Mitbegründer des Spannungsfilms kehrt M. Night Shyamalan mit Trap auf die Leinwand zurück, einem psychologischen Thriller, der wie eine Kammerspiele vor einer Menschenmenge inszeniert ist. Nach Kinostart im Jahr 2024 zeigt der Film Josh Hartnett in der Rolle des Cooper, eines Vaters, der mit seiner Tochter auf ein Konzert geht – und dabei auf einen Serienmörder stößt, der gejagt wird. Nach seinem Kinostart am 7. August 2024 wird Trap ab dem 7. Januar 2026 auf HBO Max verfügbar sein.
Der Ausgangspunkt basiert auf einer einfachen und sofort beklemmenden Mechanik: Inmitten eines vollen Raumes hat die Polizei die Ausgänge abgesperrt, um einen bestimmten Verdächtigen zu fassen. Cooper erkennt schnell, dass es sich bei diesem Ereignis nicht um ein gewöhnliches Konzert handelt, sondern um eine Falle. Sein doppeltes Ziel besteht darin, einen Ausweg zu finden, ohne entdeckt zu werden, und gleichzeitig den Eindruck eines normalen Abends vor Riley, seiner Tochter, aufrechtzuerhalten.
Durch geschicktes Spiel mit Beobachtung, Kontrollen, Bewegungen und Zeitdruck erzeugt der Film eine stetige Spannung, die sich aus den Entscheidungen speist, die Cooper in Echtzeit treffen muss – mitten zwischen Zuschauern, Personal und einem zunehmend aufdringlichen Polizeiaufgebot. Die Erzählung fängt sowohl die Adrenalinspritze der Flucht ein als auch die soziale Fassade des Protagonisten, der gezwungen ist, trotz der dringenden Lage eine „normale“ Elternrolle aufrechtzuerhalten.
Im Zuge seiner bisherigen Thrillers mit akribischer Planung richtet Shyamalan hier den Fokus enger auf seinen Protagonisten und erzählt aus der Perspektive des „falschen“ Lager, was den Blickwinkel um eine neue Dimension erweitert. Das Ziel ist eine Mischung aus Verfolgungsjagd und Täuschungsspiel: Jede scheinbar harmlose Begegnung kann zum Prüfstand werden, jedes kleine Detail – Armbänder, Zugänge, Kontrollen, Umkleiden, Bewegungsfreiheit – erhält eine dramaturgische Bedeutung.
Das Konzept des Films ist das Ergebnis einer familiären Zusammenarbeit: Saleka Shyamalan, Musikerin und Darstellerin, verkörpert die Pop-Ikone Lady Raven und prägt die musikalische DNA des Projekts. Für die Szenen hat die Produktion ein echtes Show-Feeling geschaffen, gefilmt wie ein Konzert, um Musik und Szenografie (Licht, Choreografien, Publikum) nahtlos in die Spannung zu integrieren. Shyamalan hat zudem auf Zelluloid gedreht, um einen „organischen“ Look zu erzielen, und eine Farbpalette gewählt, die von Modigliani inspiriert ist, um eine Atmosphäre zu schaffen, die gleichzeitig stilisiert und beklemmend wirkt.
Das Ensemble besteht aus Josh Hartnett (zuletzt zu sehen in Oppenheimer), Ariel Donoghue und Saleka Shyamalan. Zugleich produzierte der Regisseur den Spielfilm Les Guetteurs, das erste LangfilmWerk seiner Tochter Ishana Night Shyamalan, das ebenfalls zeitgleich in die Kinos kam. Das hat eine „familiennahe“ Kommunikation rund um den Sommer 2024 befeuert.
Mit seiner in eine Falle verwandelten Konzertzelt-Atmosphäre zielt Trap auf ein Publikum ab, das Spannungs-Thriller mit kontinuierlicher Spannung und Manipulationsgeschichten liebt. Dabei setzt der Film weniger auf eine klassische Ermittlung, sondern auf eine zunehmende Dramatik, eine durchdachte Raumgestaltung und moralische Zweideutigkeit. Er reiht sich in eine jüngere Strömung der „Eindsperr-Thriller“ ein, bei denen der Schauplatz als zentraler erzählerischer Motor fungiert und die Handlung in einem einzigen Ort intensiver vorangetrieben wird.
Unsere Meinung zu Trap
Mit Trap kehrt M. Night Shyamalan zurück in die Spannungsszene und präsentiert einen originellen, eindringlichen Thriller, der den Zuschauer in eine klaustrophobische Enge innerhalb eines gut besuchten Konzerts versetzt. Angeführt von einem beeindruckenden Josh Hartnett erkundet der Film die Dualität des Menschen, das Wesen des Bösen und die täuschende Oberflächenwirksamkeit scheinbarer Normalität. Dank anhaltender Spannung und unvorhersehbarer Wendungen spielt Shyamalan erneut mit den Erwartungen des Publikums und liefert einen Film, der polarisiert, aber garantiert nachwirkt.
