Was wäre, wenn der Wald von Fontainebleau bald zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt werden würde? Dieser wunderbare Naturraum liegt etwa 60 km südöstlich von Paris und ist mit seinen über 25 000 Hektar einer der größten Staatswälder Frankreichs. Als ehemaliges Jagdgebiet der französischen Könige ist der Wald von Fontainebleau berühmt für seine Felsenchaos und Sandsteinblöcke, die ihn zu einer Hochburg fürAmateurkletterer machen.
Auch die Artenvielfalt ist außergewöhnlich: Mehr als 7000 Tier- und Pflanzenarten wurden hier gezählt, darunter Hirsche, Rehe und Wildschweine, aber auch seltene Pflanzen wie die endemische Sabline de Fontainebleau.
Eine bezaubernde und einzigartige Atmosphäre, die zahlreiche Künstler inspiriert hat (u. a. Théodore Rousseau und Jean-François Millet, zwei Maler der Schule von Barbizon, die hier die Grundlagen des Realismus in der Malerei legten, aber auch die Schriftstellerin George Sand) und jedes Jahr mehr als 13 Millionen Besucher anzieht.
Diesesseit 1998 von der UNESCO als "Biosphärenreservat" eingestufte Schutzgebiet könnte bald auch zumUNESCO-Weltkulturerbe erklärt werden. Der Bürgermeister der Gemeinde im Département Seine-et-Marne, Julien Gondard, erzählte Sortir à Paris davon, als er ein leidenschaftliches Interview über Fontainebleau und seine Umgebung führte.
"Sie werden es nicht glauben, aber dieser Wald ist wirklich magisch. Wenn Sie erst einmal anfangen, ihn zu begehen (entweder beim Spazierengehen, Laufen oder Radfahren), werden Sie schnell süchtig danach! Er hat eine wirklich einzigartige Anziehungskraft, und zwar zu jeder Jahreszeit. Sie erstreckt sich über 25 000 Hektar und man kann dort wandern und klettern. Manche sagen, er sei einer der schönsten Wälder Europas. Wir arbeiten derzeit mit dem Schloss Fontainebleau und dem Office national des Forêts daran, ihn in die Unesco-Liste aufzunehmen", erklärte Julien Gondard.
Die Aufnahme einer Stätte, eines Denkmals oder einer Landschaft in das UNESCO-Welterbe ist ein langer, anspruchsvoller und stark reglementierter Prozess. Zunächst muss das Land das Gut zwingend in seine Tentativliste aufnehmen, eine Art Vorliste der Güter, die das Land in den nächsten 5 bis 10 Jahren der Unesco vorschlagen will. Anschließend wird ein Bewerbungsdossier erstellt (mit einer vollständigen Beschreibung des Gutes, seiner außergewöhnlichen Bedeutung, Karten und Fotos), bevor es zur Prüfung vorgelegt wird.
Die Stätte muss mindestens eines der zehn von der UNESCO festgelegten Kriterien erfüllen (z. B. ein Meisterwerk sein, einen Werteaustausch repräsentieren, von einer Zivilisation zeugen usw.), authentisch und integer sein sowie wirksamen Schutz- und Verwaltungsmaßnahmen unterliegen. Zwei von der UNESCO beauftragte unabhängige Gremien prüfen dann den Fall - ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmalpflege) für Kulturgüter und IUCN (Internationale Union für die Erhaltung der Natur) für Naturgüter.
Das Komitee für das Erbe der Welt (bestehend aus 21 Mitgliedstaaten, die für vier Jahre gewählt werden) tritt einmal jährlich zusammen und entscheidet, ob die Anmeldung angenommen, aufgeschoben, verschoben oder abgelehnt wird. Wenn die Anmeldung angenommen wird, wird das Gut dann offiziell als "Welterbe der Menschheit" anerkannt. Affaire à suivre, also: Fortsetzung folgt!
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Standort
Wald von Fontainebleau
77300 Fontainebleau
77300 Fontainebleau
Offizielle Seite
www.unesco.org



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