Seit fast zwanzig Jahren geschlossen, wird diese entheiligte Pariser Kapelle jetzt zu einem Ort des Lebens.

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Aktualisiert am 17. Juli 2026 um 10:04
Im Herzen von Paris gelegen, wurde diese Kapelle umfassend renoviert. Sie ist nun der Öffentlichkeit zugänglich nach rund zwanzig Jahren Bauzeit: Diesen Sommer warten dort kostenfreie Veranstaltungen auf Sie!

Über fast zwanzig Jahre blieben seine Türen verschlossen. Versteckt am Ende des jardin Alban-Satragne, unweit der Gare de l'Est, findet die Saint-Lazare-Kapelle heute neues Leben. Seit den 1960er-Jahren entweiht, ist dieses Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert lange dem Publikum verborgen gewesen und soll nun zu einem echten Treffpunkt werden – Ort der Kultur, des Vereinslebens und der Bewohner des Viertels. Eine neue Seite öffnet sich für eines der letzten Zeugnisse der Geschichte des ehemaligen Enclos Saint-Lazare.

Die Geschichte der Kapelle ist untrennbar mit der des Geheges Saint-Lazare verbunden. Im Laufe der Jahrhunderte hat dieses weitläufige Gelände mehrere Lebensphasen durchlaufen: eine Lepraanstalt im Moyen Âge, danach das Haus der Missionarischen Kongregation, gegründet vom heiligen Vinzenz von Paul im 17. Jahrhundert, und schließlich ab dem 19. Jahrhundert ein Frauenstrafgefängnis. In diesem Zusammenhang wurde die Kapelle 1834 vom Architekten Louis-Pierre Baltard erbaut, einem Spezialisten für Gefängnisarchitektur und Vater von Victor Baltard, dem späteren Entwerfer der Pariser Halles.

Im Herzen der Haft- und Krankenanstalt begleitet sie seit Jahrzehnten den Alltag der Gefangenen. Ihre schlichte Architektur spiegelt ihre ursprüngliche Funktion wider. 1931 wurde das Gebäude vom Architekten Gaston Lefol umgestaltet, der ihm unter anderem eine Ziegel-Fassade verpasste, die man noch heute deutlich erkennt. In den 1960er Jahren säkularisiert, wurde die Kapelle 2005 als Monuments historiques geführt.

Nach vielen Jahren der Schließung hat die Stadt Paris eine umfassende Sanierungsinitiative gestartet. Als Sieger des Mitmachbudgets 2016 wird das Projekt gemeinsam mit mehreren lokalen Vereinen getragen, mit dem klaren Ziel: Aus dem einstigen Ort der Enge soll ein Raum für alle werden. Kultur, Begegnungen, lokale Demokratie, Jugend, Gleichheit und bürgerschaftliche Initiativen sollen dort nach und nach ihren Platz finden.

Bis zur vollständigen Fertigstellung der Arbeiten ermöglicht eine erste Öffnung in diesem Sommer den Bewohnerinnen und Bewohnern bereits, dieses bislang wenig bekannte Erbe wieder für sich zu entdecken. Konzerte, Ausstellungen, Vorträge oder Workshops beleben nun das Langhaus und bieten ein kostenloses Veranstaltungsprogramm, das hier zu entdecken ist![/visible]

Praktische Informationen

Standort

107 Rue du Faubourg Saint-Denis
75010 Paris 10

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Tarife
Kostenlos

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