Die Handlung von Trap basiert auf einem ungewöhnlichen Drehbuch, fernab der klassischen Thriller-Formel. Cooper, gespielt von Josh Hartnett, ist ein Familienvater, der mit seiner Tochter Riley auf einem Konzert ist. Unter seinem fürsorglichen Äußeren verbirgt er jedoch eine doppelte Identität als Serienmörder. Als die Polizei bei der Veranstaltung eine Razzia plant, muss er alles daransetzen, unbemerkt zu entkommen, ohne seine Tochter oder die umherpöbelnde Menge zu verdächtigen.
Das Konzept der "Echtzeit"-Erzählung, verankert in das laute und helle Konzert-Setting, erzeugt eine permanente Spannung. Jede verstrichene Minute bringt Cooper der Festnahme näher, doch geschickt inszeniert Shyamalan eine regelrechte Faszination für den flüchtigen Täter. Die Verbindung zu Riley, voll Zärtlichkeit und Ambivalenz, fügt dem Drama eine störende emotionale Schicht hinzu, die die moralischen Orientierungspunkte des Zuschauers in Frage stellt.
Mit Trap beweist M. Night Shyamalan erneut sein Talent für eine präzise und mitreißende Inszenierung. Der Regisseur versetzt den Zuschauer in das enge, überfüllte Konzert, verwandelt die Menge in eine beklemmende Falle, in der jeder Coopers Bewegungen unter die Lupe genommen werden, während jeder Fehler ihn in die Arme der Polizei treiben könnte.
Der Kamera gelingt eine quasi- subjektive Annäherung, die eng auf Josh Hartnett fokussiert, während er versucht, zu fliehen. Geschmeidige Verfolgungsszenen zwischen den Zuschauern verstärken das Eintauchen ins Geschehen und heizen die Spannung an. Immer wieder setzt Shyamalan auf Nahaufnahmen von Coopers Gesicht, die seine Angst einfangen, während er versucht, seinen Gleichmut vor seiner Tochter zu bewahren. Der Kontrast zwischen der Menschmenge und seiner psychischen Isolation wird durch die optische Gestaltung meisterhaft visualisiert.
Visuell dominiert eine dunkle Farbpalette, geprägt von bläulichen und grauen Tönen, die die kalte und bedrückende Atmosphäre des Films unterstreicht. Das gedämpfte Licht, durchsetzt von kurzen, schnellen Lichtblitzen aus der Konzertbühne, spielt eine zentrale Rolle: Es erzeugt ein Schatten- und Lichtspiel, das sowohl die Dualität des Hauptcharakters als auch die stetige Bedrohung symbolisiert.
Nach Jahren der Zurückhaltung zeigt Josh Hartnett hier eine beeindruckende schauspielerische Leistung, die die Dualität von Cooper treffend einfängt. Sein beunruhigender Blick, die Fähigkeit, zwischen väterlicher Fürsorge und räuberischem kaltblütigem Verhalten zu wechseln, macht ihn gleichzeitig furchteinflößend und eigenartig sympathisch.
Was an Trap besonders auffällt, ist diese Umkehrung moralischer Erwartungen: Trotz seiner Rolle als Serienmörder hofft man, dass er durchkommt, weil seine Verbindung zu Riley so glaubwürdig durchdacht ist, dass man schwerfällt, sein Durchbruch zu erkennen. Die Vater-Tochter-Beziehung, so berührend wie verstörend, zählt zu den stärksten Elementen des Films.
Die Kritiken zu Trap sind divergent: Während einige bemängeln, dass Shyamalan keinen großen Twist à la Sixth Sense liefert, loben andere die effektive und fesselnde Atmosphäre des Thrillers. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass der Film seinen Zweck voll erfüllt: er hält die Spannung hoch, überrascht mit mehreren Wendungen und bietet eine mitreißende Inszenierung sowie dichtes Schauspiel.
Wenn Sie spannende Thriller mögen, die mit moralischen Fragen spielen, und Geschichten in enker Enge bevorzugen, ist Trap eine hervorragende Wahl. Wer dagegen auf eine knallharte Offenbarung im Stil von The Sixth Sense oder auf eine klassischere Handlung wartet, könnte etwas irritiert sein.
Trap
Film | 2024
Kinostart: 7. August 2024
Ab 7. Januar 2026 auf HBO Max
Thriller | Laufzeit: 1h 45min
Von M. Night Shyamalan | Mit Josh Hartnett, Ariel Donoghue, Saleka Shyamalan
Originaltitel: Trap
Herkunft: USA
Mit seinem Prinzip des Verfolgungsjagds inmitten einer Menschenmenge und einer Inszenierung, die wie ein Konzertablauf gestaltet ist, bietet Trap einen prägnanten Thriller, der auf Isolation, Täuschung und Spannung aufbaut. Ab dem 7. Januar 2026 ist er auf HBO Max im Stream verfügbar.
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