Was, wenn die Tiere mehr über uns verraten, als wir zu glauben wagen? Das Musée de la Chasse et de la Nature im dritten Arrondissement von Paris zeigt derzeit eine Ausstellung über Annette Messager, mit dem Titel Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. Laufzeit ist vom 14. April bis 20. September 2026. Die Schau versammelt Werke, die die besondere Beziehung der Künstlerin zu Tierfiguren seit jeher beleuchten. Zum ersten Mal wird dieses zentrale Thema in ihrem Schaffen in einer eigens gewidmeten Ausstellung präsentiert – eine Reise durch bedeutende Installationen, ikonische Arbeiten und bislang noch nie gezeigte Kreationen.
Seit den 1970er Jahren entwickelt Annette Messager eine künstlerische Praxis, in der Alltagsgegenstände, bescheidene Materialien und Popkultur-Referenzen mit existenziellen Fragen in Dialog treten. In dieser Ausstellung stehen ihre Werke in einem spürbaren Dialog mit den Dauerausstellungen des Museums, wobei ein plastischer und symbolischer Austausch rund um die Tierwelt entsteht – ein Spiegelbild menschlicher Leidenschaften, ihrer Überschreitungen und Ambivalenzen.
Die Taxidermien, Plüschtiere, Hybridisierungen und umgestaltete Gegenstände formen eine Welt, in der Mensch und Tier scheinbar ihre Rollen vertauschen. Annette Messager erforscht die Durchlässigkeit zwischen den Arten und inszeniert veränderte Figuren, die seltsam vertraut erscheinen und unsere Identität, unsere Triebkräfte sowie unsere Vorstellungen hinterfragen. In dieser Perspektive ahmen die Tiere uns nach, karikieren uns und werden zu Spiegeln dessen, was wir manchmal lieber ignorieren würden: unsere Widersprüche, Sehnsüchte und Schwächen.
Die Wahl des Titels, Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, verleiht der Ausstellung eine allegorische Dimension. Der aus der Volksweisheit stammende Ausdruck wird bei Annette Messager zum Anlass, das fragile Wesen unseres Glaubens an Stabilität zu hinterfragen, das Vergängliche und Flüchtige. Die unscheinbare, aber ausdrucksstarke Schwalbe wird zu einer Figur, die sowohl poetisch als auch kritisch wirkt und eine Reihe von Werken überblickt, die auf den ersten Blick spielerisch erscheinen, bei genauerer Betrachtung jedoch zutiefst ambivalent sind.
Die Szenografie wechselt zwischen großformatigen Werken und zurückhaltenden, fast kaum wahrnehmbaren Interventionen. Dieser ständige Balanceakt zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, Monumentalem und Intimem regt dazu an, das Tempo des Rundgangs zu drosseln und die Details genauer zu betrachten. Manche Exponate erfordern eine genaue Betrachtung, ein Lesen, eine Interpretation – und offenbaren nach und nach eine persönliche, visuelle Sprache, die im Alltag verwurzelt ist, aber von Symbolen durchdrungen wird.
Die Werke stammen größtenteils aus den eigenen Archiven des Künstlers und werden mit den Ausstellungsstücken des Museums in Verbindung gebracht. Dieser Ansatz schafft eine immersive Erfahrung, bei der jeder Raum eine eigenständige Welt entfaltet. Material, Sprache und komplexe Formen tragen zu einer einzigartigen Atmosphäre bei, die geprägt ist von einer Ästhetik des Unbehagens und der Andersartigkeit.
Im Verlauf des Rundgangs lädt die Ausstellung im Natur- und Jagdmuseum dazu ein, subtil zu hinterfragen, was das Tier – ob real oder fiktional – über unsere Art zu existieren, zu betrachten und zu benennen verrät. Die Ausstellung möchte keine eindeutige These illustrieren, sondern den Blick verschieben und einen Perspektivwechsel anregen. Wenn Sie neugierig sind, wie Kunst den Menschen über die Beziehung zum Tier näherbringen kann, eröffnet dieser Besuch vielleicht ein unerwartetes Raum für Reflexion.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 14. April 2026 bis 30. April 2026
Standort
Jagd- und Naturmuseum
60, rue des Archives
75003 Paris 3
Zugang
M°Arts et Métiers
Tarife
Tarif réduit : €11.5
Plein tarif : €13.5
Offizielle Seite
www.chassenature.org
Weitere Informationen
Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Mittwochabend–Nachtöffnung bis 21:30 Uhr (keine Nachtöffnungen im Juli und August).























