Zwei zentrale Figuren der Nachkriegsabstraktion kommen im Rahmen einer Ausstellung ins Gespräch... Die Galerie Perrotin widmet eine Ausstellung Pierre Soulages und Hans Hartung, betitelt Soulages-Hartung: Affinitäten électives, vom 25. April bis 30. Mai 2026. Eine Ausstellung, die einen gehaltvollen Blick auf diese beiden Leitfiguren der Abstraktion ermöglicht, indem sie ihre künstlerischen Verbindungen, ihren Austausch und einige ihrer gemeinsamen Forschungen in den Mittelpunkt rückt. Der Rundgang stützt sich auf ein bisher unveröffentlichtes Gespräch über ihre Freundschaft, das erstmals von der Hartung-Bergman-Stiftung ausgestrahlt wird, sowie auf Archivmaterialien und verschiedene Werkzeuge aus ihren Ateliers.




Die Ausstellung setzt mit einem bislang unveröffentlichten Videodokument ein, das von Briefen, Fotografien, Notizbüchern und einer Reihe von Werken begleitet wird und so den über Jahre gepflegten Dialog zwischen den beiden Malern sichtbar macht. Die Galerie präsentiert außerdem Werkzeuge, die ungewöhnlich aus ihren Ateliers hervorgeholt wurden, was einen konkreten Einblick in ihre Arbeitsweise ermöglicht. Der Rundgang erinnert zudem an die Bedeutung mediterraner Rahmungen in ihrem Schaffen, in Sète für Soulages und in Antibes für Hartung. Ihre Beziehung ging über bloße geistige Nähe hinaus: Sie tauschten sich aus, arbeiteten nebeneinander an Ideen und schenkten sich Werke, wie ein Brou de noix, das Soulages 1948 Hartung schenkte und hier ausnahmsweise gezeigt wird.
Der Dialog zwischen Werken und Dokumenten ermöglicht es auch, weniger bekannte Facetten ihrer Werdegänge zu beleuchten. In den 1940er und 1950er Jahren, angeregt von Galeristinnen wie Lydia Conti und Myriam Prévot, ragen Hans Hartung und Pierre Soulages durch ein Vokabular aus Linien und Formen hervor, das sich von traditionellen geometrischen Konventionen löst. Diese Anerkennung ruft auch ablehnende Reaktionen hervor, wie es Waldemar George im Jahr 1955 formulierte: "Hartung und Soulages scheinen sich im finsteren Kreis eines satanischen und apokalyptischen Kunstwerks zu drehen". Die Ausstellung behandelt außerdem ihr Verhältnis zum Heiligen, zur Innerlichkeit, zum Hell-Dunkel und zu dem Licht, das aus dem Schatten auftaucht, und lenkt zugleich die Aufmerksamkeit auf ihren zurückhaltenderen Einsatz von Blau in den 1980er Jahren.
Über die Annäherungen hinaus zeigt die galerie Perrotin auch, worin sich die beiden Künstler unterscheiden. Hartung entwickelt eine Gestik, die explosiver und zentrifugaler wirkt, während Soulages eine eher beherrschte und entschlossene Struktur beibehält. Dieser Abstand ermöglicht eine präzisere Lesart ihrer Beziehung, die Nähe ebenso wie Unterschied umfasst. Die Ausstellung regt damit eine hilfreiche Reflexion über zwei zentrale Wege der abstrakten Malerei an – dem nahenden 80. Jahrestag ihrer Begegnung, der 2027 im musée Soulages in Rodez und in der Fondation Hartung-Bergman in Antibes gewürdigt wird.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 25. April 2026 bis 30. Mai 2026
Standort
Galerie Perrotin
76 rue de Turenne
75003 Paris 3
Tarife
Kostenlos
Offizielle Seite
www.perrotin.com
Weitere Informationen
Geöffnet von Dienstag bis Samstag jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr.















