Joseph Grigely im Palais de Tokyo: Eine Ausstellung zur kulturellen Zugänglichkeit – Unsere Fotos

Von Laurent de Sortiraparis · Fotos von Laurent de Sortiraparis · Aktualisiert am 3. April 2026 um 21:30
Das Palais de Tokyo in Paris präsentiert Nous en sommes là – This is where we are, eine Ausstellung von Joseph Grigely, die vom 3. April bis zum 13. September 2026 zu entdecken ist. Der taubstumme Künstler Joseph Grigely nutzt einen schwer zugänglichen Museumsraum, um die architektonische Zugänglichkeit in kulturellen Einrichtungen zu hinterfragen. Durch visuelle Werke und eine Risografie-Veröffentlichung wird sichtbar, wie Räume gestaltet sind und wie sie tatsächlich vom Publikum durchquert werden.

Der Palais de Tokyo in Paris präsentiert Nous en sommes là – This is where we are, eine Ausstellung von Joseph Grigely, die man vom 3. April bis zum 13. September 2026 entdecken kann. Der seit Kindheit taube US-Künstler setzt sich damit auseinander, wie Barrierefreiheit in Kulturorten ausfallen kann, ausgehend von einem schwer zugänglichen Museumsteil. Mit dieser Installation zeigt er, wie Architektur Teile des Publikums integrieren, behindern oder ausgrenzen kann. Zwischen bildender Kunst und Risografie-Veröffentlichung bietet die Ausstellung so eine konkrete Reflexion darüber, wie Räume gedacht und erlebt werden.

An einem Ort, an dem der Zugang nicht selbstverständlich ist, verwandelt Joseph Grigely die Erfahrung des Besuchers in eine Inszenierung. Er stellt die Frage nach der Möglichkeit, Kunstorte überhaupt zu betreten, wenn diese ausschließlich gestaltet sind. Das Projekt rückt die Existenz verschiedener, manchmal unsichtbarer oder oft unangenehmer Wege ins Blickfeld, die manchen Menschen zusätzlichen Aufwand abverlangen, um denselben Raum zu erreichen. Als Reaktion darauf entwickelt der Künstler eine sogenannte "Zugangsprothese" – ein sowohl konzeptuelles Instrument als auch ein konkretes Angebot –, das als Werkzeug für den Dialog zwischen Körper und Architektur gedacht ist.

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Ein kritisches Projekt zu den Zugangsstandards

Die Installation beschränkt sich nicht nur darauf, ein Problem aufzuzeigen. Sie regt vielmehr eine kritische Reflexion darüber an, wie kulturelle Institutionen das Publikum empfangen und aufnehmen, und setzt sich mit den Grenzen auseinander, die noch bestehen. Joseph Grigely analysiert die Geschichte der Bauwerke sowie die anhaltenden Logiken der Trennung, selbst dort, wo Bemühungen unternommen werden, die Situation zu verbessern. Der Titel der Ausstellung, Wir sind hier angekommen, bringt diese Bestandsaufnahme nüchtern zum Ausdruck – ohne wertende Urteile oder Selbstgefälligkeit, sondern im Sinne eines offenen Dialogs.

Dieses Werk setzt die Forschung von Joseph Grigely fort, die er seit über dreißig Jahren betreibt. Dabei beschäftigt er sich mit Fragen der Andersartigkeit, des Spracheinsatzes und der Kommunikation durch verschiedene Medien. Seine bekannteste Serie, Conversation Pieces, besteht aus kleinen handgeschriebenen Papierstücken, die für den Austausch mit hörenden Menschen benutzt werden. Diese Dialogfragmente, plastisch neu arrangiert, hinterfragen die Mündlichkeit, die schriftliche Spur und die Formen der Interaktion. Die Ausstellung im Palais de Tokyo setzt diese Themen in einen institutionellen Kontext um.

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Ein Blick auf Barrierefreiheit als künstlerisches Ausdrucksmittel

Was Joseph Grigely hier anbietet, geht weit über eine reine funktionale Anpassung hinaus. Er verfolgt die Idee, dass Barrierefreiheit als ein künstlerisches Medium verstanden werden kann – als eigenständige Form in der Gestaltung eines Kunstwerks. Die Installation wird so zu einem Raum des Austauschs zwischen festgelegten Regeln und den realen Körpererfahrungen, zwischen architektonischer Absicht und konkreter Nutzung. Sie wirft wichtige Fragen auf über den Platz jedes Einzelnen im öffentlichen Raum und über die Mechanismen, die diesen Platz – absichtlich oder unabsichtlich – einschränken.

Das Publikum wird dazu eingeladen, nicht nur den ausgestellten Raum zu betrachten, sondern auch die Bedingungen für den Zugang zu diesem Raum zu hinterfragen. Der Ansatz verfolgt eine analytische und präzise Herangehensweise, ohne Pathos oder Vereinfachungen. Dabei wird deutlich, dass räumliche Exklusion keineswegs nur Einzelfälle sind, sondern vielmehr aus einer strukturellen Organisation der Orte und Praktiken resultieren, die nur schwer zu verändern ist, ohne die Prioritäten grundlegend zu überdenken.

Eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, welchen Platz jeder in kulturellen Einrichtungen einnehmen kann – präsentiert durch eine Ausstellung, die die Diskrepanz zwischen architektonischer Gestaltung und den alltäglichen Nutzungen auslotet. Lust auf einen Spaziergang im Palais de Tokyo?

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Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Von 3. April 2026 bis 13. September 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.

    Standort

    13, avenue du président Wilson
    75116 Paris 16

    Route berechnen

    Zugang
    Metro Linie 9 Station "Iéna" oder Alma-Marceau".

    Tarife
    Tarif réduit : €9
    Plein Tarif : €13

    Offizielle Seite
    palaisdetokyo.com

    Weitere Informationen
    Jeden Tag geöffnet, außer dienstags, von 12 bis 22 Uhr.

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