie tragen lässt. Für die 30 Jahre Mois Molière erhält dieses Comeback eine besondere Bedeutung: Es geht nicht nur darum, ein Monument des Repertoires erneut zu zeigen, sondern es in einem Festival wieder in den Umlauf zu bringen, das nach seinem Autor benannt ist.
Indem man in der Besetzung auch andere Compagnien aus Versailles einbindet, erhält die Entstehung zugleich den Charakter eines künstlerischen Zusammenkommens rund um Molière. Diese Wahl verleiht dem Projekt eine kollektive Resonanz: Dom Juan wird nicht nur als großer Klassiker wieder aufgegriffen, er wird zu einem gemeinsamen Terrain, zu einer Art Dialogplattform, auf der Darsteller, Werdegänge und Sensibilitäten rund um einen Text ins Gespräch kommen, der einfache Antworten verweigert. Und genau dort behält das Stück vermutlich seine Beiss: Hinter dem mythischen Verführer steht eine Frage, die fast zeitgenössisch, fast schon brutal ist. Was bleibt von uns, wenn der Andere uns nicht mehr erreicht?
Mit Dom Juan kehrt das Mois Molière zu einem seiner großen Nervenkitzel zurück: ein Theater, in dem man manchmal lacht, oft zweifelt und in dem die Toten schließlich Rechenschaft von den Lebenden verlangen. Emmanuel Besnault und die Compagnie L’Éternel Été nähern sich diesem Klassiker, ohne die Schattenseiten zu glätten, und lassen offen den Anteil des Mysteriums, der die Figur auch nach vier Jahrhunderten noch stehen lässt. Dom Juan brennt er alles nieder, weil er frei, leer, verloren ist – oder einfach unfähig zu lieben? Die Bühne, sie, muss wahrscheinlich nicht zu schnell eine Antwort geben.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 4. Juni 2026 bis 5. Juni 2026
Standort
Grandes Ecuries de Versailles
Avenue de Paris
78000 Versailles
Offizielle Seite
www.moismoliere.com















